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Coronavirus: Worauf Sie beim Einkaufen achten sollten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 01.04.2020

Coronavirus: Worauf Sie beim Einkaufen achten sollten
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Alexas_Fotos

Größeren Menschenansammlungen begegnen wir derzeit nur im Supermarkt. Die Angst, sich beim Einkauf über das Berühren des Einkaufswagens, über das Anfassen von Waren und Geldscheinen oder über den Kontakt mit hustenden Mitmenschen mit dem Coronavirus zu infizieren, wächst. So können Sie sich beim Einkaufen in Zeiten der Pandemie schützen. Plus: Tipps für den Ostereinkauf

  • Auf Kunststoff können Coronaviren bis zu drei Tage überleben, allerdings bislang nur unter Laborbedingungen.
  • Hauptübertragungsweg ist immer noch die Tröpfcheninfektion (über Speichel, der beim Niesen, Husten, Sprechen ausgestoßen wird), nicht die Kontakt- oder Schmierinfektion (über Oberflächen, Händedruck o.ä.).
  • Virologen schätzen das Infektionsrisiko über Oberflächen im Alltag deshalb als eher gering ein.
  • Wichtig ist aber gute Handhygiene nach dem Einkauf.

Je größer die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wird, umso stärker wird die Sorge, sich beim Einkaufen oder an anderen Stellen im öffentlichen Raum mit dem Virus zu infizieren. Und auch rein statistisch wächst die Wahrscheinlichkeit, im Supermarkt oder bei der Post auf infizierte Menschen zu treffen.

Beim Einkaufen kommt man kaum umhin, den Einkaufswagen, die Griffe von Kühlschränken und Tiefkühltruhen oder auch Geld beziehungsweise das Kartenlesegerät zu berühren. Wir sagen Ihnen, was Sie beim Einkaufen beachten sollten, um sich bestmöglich zu schützen.

Einkaufen in Corona-Zeiten

Laut einer amerikanischen Studie können Coronaviren auf Kunststoff und Edelstahl bis zu drei Tage überleben, auf Papier bis zu zwei Tage. Die Ergebnisse der Laborstudie lassen sich aber nicht unbedingt auf den Alltag beim Einkaufen übertragen, beruhigen Virologen.

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die Virusmenge im Alltag deutlich kleiner ist als bei Tests im Labor. So gibt auch der Virologe Christian Drosten in seinem Podcast zu bedenken, dass wir im Alltag meist nur sehr geringen Mengen des Virus begegnen.

Laut den US-amerikanischen Centers of Disease and Prevention (CDC) besteht allerdings eine geringe Gefahr, wenn man sich nach dem Berühren einer kontaminierten Fläche sofort im Gesicht berührt. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) ist der Meinung, dass eine Schmierinfektion über Oberflächen und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich ist. Das RKI geht jedoch davon aus, dass die Tröpfcheninfektion (also die Übertragung des Virus durch Speichel beim Husten oder Niesen) der Hauptübertragungsweg sei. Wichtig ist deshalb eine gute Handhygiene mit regelmäßigem Händewaschen.

Gründlich Händewaschen ist und bleibt die wichtigste Hygiene-Regel.
Gründlich Händewaschen ist und bleibt die wichtigste Hygiene-Regel. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / ivabalk)

Corona: Hygiene-Regeln im Supermarkt 

  • Erstellen Sie einen Einkaufsplan, und überlegen Sie genau, was Sie die nächsten Tage benötigen. So müssen Sie nicht jeden Tag aufs Neue losziehen.
  • Kaufen Sie nicht zu Stoßzeiten ein. Um die Mittagszeit und kurz nach Feierabend sind die Läden meistens besonders voll.
  • Halten Sie, sofern möglich, den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ein.
  • Bringen Sie eine eigene Tasche mit.
  • Nehmen Sie unverpacktes Obst und Gemüse nur in die Hand, wenn Sie es kaufen wollen.
  • Auf Riechtests bei frischem Obst sollten Sie vorsichtshalber verzichten.
  • Fassen Sie sich während und nach dem Einkaufen nicht ins Gesicht, bis sie Ihre Hände gründlich gewaschen haben.
  • Desinfizieren Sie nach Möglichkeit Ihre Hände, wenn Sie den Einkaufswagen zurückgestellt haben. So vermeiden Sie es, Viren auf das Lenkrad des Autos oder den Fahrradlenker zu übertragen.
  • Zu Hause sollten Sie als Erstes Ihre Hände gründlich waschen.
  • Doppelt hält besser: Waschen Sie die Hände nach dem Ausräumen der Einkaufstaschen am besten nochmals.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich vor dem Verzehr.

Wir beantworten Ihnen wichtige Fragen zum Schutz vor dem Coronavirus:

Ist ein Mundschutz sinnvoll?

Zunächst hieß es, es sei nicht sinnvoll oder notwendig, einen Mundschutz oder eine Atemmaske zu tragen. Sie schützt nur andere vor einer Ansteckung, wenn man selbst infiziert ist.

Inzwischen sprechen sich Virologen wie Christian Drosten oder Alexander Kekulé aber dafür aus, dass in den nächsten Wochen möglichst viele Menschen in der Öffentlichkeit einen Mundschutz tragen sollten. Auch Prominente rufen unter dem Hashtag #maskeauf zum Verhüllen von Mund und Nase auf, um andere zu schützen.

