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Corona-App zeigt rot: Kein Anspruch mehr auf PCR-Test

Autor: Hannah Pompalla (mit Material von dpa) | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 14.02.2022

Wer eine rote Warnmeldung erhält, hat nun keinen Anspruch mehr auf einen kostenlosen PCR-Test.
Foto: penofoto/Shutterstock

In der Omikron-Welle passiert es schnell, dass die Corona-Warn-App auf rot springt. Dann heißt es, handeln. Betroffene bekommen nun aber zunächst keinen kostenlosen PCR-Test mehr. Zur Entlastung der Labore gibt es erstmal einen Schnelltest.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Letztes Update: 14. Februar 2022

Die Corona-Warn-App ist eine wichtige Hilfe, um die Infektionsketten nachzuverfolgen. Denn sie alarmiert Nutzer, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Sie schlägt bei Usern an, die für mindestens neun Minuten und bei weniger als zwei Metern Abstand einem Menschen begegnet sind, der sich später infiziert und das der App mitgeteilt hat.

Zeigt die App rot, heißt das zwar nicht, dass man sich zwangsläufig angesteckt hat. Dennoch ist Handeln gefragt. Denn es besteht ein "erhöhtes Risiko", sich angesteckt zu haben. 

Rote Warnmeldung: Das ist zu tun

Wird eine rote Warnmeldung in der App angezeigt, gibt sie erste Hinweise, was nun zu tun ist. Falls möglich, soll der Betroffene nach Hause gehen beziehungsweise dort bleiben und Kontakte vermeiden. Das gilt auch für Geimpfte und Geboosterte. Angesichts der hochansteckenden Omikron-Variante ist die freiwillige Selbstquarantäne sinnvoller denn je. 

Achten Sie darauf, ob Sie Symptome zeigen. Fühlen Sie sich krank, sollten Sie Rücksprache mit Ihrer Hausarztpraxis oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefonnummer 116 117) halten. Im telefonischen Gespräch wird das individuelle Infektionsrisiko ermittelt und das weitere Vorgehen abgestimmt.

Zudem sollten Sie sich in jedem Fall testen lassen, auch wenn Sie keine Symptome haben. Gehen Sie dafür am besten in ein Testzentrum.

Einen PCR-Test gibt es jetzt nur noch, wenn ein positiver Schnelltest vorliegt.
Einen PCR-Test gibt es jetzt nur noch, wenn ein positiver Schnelltest vorliegt. (Foto: Prostock-studio/Shutterstock)

PCR-Test jetzt nur nach positivem Schnelltest

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen in der Omikron-Welle hat die Bundesregierung beschlossen, die Testkapazitäten noch gezielter einzusetzen. Dadurch sollen die Labore entlastet werden. Die Teststrategie wurde daher angepasst; am Samstag (12.02.2022) sind die neuen Regeln in Kraft getreten.

Demnach gibt es die besonders genauen PCR-Tests jetzt nur noch nach einem positiven Antigen-Schnelltest von einer Teststelle. Eine rote Warnmeldung in der Corona-Warn-App reicht nicht mehr aus, um einen kostenlosen PCR-Test zu bekommen, denn auch hier wird ein positiver Antigen-Schnelltest benötigt. Schon vor Inkraftreten der neuen Teststrategie hatten die User bei einer roten Kachel nur einen "grundsätzlichen" und keinen strikten Anspruch auf einen PCR-Test.

Bei Labor-Auswertungen sollen PCR-Tests von Risikopatienten und Menschen in Einrichtungen wie Pflegeheimen, Praxen, Kliniken und Rettungsdiensten vorrangig zum Zuge kommen. Aber auch sie müssen zunächst einen positiven Antigen-Schnelltest vorlegen.

Warn-App: Risikoermittlung beim Test abschalten

Bevor Sie in ein Testzentrum gehen, sollten Sie die Risikoermittlung der Warn-App kurzzeitig ausschalten, empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Denn dort ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in der Schlange auch Menschen stehen, die positiv getestet werden und das auch in ihrer Warn-App eintragen.

Das könnte zu einer weiteren Warnmeldung führen und somit zu einem Teufelskreis: Sie gehen erneut ins Testcenter, stoßen wieder auf einen Infizierten, die App zeigt wieder rot, und so weiter. Das kann jedoch zu einer unnötigen Überlastung der Teststellen führen.

Deswegen ist es besser, die Risikoermittlung vorübergehend abzuschalten. Das geht am schnellsten, indem Sie die dafür benötigte Blutetooth-Funktion deaktivieren. Denken Sie nach dem Besuch der Teststation aber daran, die Risikoermittlung wieder anzuschalten. Schließlich kann die App Sie nur dann über einen "echten" Risikokontakt informieren.

Nutzer der Corona-Warn-App sollten die Risikoermittlung vor dem Gang zum Testcenter abschalten, um einen Warnungs-Teufelskreis zu vermeiden.
Nutzer der Corona-Warn-App sollten die Risikoermittlung vor dem Gang zum Testcenter abschalten, um einen Warnungs-Teufelskreis zu vermeiden. (Foto: Petra Weishaar/Shutterstock)

PCR-Test-Ergebnis zu Hause abwarten

Ist ihr Schnelltest positiv, muss dieser durch einen PCR-Test bestätigt werden. Dafür können Sie entweder wieder in ein Testzentrum gehen oder aber einen Arzt aufsuchen. Danach sollten Sie zu Hause bleiben und Kontakte meiden. Geben Sie Ihren Kontaktpersonen über die mögliche Infektion Bescheid, damit diese ebenfalls vorsichtig handeln können. Machen Sie das am besten schon dann, sobald Sie die rote Warnmeldung auf dem Smartphone sehen. 

Fällt auch der PCR-Test positiv aus, müssen sich Betroffene in häusliche Isolation begeben und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Die Isolation endet nach zehn Tagen, sofern Sie die letzten 48 Stunden symptomfrei waren. Sie können sich frühestens nach sieben Tagen mit einem zertifizierten Antigen-Schnelltest "freitesten" – ebenfalls unter der Voraussetzung, dass Sie mindestens 48 Stunden vor dem Test keine Symptome hatten.

Übrigens: Die Corona-Warn-App schaltet sich erst am 15. Tag nach der Risikobegegnung wieder auf grün, egal ob man bereits ein negatives Testergebnis hatte oder nicht.

Weiterlesen: Was soll ich tun, wenn der Corona-Test positiv ist?

Wegen Omikron: Wird die App angepasst?

Die Corona-Warn-App gilt als ein wichtiges Hilfsmittel zur Bekämpfung der Pandemie. Die Parameter für die Risikobegegnung wurden zuletzt im April 2021 angepasst. 

Man könnte sich daher fragen, ob die hohe Ansteckungsrate von Omikron nicht eine weitere Anpassung notwendig macht. Aktuell ist das allerdings nicht geplant. In einem Blogartikel der Corona-Warn-App werden dafür auch technische Gründe genannt. Das Projektteam der App prüfe aber weiterin, ob eine Anpassung notwendig ist und falls ja, wie eine zukünftige Anpassung aussehen könnte.

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