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Ratgeber: Das richtige Gewicht

Spezial Fit und Gesund
vom 02.05.2014

Ratgeber: Das richtige Gewicht

An der Wirklichkeit vorbei

Modetrends kommen und gehen. Beständig sind allein die dürren Models, die über den Catwalk staksen. Ein fatales Signal. Denn immer mehr junge Mädchen sind magersüchtig oder essgestört. Sich selbst auch mit kleinen Pölsterchen zu mögen, finden viele schwierig. Gleichzeitig werden etliche Deutsche immer dicker. Wie findet man das richtige Maß?

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02.05.2014 | Sängerin Beth Ditto lief 2011 für den Designer Jean-Paul Gaultier in Netzstrümpfen und mit neckischem Plisseeröckchen über den Laufsteg, sie modelte für Versace und saß mit ihren 110 Kilo Körpergewicht bei einer Schau von Karl Lagerfeld als dessen Muse in der ersten Reihe. Davon haben viele profitiert: die Medien, die ihre Klatschspalten füllten, die Designer, die sich mal wieder als Avantgarde fühlten, und natürlich Beth Ditto selbst, die öffentlichkeitswirksam im Mittelpunkt stand.

Auch wenn es vielleicht für eine Weile so aussah: Für Frauen mit Kurven interessiert sich der Modezirkus nicht wirklich. Vor sechs Jahren unterzeichneten Vertreter der deutschen Mode- und Textilindustrie eine Charta, in der sie sich verpflichteten, keine untergewichtigen Models mehr einzusetzen. In anderen europäischen Ländern gibt es schon länger ähnliche Selbstverpflichtungen. Denn die Zahlen zur Magersucht unter Jugendlichen waren und sind erschreckend, außerdem gab es sich häufende Todesfälle bei den ultradünnen Models. Die Chefredakteurin der Vogue schrieb an Modemacher wie Karl Lagerfeld und John Galliano Beschwerdebriefe: Die Kleider für Fotoshootings seien selbst den Models noch zu eng. Die Zeitschrift Brigitte sabotierte ab Januar 2010 dünne Profimodels, weil sie mit der Realität der Leserinnen nichts zu tun hätten, und zeigte stattdessen Laienmodels mit den neuesten Modetrends. Selbst die Bild-Zeitung lobte anerkennend Prominente, die zu ihren üppigen Formen stehen, etwa Sängerin Mariah Carey, die noch vor ihrer Schwangerschaft mehr als 20 Kilo zugenommen haben soll. Models mit vollen Wangen und runden Hüften wurden auf dem Laufsteig gefeiert und schafften es sogar auf die Titelseiten der Fashionmagazine.

Rolle rückwärts: Dünn ist zurück

Doch jetzt staksen in Paris, London und Mailand wieder nur junge Frauen mit dünnen Ärmchen und Beinen über den Laufsteg. Designermode mit Größe 38 aufwärts ist eine Randerscheinung, sie wird, wenn überhaupt, abseits der großen Bühnen gezeigt. Wer nicht in Size Zero passt, das entspricht Größe XS oder Größe 32, hat bei den berühmten Namen der Branche keine Chance. Anzeigenkampagnen und Coverfotos inszenieren fragile, knochige Körper mit zu großen Köpfen, hohlen Wangen und spitzen Hüftknochen. "Keiner will Frauen mit Rundungen auf dem Laufsteg sehen", lästerte Karl Lagerfeld im Oktober 2013 in einer französischen Talkshow. Die französische Vereinigung Belle, ronde, sexy et je m'assume (Schön, rund, sexy - ich steh zu mir) hat ihn für diese Aussage angezeigt. Beendet ist auch das "Ohne Models"-Experiment von Brigitte. Nach zweieinhalb Jahren zeigt das Frauenmagazin wieder dünne Profis. Eine der Begründungen: Die Leserinnen hätten sich unter Druck gesetzt gefühlt, wenn die Frau von der Straße in der Brigitte so schön aussieht.

Unwohl fühlte sich möglicherweise auch Crystal Renn. Mit Kleidergröße 34 war das Model mäßig erfolgreich, mit Konfektionsgröße 44 aber das Gesicht des immerhin ein paar Jahre anhaltenden Kur


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