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Coronavirus vorbeugen? Was Sie dazu wissen müssen

Autor: Brigitte Rohm | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 14.02.2020

Coronavirus vorbeugen? Was Sie dazu wissen müssen
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash

Mit dem Coronavirus sind in Deutschland mittlerweile 16 Personen infiziert. Hier erfahren Sie, ob und wie Sie sich vor einer möglichen Infektion schützen können.

Ende Januar wurde der erste Fall din Deutschland bestätigt: Ein Mann aus Bayern hat sich mit dem neuartigen Virus infiziert. Mittlerweile sind 16 Personen mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 12.2.2020). In China liegt die Zahl der Infizierten bei 42.000 Menschen, mehr als 1.000 sind an der Krankheit gestorben.

Dennoch ist die Gefahr, sich in Deutschland mit der neuartigen Atemwegserkrankung aus China anzustecken, weiterhin gering – laut aktuellen Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn Sie von einer Reise aus den Risikogebieten zurückkehren und innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Atemwegsprobleme oder Fieber entwickeln. Wie Sie sich in einem konkreten Verdachtsfall verhalten sollten, erklärt das Bundesministerium für Gesundheit in einer Mitteilung.

Coronavirus: Ansteckungsgefahr und Übertragungswege

Die Datenlage zum Coronavirus (2019-nCoV) reicht laut des Gesundheitsministeriums noch nicht aus, um eine genaue Aussage zur Ansteckungsgefahr zu treffen. Experten schätzen aber, dass es weniger ansteckend sei als etwa Masern oder eine Grippe (Influenza). Dabei gab es bereits Fälle, in denen Menschen sich bei Personen angesteckt haben, die nur unspezifische Symptome gezeigt hatten. 

Zu den Symptomen zählen hauptsächlich Fieber sowie Husten, Schnupfen und Halskratzen, einige Patienten haben Atemschwierigkeiten. Bei einem schweren Verlauf kann das Virus zu einer Lungenentzündung führen. Das RKI schreibt, dass einige Betroffene auch an Durchfall leiden. Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung – beträgt nach derzeitigem Informationsstand bis zu 14 Tage.

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Während einer Pressekonferenz erklärte Martin Hoch, Leiter der bayerischen Taskforce Infektiologie: "Wenn man ein längeres Gespräch führt, so etwa 15 Minuten, ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit am höchsten." Der "längere Face-to-Face-Kontakt" sei deshalb kritisch, weil es sich wohl primär um eine Tröpfcheninfektion handle. 

Wie gefährlich sind Pakete aus China?

Wer bei Amazon und Co. bestellt, bekommt häufig Pakete aus China. Sorgen, sich dabei möglicherweise mit dem Coronavirus zu infizieren, sind jedoch unbegründet.

Das RKI teilt mit, eine Übertragung über unbelebte Oberflächen sei bisher nicht dokumentiert: "Eine Infektion mit dem 2019-nCoV über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie z.B. importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, erscheint daher unwahrscheinlich."

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO betont, es sei sicher, Pakete und Briefe aus China anzunehmen: Aus früheren Analysen wüssten wir, dass Coronaviren nicht lange auf Gegenständen überleben. Die WHO bemüht sich derzeit auch, mit einer Kampagne über das Virus aufzuklären – um den kursierenden Mythen und Falschmeldungen etwas entgegenzusetzen. 

So können sie sich vor dem Coronavirus schützen 

Grundsätzlich gilt: Es werden die gleichen Schutzmaßnahmen wie zur Vermeidung von Grippe empfohlen.

  • Halten Sie Abstand zu Erkrankten.
  • Achten Sie auf eine gute Handhygiene: Waschen Sie gründlich und häufig Ihre Hände – auch die Handgelenke, Fingerzwischenräume und das Nagelbett – und trocknen Sie sie danach gründlich ab. Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, empfiehlt, mindestens 20 Sekunden die Hände zu waschen – und gibt einen Tipp: "Man muss dafür nicht auf die Uhr sehen. Einfach zweimal das Lied ‘Happy Birthday’ summen, das entspricht 20 Sekunden."
  • Befolgen Sie die "Nies- und Hustenetikette": Verwenden Sie Einmaltaschentücher, niesen Sie nicht in die Hände, und drehen Sie sich von anderen Menschen weg. Lothar H. Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts, riet auf einer Pressekonferenz, "in die Armbeuge zu niesen und einen Meter Abstand zu halten”.
  • Auch eine Impfung gegen Grippe ist laut Wieler noch sinnvoll. 

Lesen Sie auch: Die Grippewelle ist da: So schützen Sie sich vor Grippe

Wer befürchtet, mit den Virus in Kontakt gekommen zu sein, kann ergänzend auch zu einem Desinfektionsmittel greifen. Als geeignet nennt das RKI Mittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid". 

Ist ein Mundschutz gegen den Virus sinnvoll?

Immer mehr Menschen greifen auch zu Atemschutzmasken, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Bernd Salzberger, Chef der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, hält diese Maßnahme allerdings für "vollkommen unsinnig". Ein solcher Mundschutz sei nur sinnvoll, wenn man als Erkrankter andere Menschen vor einer Ansteckung schützen möchte – der Schutz vor einer Infektion von außen sei damit aber "sehr, sehr schlecht", wie der Experte der dpa mitteilte.

Die Bilder aus China sollten dabei keinen falschen Eindruck erwecken: Zum einen werde der Mundschutz dort ohnehin sehr oft getragen, auch wegen der Luftverschmutzung. Zum anderen verwies Lars Schaade, der Vizepräsident des RKI kürzlich darauf, dass es in Asien "in gewisser Weise ein Akt der Höflichkeit" sei, einen Mundschutz zu tragen, wenn man selbst krank sei.

Auch das RKI schreibt, es gebe "keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert."

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