Blutkonserven werden knapp: Drohende Verschiebung von Operationen

Autor: Benita Wintermantel / dpa | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 23.05.2022

Blutspenden ist wichtig, während der Coronakrise sind Blutkonserven knapp.
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - michellegordon2

Täglich werden in Deutschland rund 15.000 Blutspenden benötigt. Momentan werden in den nördlichen Bundesländern die Blutkonserven knapp. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ruft deshalb die Menschen bundesweit auf, Blut zu spenden. Hier finden Sie Infos und Tipps rund ums Blutspenden.

Der Vorrat an Blutkonserven in Rheinland-Pfalz und im Saarland befindet sich auf einem relativ niedrigen Niveau. "Die Tagesvorräte sinken und sind bereits seit mehreren Wochen auf sehr niedrigem Niveau", sagte Susanne von Rabenau, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Insbesondere gelte dies für die Rhesus negativen Blutgruppen (B Rh neg, A RH neg, 0 RH neg), bei denen aktuell die Patientenversorgung nicht einmal für einen halben Tag sichergestellt ist. Wünschenswert wäre eine Versorgungssicherheit von drei bis fünf Tagen.

Wird zu wenig Blut gespendet, können Unfallopfer oder Menschen, die an einer Krebserkrankung oder einer Blutbildungsstörung leiden, nicht ausreichend versorgt werden. 

Blutspenden werden kontinuierlich benötigt

Blutprodukte haben zum Teil eine geringe Haltbarkeit. Während Erythrozyten-Konzentrate bis zu sechs Wochen gelagert werden können, verfallen Thrombozyten-Konzentrate schon vier bis fünf Tage nach der Blutspende. "Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir die Lager regelmäßig mit neuen Blutspenden auffüllen können, um den Bedarf zu decken", erläutert Professor Dr. med. Hermann Eichler, erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI). Zu Blutspenden gibt es keine künstliche Alternative.

Blutspende auch in Corona-Zeiten ungefährlich

Auch in der Vergangenheit waren Blutspenden immer wieder knapp, die Corona-Pandemie hat die Lage weiter verschärft. Termine zum Blutspenden in Schulen oder Firmen konnten beispielsweise aufgrund der Corona-Auflagen nicht stattfinden. Viele Menschen meiden zudem Blutspendetermine aus Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Allerdings gelten bei den Blutspendediensten strenge Hygienevorschriften. 

Blutspenden: Das sollten Sie wissen

  • Wer Blut spenden möchte, findet Infos beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und bei kommunalen und privaten Blutspendezentren. Auch in Unikliniken und vielen Krankhäusern kann Blut oder Plasma gespendet werden.
  • In Deutschland können Menschen im Alter von 18 bis 68 Jahren Blut spenden. 
  • Frauen dürfen höchstens vier Mal, Männer höchstens sechs Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. 
  • Seit Ende November gilt auf allen Blutspendeterminen die 3G-Regelung. Blut spenden können ausschließlich Personen, die den Status geimpft, genesen oder negativ getestet (offizieller Antigen-Schnelltest bzw. offizieller Test-Nachweis des Arbeitgebers nicht älter als 24 Stunden oder PCR-Test nicht älter als 48 Stunden) vorweisen können.
  • Auch nach einer Impfung gegen das Coronavirus ist eine Spende möglich. Viele Blutspendedienste erlauben eine Blut- oder Plasmaspende schon 24 Stunden nach der Impfung. Der Impferfolg wird durch die Blut- oder Plasmaspende nicht eingeschränkt.
  • Spendewillige mit Symptomen wie Halsschmerzen, Schüttelfrost oder Husten sind dagegen nicht zur Blutspende zugelassen. 
  • Personen, die Kontakt zu einem mit COVID-19 infizierten Menschen hatten, dürfen zwei Wochen kein Blut spenden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der oder die Spendenwillige geimpft, genesen oder getestet ist. Bei Personen, die selbst infiziert waren, beträgt dieser Zeitraum vier Wochen.
  • Da eine Übertragung von Coronaviren über das Blut nicht bekannt ist, wird das Spenderblut nicht auf das Coronavirus untersucht.

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