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Gefährliche Eichenprozessionsspinner wieder aktiv: So schützen Sie sich

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 30.06.2020

Gefährliche Eichenprozessionsspinner wieder aktiv: So schützen Sie sich
Foto: Mushy, OlegD / stock.adobe.com

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind klein, aber gefährlich: Ihre hochgiftigen Haare können bei Mensch und Tier starke allergische Reaktionen auslösen. Durch den Klimawandel breitet sich der Schädling immer weiter aus.

  • Durch die giftigen Brenn­haare der Raupen des Eichen­prozessions­spinners drohen allergische Reaktionen bis hin zu einm allergischen Schock.
  • Die feinen Haare brechen leicht und können mit dem Wind über hunderte Meter hinweg verbreitet werden.
  • Der Eichen­prozessions­spinner liebt es warm, der Klimawandel begünstigt seine Ausbreitung.

Wie gefährlich ist der Eichenprozessionsspinner?

Eigentlich sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners ganz harmlos aus. Wären da nicht ihre Brennhaare, die lebensgefährlich werden können. Gefährlich ist nur die gräuliche Raupe des unscheinbaren Nachtfalters, nicht der Falter selbst.

Die giftigen Haare, die das Nesselgift Thaumetopein enthalten, können Reaktionen wie starken Ausschlag, Juckreiz, entzündliche Hautreaktionen, Augenreizungen, Fieber und Schwindel auslösen. Beim Einatmen der feinen, fast unsichtbaren Härchen können Atembeschwerden wie Bronchitis und Asthma auftreten. Im Extremfall kann der Kontakt mit den Brennhaaren sogar zu einem allergischen Schock führen.

Das Problem: Die bis zu 500.000 Brennhaare pro Raupe sind nicht nur beim Berühren des Insekts gefährlich. Die Haare brechen leicht und können durch den Wind über viele hundert Meter hinweg verbreitet werden. Im Frühsommer ist die Nachtfalter-Raupe besonders aktiv, am kritischsten ist die Zeit von Ende Mai bis Ende Juni. In diesem Zeitraum verlieren die Insekten die meisten Haare, die dann vom Wind verteilt werden.

Der Spinner galt schon fast als ausgestorben, jetzt breitet er sich in Deutschland wieder rasant aus. Schuld daran sei der Klimawandel, so der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Der Spinner liebt warme und trockene Regionen.

Warnung vor Eichenprozessionsspinnern: Im Juni ist die Gefahr am größten
Warnung vor Eichenprozessionsspinnern: Im Juni ist die Gefahr am größten (Foto: CC0 / Pixabay / planet_fox)

Wie Sie den Eichenprozessionsspinner erkennen

Die Raupen sind anfangs gelblich-braun und verfärben sich dann ins Gräulich-Schwarze. In späteren Entwicklungsstadien ist auf dem Rücken der Raupe ein brauner Streifen zu sehen. Ihr vier bis fünf Zentimeter langer Körper ist überall mit Brennhaaren bedeckt. 

Die Schädlinge ziehen in großen Gruppen durch die Bäume und fressen sie kahl. Wenn sie nachts auf Futtersuche gehen, bilden sie meterlange Ketten – daher der Name Prozessionsspinner. Die typischen Nester des Schädlings bedecken häufig ganze Baumkronen. Deren weißen Gespinste hängen am Stamm von allen Eichen-Arten. 

Eichenprozessionsspinner sind eine Gefahr für Wald und Mensch
Eichenprozessionsspinner sind eine Gefahr für Wald und Mensch (Foto: CC0 / Pixabay / LeeleeUusikuu)

Tipps für den Schutz vor dem Eichenprozessionsspinner

"Wer Nester des Eichenprozessionsspinner entdeckt, sollte sie umgehend dem zuständigen Gesundheits- oder Gartenamt oder im Wald den Forstämtern melden", rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Nester oder Raupen sollten Sie auf keinen Fall berühren. Bei Verdacht auf einen Gifthaarkontakt können folgende Maßnahmen helfen:

  • Kleidung umgehend im Freien wechseln.
  • Schuhe nass reinigen.
  • Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebstreifen entfernen.
  • Gründlich duschen und Haare waschen.
  • Augen mit klarem Wasser ausspülen.
  • Hunde baden.
  • Bei Hautreaktionen sollte der Hausarzt aufgesucht werden, beim Atemnot sofort den Rettungsdienst alarmieren.

Eichenprozessionsspinner auch für Hunde und Katzen gefährlich

Das Fell von Hund und Katze ist zwar ein guter Schutz vor den Haaren der Spinner, aber Schnauze und Schleimhäute sind gefährdet. Vor allem Hunde sind beim Herumschnüffeln in Gefahr. Für sie kann das Gift der Raupe besonders schnell bedrohlich werden und schwere allergische Reaktionen auslösen. Zunge und Lefzen können stark anschwellen, der Hund kann Atemprobleme bekommen.

Bei Symptomen bei Hunden und Katzen sollten Sie die betroffene Stelle mit klarem Wasser abspülen, kühlen und im Zweifel einen Tierarzt aufsuchen.

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