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Mundgeruch loswerden: Diese Hausmittel helfen gegen Mundgeruch

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 12.05.2021

Mundgeruch loswerden ist mit einigen Hausmitteln gar nicht so schwer.
Foto: Shutterstock/Vladimir Gjorgiev

Mundgeruch kann zahlreiche Ursachen haben. Geht er vom Mundraum aus und ist nicht behandlungsbedürftig, lässt er sich häufig mit einfachen Mitteln bekämpfen. Gute Mundhygiene und bestimmte Hausmittel können Abhilfe schaffen – andere Mittel haben hingegen nur einen kurzfristigen Effekt oder bewirken sogar das Gegenteil.

  • Mundgeruch wird in den meisten Fällen durch die Stoffwechselprozesse von Bakterien verursacht, die sich im Mundraum ansiedeln.
  • Gegen schlechten Atem hilft deshalb vor allem eine gute Zahn- und Zungenhygiene, die schädliche Mikroorganismen entfernt, bevor sie zum Problem werden können.
  • Eine wichtige Anlaufstelle ist auch der Zahnarzt. Er kann behandlungsbedürftige Ursachen von Mundgeruch – wie schadhafte Zähne oder Entzündungen im Mund – feststellen und behandeln.

Mundgeruch wird vor allem dadurch verursacht, dass sich Bakterien und Pilze im Mundraum zu stark vermehren. Dort erzeugen sie schwefelhaltige Verbindungen, die wir als schlechten Atem wahrnehmen. Mundgeruch kann viele Ursachen haben.

Mitunter ist ein kranker Magen der Grund, häufiger sind aber Erkrankungen des Mundraums, des Zahnfleischs oder beschädigte Zähne die Ursache. Dort siedeln sich vermehrt Mikroorganismen an und erzeugen durch ihre Stoffwechselprozesse unangenehme Gerüche.

Störender Mundgeruch wird von Betroffenen teilweise gar nicht bemerkt oder als weniger gravierend eingeschätzt als von deren Mitmenschen. Es gibt aber auch das umgekehrte Phänomen, die sogenannte "Pseudohalitose", eine psychische Beschwerde, bei der sich ein Patient den eigenen Mundgeruch nur einbildet. Wer jedoch tatsächlich unter schlechtem Atem leidet, sollte die Ursachen klären und bekämpfen, um nicht mit negativen sozialen Folgen konfrontiert zu werden.

Mundgeruch loswerden: Bakterien als Hauptursache

Ist der Mundgeruch nicht behandlungsbedürftig, geht er wahrscheinlich auf Essensrückstände zwischen den Zähnen, auf Zahn- oder Zungenbeläge oder Karies zurück. Auch entzündetes Zahnfleisch oder ein entzündetes Zahnbett (Parodontose) können der Grund sein. In all diesen Fällen sind Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze für den unangenehmen Atemgeruch verantwortlich. Nur in selteneren Fällen ist die Ursache für schlechten Atem im Magen zu suchen.

Auch ein verminderter Speichelfluss kann zu Mundgeruch führen, weil dadurch die Mundhöhle austrocknet: Dann lösen sich Nahrungsreste schwerer von den Zähnen und werden nicht so schnell verschluckt. Bei trockenem Mund kann der Speichel außerdem seine antibakterielle Wirkung nur unzureichend entfalten. So haben Bakterien und Pilzsporen leichteres Spiel, um im Mundraum für schlechte Luft zu sorgen.

Mundsprays versprechen zwar, Mundgeruch loszuwerden – in ungünstigen Fällen verstärken Sie ihn sogar. Besser ist gründliche Zahnhygiene.
Mundsprays versprechen zwar, Mundgeruch loszuwerden – in ungünstigen Fällen verstärken Sie ihn sogar. Besser ist gründliche Zahnhygiene. (Foto: Andrey_Popov/Shutterstock)

Schlechten Atem loswerden: Diese Tipps helfen

Die folgenden Ratschläge helfen, nicht behandlungsbedürftigen Mundgeruch zu bekämpfen, und dafür zu sorgen, dass sich schlechter Atem gar nicht erst bilden kann.

  • Trivial, aber wirksam: Putzen Sie sich die Zähne, gründlich und regelmäßig. Ob Sie dabei elektrisch vorgehen oder dem Zahnbelag lieber per Hand zu Leibe rücken, spielt nur eine untergeordnete Rolle.
  • Tauschen Sie ausgefranste Zahnbürsten regelmäßig aus, Sie verlieren Ihre Reinigungswirkung.
  • Nutzen Sie Zahnseide oder eine sogenannte Interdentalbürste. Sie säubern auch die Zahnzwischenräume, sodass sich dort keine Essensreste festsetzen oder Entzündungen bilden können. Zahnärzte empfehlen: einmal täglich auch zwischen den Zähnen putzen.
  • Oft unterschätzt, aber ein wichtiger Schlüssel zur Mundhygiene: Reinigen Sie Ihre Zunge gründlich und regelmäßig. Denn nicht nur Zahn-, sondern auch Zungenbeläge sind häufig für Mundgeruch (mit-)verantwortlich. Bonus: Wer seine Zunge regelmäßig putzt, verbessert außerdem sein Geschmacksempfinden. Lesen Sie dazu auch: Zunge reinigen: Warum und wie oft Sie sich die Zunge putzen sollten

