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Studie: Tripper kann durch Küssen übertragen werden

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 15.05.2019

Studie: Tripper kann durch Küssen übertragen werden
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - adamkontor)

Die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe – bekannt als Tripper – überträgt sich offenbar auch durch intensives Küssen. Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass Kondome somit als Schutz nicht ausreichen.

Bislang gingen Mediziner davon aus, dass Gonorrhoe, so der medizinische Name für die Geschlechtskrankheit Tripper, nur durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Neue Forschungsergebnisse aus Australien deuten darauf hin, dass intensives Küssen genügt, um sich mit einer Hals- und Rachen-Gonorrhoe zu infizieren. Kondome allein reichen damit laut den Wissenschaftlern nicht als Schutz vor Tripper.

Risikofaktor Küssen

Die Forscher der Monash University in Melbourne werteten für ihre Studie Fragebögen von gut 3.600 homo- und bisexuellen Männern aus. Bei den Männern wurden Abstriche und eine Urinprobe genommen und die Proben auf Gonokokken getestet. Etwas mehr als sechs Prozent der Männer litten an einer Rachen-Gonorrhoe, bei knapp sechs Prozent wurde eine Gonorrhoe im Analbereich festgestellt. Knapp drei Prozent waren an einer Gnorrhoe im Harntrakt erkrankt.

Die Wahrscheinlichkeit, an Gonorrhoe im Mund- und Rachenbereich zu erkranken, sei um 46 Prozent erhöht, wenn Männer vier oder mehr Partner geküssten hatten, ohne zugleich auch Sex zu haben. Um ganze 81 Prozent war der Wert erhöht, wenn die Männer ihre Partner küssten und gleichzeitig Geschlechtsverkehr mit ihnen hatten. Vergleichwert waren jeweils Männer, die nur mit einem oder keinem Partner Kontakt hatten.

Die Autoren der Studie betonen, dass es sich nur um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Studie der Monash University in Melbourne wurde in dem Fachblatt "Sexually Transmitted Infections" veröffentlicht.

Tripper: Symptome und Behandlung

Tripper ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Die als "Gonokokken" bekannten Bakterien befallen typischerweise die Schleimhäute der Harnwege und die Geschlechtsorgane, sie können sich aber auch auf der Bindehaut der Augen, im Darm und im Mund- und Rachenraum ansiedeln.

Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen treten die ersten Symptome auf. Männer leiden häufig unter einer Harnröhrenentzündung mit eitrigem Ausfluss und haben Schmerzen beim Urinieren. Frauen können ebenfalls Schmerzen beim Wasserlassen oder auch Schmierblutungen haben, teilweise verläuft die Entzündung ohne Schmerzen.

Gonrrhoe endet nur in ganz seltenen Fällen tödlich, die Krankheit kann aber gefährliche Blutvergiftungen und Unfruchtbarkeit verursachen. Die Infektion erhöht zudem das Risiko einer HIV-Übertragung.

Die Geschlechtskrankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Künftig könnte eine Therapie allerdings komplizierter werden, da die Bakterien immer häufiger gegen Antibiotika resistent sind.

Mehr Informationen zu Geschlechtskrankheiten, den Ansteckungswegen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie bei der Aidshilfe.

Hilft Mundwasser gegen Tripper?

In Australien untersuchen Forscher derzeit für eine große Studie, ob die tägliche Anwendung von Mundwasser eine Gonorrhoe im Hals- und Rachenraum verhindern kann (Quelle: Aerztezeitung.de).

Weltweit stecken sich laut der Weltgesundheitsorganisation jährlich 78 Millionen Menschen mit Tripper an. In Deutschland gibt es keine Meldepflicht für die Krankheit, deshalb existieren keine offiziellen Zahlen. 

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