"Neuere Daten aus Hongkong zeigen, dass das reine Tragen dieser Masken doch einen erheblichen Effekt hat, um die Krankheit unter Kontrolle zu bringen", sagte Kekulé in seinem Podcast. Ein einfacher Mundschutz für alle werde vor allem dann wichtig, wenn das normale Leben wieder hochgefahren werde, um Risikogruppen zu schützen.

Inzwischen hat auch das Robert-Koch-Institut (RKI) den Nutzen von Masken zugestanden, selbst wenn diese nur selbstgebastelt sind. "Es ist zu vermuten, dass auch Behelfsmasken das Risiko verringern können, andere anzustecken", heißt es seit 1. April beim RKI, auch wenn eine solche Schutzwirkung bisher nicht wissenschaftlich belegt sei.

Wenn Sie möchten, können Sie beim Einkaufen auch beispielsweise einen Schal oder ein Tuch über den Mund ziehen. Beides kann zudem verhindern, dass Sie sich versehentlich im Gesicht berühren. 

Sind Einmal-Handschuhe hilfreich?

Ja und nein. Auch Handschuhe helfen nur unter der Voraussetzung, dass man sich mit ihnen nicht ins Gesicht fasst, nachdem man eine kontaminierte Fläche berührt hat. Allerdings halten die ungewohnten Handschuhe an den Händen eher davon ab, sich unbewusst an Nase, Mund oder Augen zu berühren.

Wenn Sie Einmal-Handschuhe verwenden: Berühren Sie beim Ausziehen nicht die Außenseite der Handschuhe, und werfen Sie sie nach Gebrauch direkt in den Mülleimer.

Nicht nur in Corona-Zeiten: Obst und Gemüse muss vor dem Verzehr gewaschen werden!
Nicht nur in Corona-Zeiten: Obst und Gemüse muss vor dem Verzehr gewaschen werden! (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / raggio5)

Kann das Coronavirus über Lebensmittel übertragen werden? 

Bei importierten Waren (egal ob Lebensmittel oder Gegenstände) ist eine Infektion "unwahrscheinlich", so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) rät: "Obwohl eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel oder importierte Produkte unwahrscheinlich ist, sollten beim Umgang mit diesen die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachtet werden. Da die Viren hitzeempfindlich sind, kann das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden."

Kann das Coronavirus über Geld übertragen werden?

In immer mehr Läden heißt es zurzeit: "Bitte mit Karte bezahlen". Der Verzicht auf Bargeld soll Kunden und Verkäufer schützen. Denn rein theoretisch ist es möglich, sich über Banknoten mit dem Coronavirus zu infizieren. Ob die Virusmenge auf Geldnoten und Münzen für eine Infektion überhaupt ausreicht, ist aber unklar. Virologen gehen davon aus, dass Geld kein besonderes Ansteckungsrisiko darstellt.

Und auch wer mit Karte bezahlt, kommt um Berührungen nicht umhin: Er muss die Geheimnummer eingeben oder mit einem Stift oder dem Finger unterschreiben. Nur beim vollständig kontaktlosen Bezahlen mit Karte oder Smartphone können keine Viren oder Bakterien übertragen werden.

So helfen Geschäfte, das Risiko zu minimieren

  • Viele Ladeninhaber lassen nur noch eine bestimmte Anzahl von Kunden in den Laden, um zu vermeiden, dass das Gedränge zu groß wird und der empfohlene Mindestabstand nicht mehr eingehalten werden kann.
  • In Corona-Zeiten nicht angebracht, obwohl sonst sehr sinnvoll: Eigene Behälter bei der Wurst- oder Käsetheke befüllen lassen oder den Kaffee im eigenen Thermobecher mitnehmen.
  • Viele Geschäfte haben zum Schutz von Kunden und Verkäufern Abstandsmarkierungen am Boden angebracht und Plexiglasscheiben vor den Kassen installiert.
  • Einige Supermärkte testen gesonderte Einkaufszeiten für besonders gefährdete Menschen wie beispielsweise Senioren.

Tipps für den Ostereinkauf

Vor lauter Corona-Virus rückt Ostern dieses Jahr ein bisschen in den Hintergrund. Aber auch dieses Jahr steht für die meisten für die Ostertage ein größerer Einkauf an. Supermärkte appellieren an die Kunden, frühzeitig einzukaufen.

Vor Versorgungsengpässen muss niemand Angst haben: "Die Warenversorgung ist gesichert. Unsere Märkte werden mehrfach täglich mit frischer Ware beliefert", beruhigt real CEO Henning Gieseke. Sein Tipp: Nicht erst Gründonnerstag für den Großeinkauf losziehen, sondern am besten ein paar Tage früher. Wie bereits in den Jahren zuvor, ist auch in diesem Jahr damit zu rechnen, dass in der Woche vor Ostern deutlich mehr Menschen einkaufen gehen werden. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und den damit verbundenen behördlichen Vorgaben müssen längere Wartezeiten, zum Beispiel vor den Märkten oder an den Kassen, eingerechnet werden.

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