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Zu heißer Tee kann das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 26.03.2019

Zu heißer Tee kann das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / StockSnap)

Wie heiß der Tee zum Frühstück sein soll, ist Geschmacksache. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt: Zu heiß sollten Sie Ihr Heißgetränk nicht zu sich nehmen. Sehr heiße Getränke können das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen.

Sehr heißer Tee kann die Entstehung von Speiseröhrenkrebs fördern. Wer regelmäßig mehr als 0,7 Liter Tee mit einer Temperatur von mindestens 60 Grad trinkt, hat ein um 90 Prozent höheres Risiko, an einem Tumor in der Speiseröhre zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Tehran University of Medical Sciences, die im "International Journal of Cancer" veröffentlicht wurde.

Studie mit über 50.000 Teilnehmern

Die Studie unter der Leitung von Farhad Islami basiert auf einer großen Datenmenge. Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von mehr als 50.000 Frauen und Männern im Alter von 40 bis 75 Jahren aus den Jahren 2004 bis 2017 und begleiteten die Studien-Teilnehmer zehn Jahre lang.

Dabei erfassten die Forscher aus dem Iran Daten zum Teekonsum und zu sonstigen Ernährungsgewohnheiten. Mitarbeiter besuchten die Teilnehmer zudem in ihren Wohnungen. Sie bereiteten frischen Tee zu, die Temperatur wurde mit einem digitalen Thermometer gemessen. Bei einer Temperatur von 75 Grad baten die Forscher die Teilnehmer, den Tee zu trinken. War den Teilnehmern der Tee zu heiß, baten die Wissenschaftler sie bei 70, 65 und 60 Grad nochmals, ihn zu trinken. Die jeweils favorisierte Trinktemperatur wurde notiert.

Im Untersuchungszeitraum erkrankten 317 Studien-Teilnehmer an einem Plattenepithelkarzinom, der häufigsten Art von Speiseröhrenkrebs. Die Forscher bereinigten die Daten um andere Einflussfaktoren wie Zigaretten- und Alkoholkonsum – und konnten einen Zusammenhang zwischen der Tee-Temperatur und dem Krebsrisiko feststellen.

Darum sind heiße Getränke so gefährlich

Den Forschern zufolge könnte die Ursache für das höhere Krebsrisiko in Verletzungen liegen, die die heiße Flüssigkeit in der Speiseröhre verursacht. Dadurch würden entzündliche Prozesse in Gang gesetzt, die eventuell die DNA-Reparaturmechanismen beeinträchtigen.

So lässt sich Speiseröhrenkrebs vermeiden

Wer gerne Tee trinkt, ist auf der sicheren Seite, wenn er ihn nicht ganz heiß trinkt, sondern abkühlen lässt. Wer dennoch hin und wieder mal einen zu heißen Schluck Tee erwischt, muss sich keine Sorgen machen: Der Zusammenhang zwischen sehr heißen Getränken und Speiseröhrenkrebs besteht laut der Studie nur bei regelmäßigem Konsum von Getränken, die über 60 Grad heiß sind.

Speiseröhrenkrebs ist in Deutschland eine eher seltene Tumorerkrankung. Am häufigsten sind Männer betroffen, die älter als 55 Jahre sind. Für Tumore in der Speiseröhre können auch Rauchen, Alkohol und chronisches Sodbrennen mitverantwortlich sein. "Häufigstes Warnsignal bei Speiseröhrenkrebs sind Beschwerden beim Schlucken. Sie sind auf eine tumorbedingte Verengung der Speiseröhre zurückzuführen", so die Deutsche Krebsgesellschaft auf ihrer Webseite.

Völlig neu sind die Ergebnisse der iranischen Studie nicht. Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) warnen vor dem Konsum von sehr heißen Getränken.

Tee im Test von ÖKO-TEST:

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