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06.01.2018 | Viele Menschen sind oft stark verwirrt, wenn sie auf der Intensivstation erwachen. Was können Angehörige dagegen tun und was wird im Krankenhaus getan? Die Antwort weiß Professor Björn Ellger, Direktor der Kliniken für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Klinikums Westfalen: "Ein solches Delir entwickelt sich sehr häufig nach einer Operation - in bis zu 80 Prozent der Fälle. Es kann eine sehr schwache Ausprägung aufweisen, zum Beispiel einfache Irritationen über die Zeit und den Aufenthaltsort. Weil auch Tiefe und Dauer der Narkose einen Einfluss haben, wirken sich etwa das Weglassen bestimmter Beruhigungsmittel, moderne Narkoseverfahren sowie eine genau gesteuerte Narkotisierung positiv aus. Aufwach- und Intensivräume sollten Tageslicht bieten und mit geringer Lärmbelastung auskommen. Die Anwesenheit von Bezugspersonen, auf den Nachttisch gelegte Fotos, das Lieblingskissen oder ein Kalender zur Orientierung sind ebenfalls wichtig, um Verwirrtheitszustände abzumildern. Betroffene müssen beschäftigt werden, positive Reize erfahren und zu einem festen Tag- und Nachtrhythmus finden."