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Cellulite: Was hilft wirklich dagegen?

Autor: Online-Redaktion ÖKO-TEST | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 24.07.2020

Die allermeisten Frauen leiden an Cellulite - Sport und eine gesunde Ernährung können die Dellen verringern.
Foto: Shutterstock / eldar nurkovic

Die meisten Frauen kennen sie und würden sich gerne von ihr verabschieden: Cellulite. Wir verraten, wie Sie die Dellen an Oberschenkeln, Bauch und Po wirkungsvoll bekämpfen – und was definitiv nicht gegen Cellulite hilft.

  • Fast keine Frau bleibt von Cellulite verschont – die Dellen an Bauch, Beinen und Po sind biologisch bedingt.
  • Es gibt keine nachweislich wirksame Therapie gegen Cellulite.
  • Sport, eine gesunde Ernährung und Zigarettenverzicht helfen jedoch dabei, die Cellulite zu verringern.

Cellulite, auch Orangenhaut genannt, ist ein vorwiegend weibliches Problem. Denn eingedellte Haut an Oberschenkeln und Po, am Bauch und an den Oberarmen betrifft fast ausschließlich Frauen. Männer haben dank ihres festeren Bindegewebes in der Regel nicht damit zu kämpfen.

80 bis 90 Prozent der Frauen hingegen plagen sich mit den mehr oder minder ausgeprägten Hautveränderungen. Das hat zunächst biologische Ursachen: Die weibliche Haut und das Bindegewebe sind wegen möglicher Schwangerschaften ohnehin auf Nachgiebigkeit und Dehnbarkeit ausgelegt. Ob und wie stark die Cellulite sichtbar ist, hängt von der Veranlagung ab. Mit zunehmendem Alter lässt die Festigkeit des Gewebes weiter nach. Die gute Nachricht: Cellulite ist keine Krankheit. Die schlechte Nachricht: Es gibt kein Mittelchen, das sie zum Verschwinden brächte.

Helfen Therapien gegen Cellulite?

Auch wenn die Kosmetikindustrie jährlich neue Produkte präsentiert, die Hilfe gegen die Beulen und Dellen versprechen: Wegcremen lässt sich die ungeliebte Orangenhaut nicht. Denn ganz gleich, welche Wirkstoffe die Cremes und Cellulitemittel enthalten: In der Unterhaut, wo das Fettgewebe lagert, kommen diese in der Regel nicht an. Und auch die vielen Anti-Cellulitis-Therapien, die es auf dem Markt gibt, bringen einem die glatte Haut nicht wirklich zurück.

Statt einer teuren Therapie empfiehlt sich Sport, zum Beispiel Joggen, um Cellulite zu mildern.
Statt einer teuren Therapie empfiehlt sich Sport, zum Beispiel Joggen, um Cellulite zu mildern. (Foto: CC0 / pixabay / skeeze)

Bekannt und beliebt ist die Lymphdrainage – eine Spezialmassage, die den Lymphfluss in Gang bringt. So können Wasseransammlungen im Gewebe über die Nieren abtransportiert werden, was die Orangenhaut schmälert. Das klappt theoretisch auch – allerdings nur, solange massiert wird. Danach kann sich das Wasser wieder von Neuem im Gewebe sammeln. Die Kosten der Behandlung sind aber überschaubar, und eine solche Massage kann wohltuend sein. Wer statt der manuellen Lymphdrainage eine Endermologie (elektrische Lymphdrainage) bucht, wird zwar etwas mehr Geld los und weiß dann, wie sich eine Vakuum-Massagegerät anfühlt – die Wirkung bleibt aber dieselbe.

Es gibt eine Vielzahl anderer Behandlungen. Längst nicht alle sind so harmlos: Bei der Cellulipolyse werden zwei Nadeln in die Haut gestochen, zwischen denen ein elektrisches Spannungsfeld erzeugt wird, was das Fettgewebe in seine Bestandteile auflösen soll. Das Risiko: Es können Narben zurückbleiben. Wer sich dagegen mit ärztlichem Segen eine Testosteronsalbe auf die Dellen schmiert, wird möglicherweise mit einem Zuwachs an Körperhaaren und einer tiefen Stimme belohnt – falls das männliche Hormon in die Blutbahn eindringt.

Fazit: Keine bekannte Therapie hilft wirklich gegen die Hügellandschaft – leider.

Wie bekämpfe ich Cellulite am besten?

Muss man sich also mit den ungeliebten Beulen abfinden? Ja und nein: Verschwinden wird vorhandene Cellulitis niemals ganz. Aber ihr Erscheinungsbild lässt sich verändern. Was hilft: eine gesunde Lebensweise und Sport. Joggen, Schwimmen, Rad fahren oder Nordic Walking lassen Fettzellen am ehesten schwinden und kräftigen das Bindegewebe. Spezielle Gymnastik für Bauch, Beine und Po baut gezielt Muskelmasse auf. Und auch Zupfmassagen fördern die Durchblutung der Haut. Diese können Sie zum Beispiel mit dem Eincremen verbinden und Ihre Haut damit verwöhnen.

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Beim Sport ist es wichtig, viel zu trinken: zwei, besser drei Liter Wasser oder Kräutertee am Tag. Viel frisches Obst und Gemüse sowie eine fettarme Ernährung verhindern zudem, dass sich mehr Fettzellen an den kritischen Stellen ansammeln. Denn wenn man insgesamt an Gewicht zunimmt, wird auch das Fettgewebe mehr – und das wiederum fördert Cellulite. Auch ständiges Zu- und Abnehmen unterstützt die Grübchen und Pölsterchen.

Ebenfalls förderlich für Cellulite: Nikotin und ausgedehnte Sonnenbäder. Also besser nicht rauchen und zu viel Sonne vermeiden. Ihre Haut wird sich darüber freuen.

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