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Zeckenjahr 2019: Immer mehr FSME-Risikogebiete und eine neue "Super-Zecke"

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 19.02.2019

Zeckenjahr 2019: Immer mehr FSME-Risikogebiete und eine neue "Super-Zecke"

Mit FSME infizierte Zecken breiten sich weiter Richtung Norden aus. Und in Deutschland wurde eine neue Zeckenart aus den Tropen gesichtet. Die "Super-Zecke" kann gefährliche Krankheiten übertragen.

Der Frühling steht vor der Tür – damit steigt wieder das Risiko, sich eine Zecke einzufangen. Ab einer Temperatur von etwa acht Grad werden Zecken aktiv. Die Zeckensaison 2019 beginnt mit schlechten Nachrichten: Das vergangene Jahr war für Zecken ein gutes Jahr. Die Zeckendichte war hoch wie nie zuvor, zudem erkrankten 2018 überdurchschnittlich viele Menschen an FSME. Laut RKI wurden insgesamt 583 FSME-Fälle gemeldet.

Zahl der FSME-Risikogebiete steigt

In immer mehr Teilen Deutschlands besteht die Gefahr, nach einem Zeckenbiss an FSME, einer Hirnhautentzündung, zu erkranken. Jetzt hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Anzahl der sogenannten FSME-Risikogebiete um fünf neue Landkreise erweitert.

Mit dem Emsland in Niedersachsen ist erstmals auch ein Landkreis in Norddeutschland betroffen. Die anderen vier neuen FSME-Risikogebiete grenzen an bereits bestehende Risikogebiete: Die Landkreise Landsberg am Lech und Garmisch-Patenkirchen sowie die kreisfreie Stadt Kaufbeuren in Bayern und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen sind nun auch FSME-Risikogebiet.

In Deutschland gibt es damit insgesamt 161 betroffene Landkreise, die hauptsächlich in Bayern, Baden-Württemberg sowie Teilen Südhessens, Sachsens und Thüringens liegen.

Die Hyalomma-Zecke kann tödliche Krankheiten übertragen 

Im vergangen Jahr wurde in Deutschland öfters eine Zecke entdeckt, die eigentlich in Südeuropa, Asien und Afrika beheimatet ist. Weil sie fünf Mal so groß wie der heimische Holzbock werden kann und sehr widerstandsfähig ist, wird sie auch "Super-Zecke" genannt. Die Hyalomma-Zecke hat auffällig gestreifte, behaarte Beine und kann äußerst schnell laufen. Experten gehen davon aus, dass die Larven der Zecke mit Zugvögeln nach Deutschland gelangt sind. 

Laut Robert Koch-Institut (RKI) können Hyalomma-Zecken gefährliche Krankheiten wie das oft tödliche Krim-Kongo-Virus übertragen.

Panik ist allerdings nicht angebracht. Bislang wurden in Deutschland erst 19 Exemplare in acht Bundesländern gefunden. Keine dieser Zecken trug Infektionserreger wie zum Beispiel das Krim-Kongo-Virus in sich, so das RKI.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die bei uns heimischen Zecken können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose übertragen.

Bei FSME handelt es sich um eine Virusinfektion. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erkranken jedes Jahr etwa 300 Menschen an der Virusinfektion. Die Hälfte der Fälle tritt in Bayern auf. "Neben einer unkomplizierten grippalen Symptomatik kann das Virus unter anderem zu einer Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis (Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung) führen. Eine kausale Therapie existiert nicht, aber die Erkrankung kann wirksam durch eine Impfung verhindert werden", so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Das Tragen langer Kleidung und Insektenabwehrmittel sind neben der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfung die einzigen wirksamen Schutzmaßnahmen gegen FSME. Die STIKO empfiehlt die Impfung allen, die in den Risikogebieten leben oder dort Urlaub machen. 

Die aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete finden Sie auf der Seite des RKI. 

Borreliose: Gefahr in ganz Deutschland

Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, die Erkrankung kann aber gut mit Antibiotika behandelt werden. Mit Lyme-Borreliose kann man sich nicht nur in den Risikogebieten, sondern in ganz Deutschland infizieren. Ungefähr zehn bis 20 Prozent der Zecken tragen das Lyme-Borreliose-Bakterium in sich. Laut RKI tritt in Deutschland bei etwa vier Prozent der Menschen nach einem Zeckenbiss eine Borreliose-Infektion auf. Nach Schätzungen liegt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen bei mehreren Zehntausend. Da die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung steigt, je länger die Zecke saugt, ist es wichtig, die Zecke möglichst schnell zu entfernen.

Wie wird eine Zecke richtig entfernt?

  • Möglichst schnell entfernen.
  • Den Zeckenleib nicht quetschen, da sonst Erreger aus der Zecke in die Wunde gepresst werden können.
  • Die Zecke nicht mit Öl oder Klebstoff behandeln.
  • Am besten die Zecke möglichst dicht über der Haut mit einer Pinzette fassen und dann herausziehen.
  • Die Zecke herauszudrehen ist keine gute Idee. Dabei kann es leicht passieren, dass der Rüssel abreißt.
  • Wenn noch Teile des Tieres in der Haut sichtbar sein sollten, handelt es dabei meist nicht um den Kopf, sondern um Teile des Stechapparates. Hier besteht keine weitere Infektionsgefahr mehr.

Für weitere Infos: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

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