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Wie viel Strom verbraucht eigentlich ein Ventilator?

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Geld und Recht | 17.08.2022

Wie viel Strom verbraucht ein Ventilator?
Foto: Shutterstock/New Africa

Im Sommer kann ein Tisch- oder Standventilator mit seinem Luftstrom für dringend nötige Abkühlung sorgen. Aber verbraucht die kleine Windkraftanlage nicht unnötig Strom? Hängt ganz davon ab! Wovon, das erfahren Sie im Folgenden (inklusive Beispielrechnungen).

Schon der zurückliegende Juli 2022 war einer der heißesten, die je gemessen wurden – und auch der August setzt uns weiter mit hohen Temperaturen zu: Der Hitze-Sommer ist noch in vollem Gange.

Im ganzen Land arbeiten deshalb nicht nur dicke Klimaanlagen auf Hochtouren, sondern auch Ventilatoren verschiedenster Größe: von der USB-betriebenen Mini-Turbine über kreisrunde Windmaschinen und Deckenventilatoren bis zum mannshohen Turmgebläse. Die elektrischen Püsteriche sorgen für Abkühlung, indem sie die feuchte Luft von unserem Körper abtransportieren (siehe dazu unten).

Braucht ein Ventilator viel Strom?

So erfrischend die Geräte und Gerätchen auch sein mögen, werden sich doch viele fragen, ob es nicht – unnötig – energieintensiv ist, einen Ventilator zu betreiben. Zumal die Kleinturbinen nicht nur oft im Dauerbetrieb laufen, sondern auch die Energiekrise weiter anhält und die Strompreise weiter steigen können.

Klar ist, dass sich auch die Umwelt freut, wenn die Haushalte Energie sparen. Also: Wie viel Strom verbraucht ein Ventilator eigentlich?

Die Antwort ist zugleich einfach und kompliziert:

  • Kompliziert, weil genaue Angaben davon abhängen, welches konkrete Gerät wie lange auf welcher Leistungsstufe (und zu welchem Strompreis) betrieben wird.
  • Einfach, weil jeder Hersteller Angaben zum maximalen Stromverbrauch seiner Geräte machen muss, die man als Basis für eine Schätzung verwenden kann.

Was ein Ventilator kostet oder kosten kann

Da für Ventilatoren kein Energielabel vorgeschrieben ist, an dem der angenommene Jahresverbrauch genauer abzulesen wäre, müssen sich Verbraucher nach der Watt-Angabe richten, die der Hersteller zu seinem Gerät macht. Diese Watt-Zahl gibt die sogenannte maximale Leistungsaufnahme an, also: Wie viel Strom ein Gerät höchstens verbrauchen darf. Fast immer ist dieser Watt-Wert schon im (Online-)Shop zu finden oder direkt auf dem Gerät angegeben, er steht auch im Produktdatenblatt.

Als Faustformel für eigene Berechnungen gilt: Ein Gerät mit 10 Watt für 24 Stunden zu betreiben, kostet zurzeit rund 0,08 Euro (bei einem Strompreis von 0,35 Euro/kWh). Wenn auf Ihrem Ventilator also eine Leistung von 40 Watt angegeben ist und Sie ihn 8 Stunden bei maximaler Leistung betreiben, kommen Sie auf Kosten von höchstens 0,11 Euro (0,08 * 4 * 8/24).

Ventilator-Stromverbrauch in der Praxis

Dabei sollte man wissen, dass ein Ventilator (wie andere Elektrogeräte auch) kaum andauernd auf höchster Leistung laufen wird. Den genauen Wattverbrauch zu einem bestimmten Zeitpunkt verrät Ihnen ein Strommessgerät, das Sie ab ca. zehn Euro im Handel bekommen.

Wir haben in der Redaktion einen kleinen Praxistest unternommen (siehe das folgende Bild) und einen Standventilator (Leistung laut Hersteller: max. 40 Watt) auf verschiedenen Stufen laufen lassen und zugleich den Stromverbrauch abgenommen: Der Verbrauch schwankte dabei zwischen rund 24 (niedrigste Stufe) und 32 Watt (höchste Stufe); die maximalen 40 Watt wurden zu keinem Zeitpunkt erreicht.

