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Die Grippewelle ist da: So schützen Sie sich vor Grippe

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 06.02.2019

Die Grippewelle ist da: So schützen Sie sich vor Grippe
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Qimono)

Die Zahl der Grippe-Erkrankten steigt an. Das zeigt die aktuelle Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI). Wie kann man sich vor der Grippe schützen? Und für wen macht die Impfung jetzt noch Sinn?

Die Grippewelle hat begonnen: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind die Zahlen aktuell noch relativ moderat. Dennoch zählt das RKI bereits 20 Todesfälle. Lesen Sie hier, was Sie jetzt über Grippe wissen müssen und wie sie sich optimal schützen. Zwar sind nach der schweren Grippewelle im vergangenen Jahr mit geschätzt neun Millionen Arztbesuchen und knapp 1.700 Toten  inzwischen mehr Menschen gegen Grippe geimpft. Doch wie sich die diesjährige Infektionswelle entwickeln wird, lässt sich noch nicht abschätzen.

Erkältung oder Grippe? Was sind die Unterschiede?

Wer hustet, schnieft und sich unfit fühlt, spricht schnell von einer Grippe. Meist handelt es sich dabei aber nur um eine einfache Erkältung, einen grippalen Infekt. So können Sie die beiden Infektionskrankheiten unterscheiden:

Eine Grippe beginnt nicht schleichend, sondern Husten, Halsweh und Schnupfen schlagen plötzlich zu. Innerhalb weniger Stunden fühlt man sich richtig krank. Hohes Fieber und starke Gliederschmerzen sind oft Begleiter einer Grippe, bei einer Erkältung tritt nur leichtes Fieber auf. Grippe ist keine harmlose Erkrankung, das zeigen die dramatischen Zahlen des vergangenen Jahres. Eine "richtige" Grippe dauert meist zwei bis drei Wochen, eine "normale" Erkältung in der Regel sieben Tage.

Symptome einer Grippe

  • Husten, Halsweh und Schnupfen kommen abrupt, die Symptome verschlechtern sich schnell.
  • Hohes Fieber
  • Starke Gliederschmerzen
  • Die Grippe wirkt sich auf den ganzen Körper aus: Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl zählen zu den Symptomen einer echten Virusgrippe.
  • Bei Babys und Kleinkindern können auch Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Symptome einer Erkältung

  • Husten, Halsweh und Schnupfen treten nicht miteinander, sondern nacheinander auf und werden zunehmend, aber langsam schlechter.
  • Leichtes Fieber
  • Leichte Gliederschmerzen sind möglich.

Was ist bei einer Grippe zu tun?

Gehen Sie beim Verdacht auf Grippe in jedem Fall zum Arzt. Eine Grippe ist eine ernstzunehmende Krankheit, mit der man sich keinesfalls zur Arbeit schleppen, sondern das Bett hüten sollte.

Bei Grippe werden in erster Linie die Symptome bekämpft. Zum Beispiel durch fiebersenkende Schmerzmittel, Wadenwickel und Inhalieren. Darüber hinaus steht das rezeptpflichtige Tamiflu zur Verfügung.  Allerdings bezweifeln Experten die Wirksamkeit des Mittels. Nach einer Analyse von Cochrane-Wissenschaftlern vermag das Medikament allenfalls die Dauer von Grippesymptomen um einen halben Tag zu verkürzen, nicht jedoch die Zahl der Krankenhauseinweisungen zu verringern. Antibiotika sind bei einer Grippe wirkungslos. Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Erkrankungen – sowohl die Grippe wie auch eine Erkältung werden aber durch Viren verursacht.

Wie kann ich eine Ansteckung mit Grippe vermeiden?

Grippeviren werden durch Tröpfchen-Infektion übertragen. Deshalb gilt:

  • Regelmäßig und gründlich die Hände waschen. Und zwar mit Seife und mindestens 20 Sekunden lang.
  • Möglichst wenig ins Gesicht fassen.
  • Möglichst viel Abstand zu Mitmenschen halten, wenn möglich auch in öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Auf Händeschütteln und Umarmungen verzichten.
  • Die Immunabwehr zu stärken, schadet in keinem Fall. Das heißt: viel frisches Obst und Gemüse, ausreichend Sport, Wechselduschen und frische Luft! Auch ausreichend Schlaf ist gut fürs Immunsystem.

Für wen macht eine Grippeimpfung Sinn?

Da die jährliche Infuenzawelle meist Anfang des Jahres beginnt, empfiehlt die Stiko die Impfung für Oktober oder November. Aber auch während der Grippewelle kann es sinnvoll sein, sich impfen zu lassen. Bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, dauert es allerdings bis zu zwei Wochen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung folgenden Gruppen:

  • Schwangeren ab dem vierten Monat
  • Kindern und Erwachsenen mit einer Immunschwäche oder einer chronischen Erkrankung
  • Bewohnern von Alten- oder Pflegeheimen
  • medizinischem Personal
  • Menschen, die viel Kontakt mit Risikogruppen haben
  • Menschen, die generell viel Publikumsverkehr haben

Darüber hinaus rät die Stiko allen gesunden Erwachsenen, die über 60 Jahre alt sind, zur Grippeimpfung. Ihre Begründung: „Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, dass eine Influenza-Erkrankung bei ihnen einen schweren Verlauf nimmt, zu Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkt führt oder sogar tödlich verläuft.“

Dieses Jahr bezahlen die Krankenkassen den Vierfachimpfstoff. 2017/2018 war das nicht der Fall, nur die Kosten für die nachweislich weniger wirksame Dreifachimpfung wurden übernommen. Der diesjährige Vierfach-Impfstoff schützt vor zwei Typen des A-Virus und zwei Typen des B-Virus. 

In vielen Arztpraxen und Apotheken ist der Impfstoff aber nur noch mit viel Glück zu haben. Dazu zählen laut Welt.de die Länder Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Schleswig-Holstein.

Quelle: RKI / Influenza.rki.de

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