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Legionellen: Warum Sie nach dem Urlaub die Wasserhähne laufen lassen sollten

Autor: dpa / Redaktion (lp) | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 08.08.2022

Den Wasserhahn sollten Sie laufen lassen, wenn Sie nach längerer Zeit wieder nach Hause kommen.
Foto: Shutterstock / zedspider

Sommerzeit ist Urlaubszeit: Wenn Sie nach einer längeren Reise nach Hause kommen, sollten Sie die Wasserhähne erst einmal aufdrehen und das abgestandene Wasser abfließen lassen. Das schützt Ihre Gesundheit.

Wer die Wasserhähne lange nicht aufgedreht hat, sollte das direkt tun – und nicht erst mal einen Schluck davon trinken oder direkt duschen. Der Grund für diese Maßnahme: In den Wasserleitungen könnten sich Bakterien vermehrt haben.

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub sollten Sie erst einmal das Wasser an allen Zapfstellen etwas laufen lassen, bevor Sie es nutzen, rät das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS). In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus genügt es, etwa zehn Liter ablaufen zu lassen, um das Wasser auszutauschen, das während der Abwesenheit in den Rohren gestanden hat.

Legionellen: Ab 25 Grad fühlen sie sich richtig wohl

Legionellen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad Celsius. Gerade in stehendem Wasser kann es zu einer erhöhten Konzentration der Bakterien kommen. In belasteten Anlagen können sich Menschen zum Beispiel beim Duschen oder Reinigen am Waschbecken infizieren, indem sie feinste Wassertröpfchen einatmen.

Die Ansteckungsgefahr beim Trinken von belastetem Wasser ist geringer, aber ausgeschlossen ist eine Infektion nicht. Das Wasser müsste beim Verschlucken versehentlich über die Luftröhre in die Lunge gelangen, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Symptome einer Legionellen-Infektion

Eine Legionellen-Infektion äußert sich als eine Form von Lungenentzündung mit Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, schwerem Krankheitsgefühl und hohem Fieber. Auch Durchfall oder Verwirrtheitszustände sind möglich. Man spricht dabei von der Legionärskrankheit oder Legionellen-Pneumonie. Wird diese nicht oder falsch behandelt, verläuft die Lungenentzündung häufig schwer. Bei korrekter Behandlung bestehen gute Heilungsaussichten, so die BZgA.

Das Pontiac-Fieber kann ebenfalls durch Legionellen verursacht werden, mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, aber nicht in einer Lungenentzündung. Diese Erkrankung heilt meist von selbst innerhalb einer Woche aus.

Abfließendes Wasser zum Gießen benutzen

Einen Tipp zur Vermeidung solcher Infektionen hat das IFS noch für alle Nachbarn, Verwandte und Freunde, die während der Abwesenheit der Bewohner das Haus in der Zeit betreuen und die Pflanzen gießen. Sie können Wasser an einer Zapfstelle abfüllen, die weit von der Hauptwasserversorgung entfernt liegt.

Dadurch wird das Wasser in einem großen Bereich der Versorgungsleitungen immer wieder bewegt, dies kann das Wachstum der Legionellen unterbinden. Bei einem Einfamilienhaus ist das zum Beispiel meist das Badezimmer im obersten Stockwerk.

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