Tipp: Mehr dazu, wie Sie den Verbrauch Ihrer Elektrogeräte überprüfen können, finden Sie im Ratgeber Strom sparen: 5 Tipps, die jeder sofort umsetzen kann

Ein Standventilator mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 40 Watt verbraucht in unserem Beispiel rund 25 Watt in der niedrigsten Leistungsstufe 1 und rund 32 Watt in der höchsten (3).
Ein Standventilator mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 40 Watt verbraucht in unserem Beispiel rund 25 Watt in der niedrigsten Leistungsstufe 1 und rund 32 Watt in der höchsten (3). (Foto: ÖKO-TEST)

So viel verbraucht ein Ventilator im Schnitt

Wenn man sich einen Überblick über besonders häufig verkaufte Modelle verschafft, die zurzeit im Onlinehandel angeboten werden, ergeben sich ungefähr die folgenden Betriebskosten (angenommen ist jeweils eine Laufzeit von acht Stunden bei maximaler Leistung und ein Strompreis von 0,35 Euro/kWh):

  • Deckenventilator: 5 bis 50 Watt: 0,01 bis 0,14 Euro
  • Tisch-/Bodenventilator: 4 bis 40 Watt: 0,01 bis 0,11 Euro
  • Standventilator: 15 bis 70 Watt: 0,04 bis 0,20 Euro
  • Turmventilator: 45 bis 60 Watt: 0,13 bis 0,17 Euro

Es wird deutlich, dass die Leistungsaufnahme der Geräte – und damit die entstehenden Kosten – innerhalb der Produktkategorien weit auseinanderklaffen können. Es hängt also stark vom Einzelgerät ab, wie viel Strom tatsächlich verbraucht wird. Außerdem haben wir bereits gesehen, dass die jeweils abgerufene Leistung im Betrieb ebenfalls schwanken kann.

Plausibel sagen lässt sich nur, dass kleinere Geräte normalerweise weniger Watt aufnehmen als große (aber dann auch weniger Leistung erbringen). Sind in einem Onlineshop keine Watt-Angaben zu einem Gerät zu finden, ist das oft kein gutes Zeichen: Sie sollten selbst noch einmal nachrecherchieren, z.B. auf der Website des Herstellers.

Kühlgeräte im Vergleich

Und wie sieht es mit anderen Kühlmethoden aus? Was kosten Sie im Betrieb?

  • Ein Luftbefeuchter (der allerdings nur bedingt für Abkühlung sorgen kann) benötigt rund 50 Watt, also ähnlich viel wie ein Ventilator.
  • Eine fest verbaute Split-Klimaanlage hat in aller Regel eine Leistungsaufnahmen von 1.000 Watt und aufwärts. Läuft sie acht Stunden, schlägt das also schon mit mindestens 2,80 Euro zu Buche.
  • Mobile Klimaanlagen bzw. -geräte sind ähnlich energieintensiv. Hier können Sie – je nach Größe – mit 800 Watt und aufwärts rechnen, wobei die Verbräuche stark variieren können.

Warum kühlt ein Ventilator eigentlich?

Wollen Sie wissen, warum ein Ventilator eigentlich für Kühlung sorgt? Schon die Frage ist falsch: Ein klassischer Ventilator senkt nämlich mitnichten die Umgebungstemperatur – was er physikalisch auch gar nicht könnte. Da er einen Motor hat, gibt er sogar etwas Wärme ab.

Aber: Der Ventilator erzeugt einen Luftstrom, der wiederum dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit auf unserer Haut schneller verdunsten kann. Er transportiert feuchte Luft von unserem Körper weg und ersetzt sie durch trockene Luft, die wieder mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Das wiederum wird von unserem Körper als willkommene Abkühlung empfunden. Kurz: Ein Ventilator beschleunigt den körpereigenen Kühlungseffekt der Schweißverdunstung.

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