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Aluminium: So schützen Sie sich vor Gesundheitsrisiken

Deutsche nehmen zu viel Aluminium auf

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 20.11.2019

Aluminium: So schützen Sie sich vor Gesundheitsrisiken
(Foto: Fotolia / WavebreakMediaMicro)

Deos, Zahnpasta und Lebensmittelverpackungen – Aluminium begegnet uns im Alltag an vielen Stellen. Experten haben jetzt nachgewiesen, dass wir zu viel von dem Leichtmetall aufnehmen. Das birgt Gesundheitsrisiken. Sie sollten deshalb auf Folgendes achten.

Aluminium gelangt über Lebensmittel, Kosmetika und auch Verpackungen in unseren Körper und kann, wenn zu viel davon aufgenommen wird, langfristig gesundheitliche Probleme verursachen. Die Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) haben nun erstmals untersucht, wie viel Aluminium Menschen in Deutschland aufnehmen – und zwar nicht nur über den Mund, sondern auch über die Haut.

Deutsche nehmen zu viel Aluminium auf

Das Ergebnis der Studie, veröffentlicht im Fachblatt "Archives of Toxicology": Die gesundheitlich unbedenkliche Aluminiummenge, die der Körper wöchentlich aufnehmen kann, wird in allen Altersgruppen deutlich überschritten. Besonders bei jungen Menschen ist eine hohe Aluminiumaufnahme kritisch, warnt das BfR. Das Problem von Aluminium: Ist es einmal im Körper "eingelagert", kann der Organismus es nur langsam wieder ausscheiden. Das BfR empfiehlt, die Aluminiumaufnahme aus allen vermeidbaren Quellen zu verringern, um das Gesundheitsrisiko zu reduzieren.

Da das Leichtmetall in der Erdkruste vorkommt, enthalten viele Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide, Schokolade, Tee und Kaffee in unverarbeitetem Zustand von Natur aus Aluminium. "Zudem können Aluminium-Ionen unter bestimmten Bedingungen aus Lebensmittelverpackungen oder Geschirr auf die Lebensmittel übergehen", erklärt das BfR. Weitere Aufnahmequellen sind Kosmetika wie Antitranspirantien, aluminiumhaltige Zahncremes und Sonnencremes.

Empfehlung: Aluminium nach Möglichkeit meiden 

Die Empfehlung der europäischen Lebensmittelbehörde Efsa lautet: Pro Kilogramm Körpergewicht sollte man nicht mehr als ein Milligramm Aluminium wöchentlich aufnehmen. Ein Großteil der Bevölkerung erreiche schon mit der Ernährung die Hälfte der empfohlenen Menge, so das BfR. Besonders bei Jugendlichen wurde eine hohe Aluminiumbelastung festgestellt.

Zu den Gesundheitsrisiken einer hohen Aluminiumaufnahme zählen Entwicklungsstörungen des Gehirns und der Motorik sowie Schädigungen des Nervensystems, der Nieren und der Knochen.

Die Frage, ob Deos mit Aluminium das Brustkrebsrisiko erhöhen können, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Auch für einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und Alzheimer gibt es bislang keine eindeutigen Belege. "Nach aktuellem Kenntnisstand ist ein solcher Zusammenhang unwahrscheinlich", teilt das BfR fest.

Deo-Test: Nur jedes dritte ist empfehlenswert

Hier findet sich Aluminium im Alltag

  • Alufolie
  • Backbleche
  • Grillschalen
  • In Kosmetika wie Antitranspirantien, Zahnpasta mit "Whitening-Effekt", Sonnenschutzmittel und Lippenstifte
  • Als Lebensmittelzusatzstoff: Aluminium (E 173) darf als silbrig glänzender Lebensmittelfarbstoff nur noch für die Dekoration von Kuchen und Backwaren verwendet werden. Bei Lebensmitteln in Fertigpackungen ist der Stoff als "Farbstoff E173" oder als "Farbstoff Aluminium" im Zutatenverzeichnis anzugeben (Verbraucherzentrale).
  • Verpackungsmaterialien

Aluminium: Für Babys besonders gefährlich 

Gestillte Babys nehmen wesentlich weniger Aluminiumsalze auf als nicht gestillte, weil Säuglings- und Babynahrung durchschnittlich einen höheren Aluminiumgehalt besitzt als Muttermilch. "Speziell adaptierte, beispielsweise sojabasierte, lactosefreie oder hypoallerge Säuglingsnahrung kann noch einmal deutlich höhere Mengen an Aluminium enthalten", so das BfR. Das Bundesinstitut rät deshalb, Babys nach Möglichkeit bis zum sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen und dann mit normaler Kost zuzufüttern.

Aluminium gilt außerdem als plazentagängig – das heißt, dass das Leichtmetall in der Schwangerschaft über die Plazenta auf das Kind übergehen kann. Die Empfehlung des BfR für junge Frauen lautet, "jede Aluminiumaufnahme aus einer vermeidbaren Expositionsquelle über einen längeren Zeitraum" kritisch abzuwägen.

Aluminium in Kosmetik erkennen

Aluminiumsalze werden besonders häufig Deodorants, Zahnpasten und Lippenstiften zugesetzt. Bei Kosmetika müssen Aluminiumverbindungen unter den Inhaltsstoffen gelistet werden. Auf der Verpackung lassen sich so bedenkliche Aluminiumkombinationen unter der Bezeichnung "Aluminum Sulfate" oder "Aluminum Chlorohydrate" leicht erkennen.

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So vermeiden Sie Aluminium 

  • Vor allem bei salzigen und sauren Lebensmitteln wie Äpfeln, Tomaten, eingelegtem Fleisch und Fisch sowie Käse sollten Sie Alu-Behälter und Alufolie meiden, da sich Aluminium bei Kontakt mit diesen Lebensmitteln besonders leicht lösen kann.
  • Fürs Grillen besser Edelstahlschalen als Grillschalen aus Alu verwenden.
  • Deos und Zahnpasta mit Aluminium meiden.
  • Wenn Sie ein aluminiumhaltiges Deo verwenden, sollten Sie das Auftragen auf frisch rasierte Haut vermeiden.
  • Ernähren Sie sich möglichst abwechslungsreich.

Das BfR hat ein ausführliches FAQ erstellt: Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten

Quellen: BfR / Archives of Toxicology

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