Mundgeruch bekämpfen: Was Sie tun können

  • Lassen Sie Ihre Zähne beim Zahnarzt auf Karies, Zahnstein oder andere Erkrankungen untersuchen. Auch hier kann sich die Ursache für Mundgeruch verbergen. Schadhafte Füllungen, Brücken oder Kronen sind – neben Karies – die Hotspots, an denen sich Bakterien ansiedeln.
  • Außerdem kann der Zahnarzt die Zahnfleischtaschen säubern, in denen sich ebenfalls gerne Bakterien einnisten.
  • Wer häufig unter schlechtem Atem leidet, sollte Genussmittel wie Alkohol oder Tabak meiden. Sie schädigen die Mundschleimhaut und trocknen sie aus, was es schwefelproduzierenden Bakterien erleichtert, sich auszubreiten.
  • Auch Kaffee wird zu den "Übeltätern" gezählt, wenn es um Mundgeruch geht. Denn auch Kaffeesäure und Koffein trocknen den Mundraum aus, sodass sich schädliche Mikroorganismen leichter vermehren können.
  • Fenchelsamen oder Anissamen zu kauen gilt als Hausmittel gegen Mundgeruch. Man bekommt beide in vielen Supermärkten, im Gewürzhandel und natürlich im Internet.
  • Einige Tropfen Zitronensaft, auch in Wasser gelöst, regeln den Speichelfluss an und verbessern so das Mundklima.
Trivial, aber wirksam gegen Mundgeruch: Putzen Sie sich die Zähne, gründlich und regelmäßig.
Trivial, aber wirksam gegen Mundgeruch: Putzen Sie sich die Zähne, gründlich und regelmäßig. (Foto: Pressmaster/Shutterstock)

Mundgeruch loswerden: Weitere Tipps

  • Wer eine herausnehmbare Zahnprothese trägt, sollte diese täglich gründlich reinigen. Auch an Prothesen können sich Beläge und Bakterien ansiedeln.
  • Kaugummis "für frischen Atem" oder Mundsprays aus der Drogerie haben nur kosmetische Wirkung. Sie können schlechten Atem zwar zeitweise überdecken, aber keine Beläge entfernen oder Bakterien bekämpfen. Als Ersatz für ausreichende Mundhygiene sind sie nicht geeignet – dann lieber einmal zusätzlich Zähneputzen.
  • Hinzukommt: Bei zuckerhaltigen Produkten wie vielen Kaugummis kann sogar ein gegenteiliger Effekt entstehen. Sie fördern das Bakterienwachstum, statt es zu hemmen, und tragen damit nur zu Mundgeruch bei.
  • Besser sieht es für spezielle Zungen-Gele aus, die im Mundraum antibakteriell wirken. Sie werden wie eine Art "Zahnpasta für die Zunge" benutzt. Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2012 legt nahe, dass solche Gele – gemeinsam mit einer Zungenreinigung – gegen Mundgeruch helfen.

Helfen Mundspülungen gegen Mundgeruch?

Kosmetische Mundspülungen aus der Drogerie können – zusätzlich zu einer gründlichen und regelmäßigen Zahnreinigung – helfen, Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Damit können Mundspülungen auch dazu beitragen, Mundgeruch zu bekämpfen oder vorzubeugen, weil sie seine Ursachen beseitigen.

Wenn Sie möchten, können Sie deshalb ergänzend zu den genannten Ratschlägen auf eine Mundspülung zurückgreifen. Auch wenn der "frische Atem", den die kosmetischen Spülungen versprechen, meistens nur von kurzer Dauer ist, so können die enthaltenen Stoffe – wie Fluorid – doch auch längerfristig gegen die Ursachen von schlechtem Atem wirken.

Welche Mundspülung wir empfehlen? ÖKO-TEST hat zuletzt rund 20 kosmetische Mundspülungen gegen Karies, Plaque und/oder Zahnfleischprobleme ins Labor geschickt – nicht alle Wirkstoffe erwiesen sich dabei als unproblematisch. Hier erfahren Sie mehr über den Test:

Tipp: Mundspülung im Test – einige beliebte Marken nur "mangelhaft"

Mundgeruch am Morgen? Kein Grund für Sorgen

Unbedenklich und vollkommen normal ist übrigens schlechter Atem am Morgen. Da nachts weniger Speichel produziert und nichts getrunken wird, lagert sich während des Schlafs vermehrt Plaque auf den Zähnen ab. Werden die Beläge nach dem Aufstehen mit Bürste und Zahnseide entfernt, haben die darin enthaltenen Mikroorganismen kaum eine Chance, Mundgeruch zu verursachen.

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