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Sonnenallergie erkennen, vorbeugen und behandeln

Autor: Redaktion | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 02.09.2020

Sonnenallergie
Foto: Shutterstock/Africa Studio

Wer unter einer Sonnenallergie leidet, dem können wenige Minuten in der Sonne ausreichen, um einen juckenden Hautausschlag zu entwickeln. Auslöser ist das UV-Licht, das auf die unvorbereitete Haut trifft. Wie Sie einer Sonnenallergie vorbeugen, und welche Behandlungen zu empfehlen sind.

  • Eine sogenannte Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose) wird vermutlich durch eine allergische Reaktion im Körper ausgelöst. Diese wird wiederum durch eine ungewohnte hohe UV-Dosis provoziert.
  • Eine Lichtallergie klingt nach einiger Zeit von alleine wieder ab.
  • Zur Vorbeugung am wichtigsten: Ausreichender Sonnenschutz und die Haut langsam an die Sonne gewöhnen.

Bevorzugt hellhäutige, jüngere Frauen können beim Sonnenbaden eine sogenannte Lichtdermatose entwickeln. Betroffen sind vor allem Schultern, Hals und Dekolleté, Oberarme und Handrücken oder das Gesicht, also die Hautpartien, die dem Sonnenlicht normalerweise am stärksten ausgesetzt werden.

Dort bilden sich juckende Blasen und Knötchen, typischerweise Stunden bis Tage, nachdem die Haut einer ungewohnt hohen Dosis Sonnenlicht ausgesetzt wurde. Glücklicherweise heilt der Ausschlag nach einigen Tagen wieder ab, Hautschäden oder Narben bleiben normalerweise nicht zurück.

Sonnenallergie ist kein medizinischer Fachbegriff

Krankhafte Hautreaktionen auf Sonnenlicht sind keineswegs selten. Der dazugehörige medizinische Fachbereich trägt den Namen Photodermatologie. "Sonnenallergie" oder auch "Lichtallergie" sind keine ärztlichen Fachbegriffe, die "polymorphe Lichtdermatose", die hier vor allem beschrieben wird, schon. Für sie wird gelegentlich auch der Ausdruck "Sonnenekzem" verwendet. Mit welchen Symptomen der Körper reagiert – ob mit Rötungen, Knötchen, Bläschen oder Blasen –, unterscheidet sich von Patient zu Patient, daher auch das Beiwort "polymorph" (vielgestaltig).

Neben der Lichtdermatose existieren weitere Krankheitsbilder, die mit (Sonnen-)Licht im Zusammenhang stehen und jeweils eigens diagnostiziert und behandelt werden. Dazu gehört auch die Lichturtikaria, unter der die ehemalige Kanzlergattin Hannelore Kohl vermutlich litt. Eine Lichturtikaria ist sehr selten.

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Der Übeltäter: eine ungewohnt hohe Dosis Sonne

Die polymorphe Lichtdermatose hingegen ist weit verbreitet. Sie betrifft in Mitteleuropa mehr als jeden Zehnten, Frauen erleiden das Ekzem häufiger als Männer, ebenso Kinder und junge Erwachsene. Eine Sonnenallergie kann über Jahre hinweg immer wieder aufblühen.

Eine Sonnenallergie tritt besonders häufig beim ersten Sonnenbaden oder zu Beginn des (Strand-)Urlaubs auf, wenn die Haut an eine höhere UV-Strahlung noch nicht gewöhnt ist.

Über den genauen Entzündungsmechanismus rätseln die Mediziner noch. Eine Möglichkeit: Eine eigentlich harmlose körpereigene Substanz geht eine Reaktion mit dem Sonnenlicht ein. Der so umgewandelte Stoff weckt dann den Alarm des Immunsystems, das darin eine vermeintlich schädliche Substanz erkennt, wie es auch bei Allergien der Fall ist. Das Immunsystem reagiert mit einer Abwehrreaktion – einer Entzündung der Haut. Ob die Theorie von der "Sonnenallergie" allerdings wirklich zutrifft, ist noch nicht bewiesen – und damit auch nicht, ob es sich bei dem Hautausschlag überhaupt um eine Allergie im eigentlich Sinn handelt.

Einer Sonnenallergie vorbeugen: am einfachsten mit dem richtigen Sonnenschutz.
Einer Sonnenallergie vorbeugen: am einfachsten mit dem richtigen Sonnenschutz. (Foto: Shutterstock/Matthew Bechelli)

Einer Sonnenallergie vorbeugen

Vorbeugend kann eine Lichttherapie sinnvoll sein, bei der die Haut in steigender Dosierung mit UV-Licht bestrahlt und so auf intensivere Sonneneinstrahlung, etwa im Urlaub, vorbereitet wird. Dies ist aber nur bei einer schweren Dermatose nötig.

Für die meisten Betroffenen ist ein guter Sonnenschutz ausreichend, zum Beispiel durch ausreichende Bekleidung und richtiges und regelmäßiges Eincremen. Wer unter einer Sonnenallergie leidet, sollte sich konsequent schützen, also beispielsweise die Mittagssonne meiden und Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 30 oder mehr verwenden.

So kann nicht nur das Auftreten einer Lichtdermatose, sondern auch ein Sonnenbrand verhindert und das Hautkrebsrisiko gesenkt werden. Lesen Sie dazu auch unsere ausführlichen Fragen und Antworten zum Sonnenschutz sowie unseren Ratgeber Sonnencreme richtig anwenden.

Sonnenallergie behandeln

Gegen die Entzündung der Haut helfen Cremes oder Lotionen, die die akuten Symptome lindern. Der Juckreiz kann mit Antihistaminika bekämpft werden, die aufgetragen oder eingenommen werden. Helfen kann es auch, betroffene Stellen mit feuchten Umschlägen oder Kühlpacks zu kühlen. Aber: Kein Eis direkt auf die Haut legen, da sonst Erfrierungen drohen.

Die betroffene Haut sollte weiterhin gut vor der Sonne geschützt werden. Die Beschwerden können auch erneut auftreten, wenn die Haut wieder einer zu hohen Einstrahlung ausgesetzt wird.

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Eine Sonnenallergie kann viele Ursachen haben

Weit seltener als Lichtdermatosen sind fototoxische oder fotoallergische Reaktionen der Haut. Dabei brauchen die UV-A-Strahlen des Sonnenlichts einen Partner. Das können Substanzen sein, die den Körper empfindlicher auf die UV-Strahlung reagieren lassen. Dazu gehören Antibiotika, entzündungshemmende Arzneimittel, Entwässerungsmittel und Psychopharmaka, darunter auch Johanniskraut.

In anderen Fällen bilden Stoffe auf der Haut durch die Sonnenbestrahlung irritierend oder allergisch wirkende Abbauprodukte. Das können chemische UV-Filter in Sonnenschutzmitteln sein – insbesondere Benzophenone und p-Aminobenzoesäure (PABA) –, Duftstoffe und Farbstoffe in Cremes oder Desinfektionsmitteln. Auch der Kontakt mit bestimmten Pflanzen wie Riesenbärenklau, Schafgarbe oder Engelwurz kann solche fototoxischen Reaktionen hervorrufen.

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