Warnsystem: In einer Woche klingeln alle Handys zur selben Zeit

Autor: Redaktion (bw) | Kategorie: Geld und Recht | 01.12.2022

Warum am 8. Dezember alle Handys zur selben Zeit klingeln
Foto: Shutterstock / M. Volk

Eine fast unglaubliche Vorstellung: Am 8. Dezember sollen deutschlandweit alle Handys gleichzeitig klingeln. Beim bundesweiten Warntag möchten Bund und Länder den Einsatz des sogenannten Cell-Broadcast-Systems testen. Was es mit der wichtigen Aktion auf sich hat, erfahren Sie hier.

Am 8. Dezember 2022 führt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen bundesweiten Warntag durch, bei dem das neue System Cell Broadcast zum ersten Mal bundesweit getestet werden soll. Mit dem Katastrophen-Warnsystem soll künftig im Fall einer Katastrophe wie Unwetter, Feuer oder Flut die Bevölkerung erreicht werden. "Neue Systeme müssen wir testen, um sie später präzise einsetzen zu können", so Innenministerin Nancy Faeser.

Bundesweiter Warntag am 8. Dezember

Am 8. Dezember 2022 sollen Punkt 11 Uhr die Menschen in Deutschland eine Testwarnmeldung der höchsten Warnstufe erhalten. Die Warnung wird an zig Millionen Menschen per Push-Nachricht verschickt und sieht aus wie eine SMS. Die Warnmeldung soll auch Menschen erreichen, die kein Smartphone, sondern "nur" ein Handy besitzen. 

Gut zu wissen: Bei anderen Warnsystemen wie NINA oder KATWARN handelt es sich um Apps, hier ist ein Smartphone Voraussetzung.

Katastrophen-Warnsystem Cell Broadcast

In anderen Ländern wird die Technik Cell Broadcast schon länger genutzt. In Deutschland soll der Warnkanal im Dezember in einem großen Testlauf getestet werden, um dann ab Ende Februar 2023 in den Normalbetrieb zu starten. Anlass für die Einführung war die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Sommer 2021.

Laut BKK sei der Vorteil von Cell Broadcast, "dass alle in einem Gebiet befindlichen Personen, die ein dafür eingerichtetes, empfangsbereites Mobilfunkendgerät bei sich führen, als Empfängerin und Empfänger einer Warnmeldung anonym erreicht werden können."

Warntag: auch andere Systeme werden getestet

Am 8. Dezember 2022 werden neben Cell Broadcast auch andere Warn-Systeme getestet, so zum Beispiel:

  • Warn-App NINA
  • Warn-App KATWARN
  • Sirenen
  • Durchsagen per Lautsprecher
  • Durchsagen im Radio und Fernsehen
  • Hinweise im Internet und auf digitalen Stadtanzeigetafeln

Wichtig zu wissen: Die Teilnahme am bundesweiten Warntag ist freiwillig. "Das bedeutet, dass nicht alle Kommunen daran teilnehmen und Warnmittel vor Ort testen", erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Mit dem großen Testlauf sollen zum einen die technischen Abläufe überprüft werden, zum anderen soll getestet werden, wie zuverlässig die Systeme funktionieren und wie gut sie aufeinander abgestimmt sind.

Beim letzten Warntag im 10. September 2020 war einiges schiefgelaufen: So kamen unter anderem die Meldungen von NINA und KATWARN mit mehr als einer halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Der Warntag 2021 fand gar nicht erst statt.

Am 8. Dezember 2022 führt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen bundesweiten Warntag durch.
Am 8. Dezember 2022 führt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen bundesweiten Warntag durch. (Foto: BBK)

Was muss ich tun, um die Warnmeldung zu erhalten?

Nichts! Sie müssen sich weder irgendwo anmelden noch eine bestimmte App installieren. Allerdings sollte Ihr Handy eingeschaltet sein und ein Betriebssystem haben, das die Nachricht verarbeiten und darstellen kann. "Beim zweiten Punkt kommen die Hersteller von Handys und Betriebssystemen (wie Google Android und Apple iOS) ins Spiel", erklärt die Verbraucherzentrale. Sie müssen eventuell mit Updates sicherstellen, dass die Geräte die Daten auch verarbeiten können.

Voraussetzung ist zudem, dass Sie sich im Bereich einer Funkzelle aufhalten und dass Sie über das gewöhnliche Mobilfunknetz und nicht übers WLAN verbunden sind.

Warnmeldung kommt als SMS – ohne Links

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Warnungen ausschließlich als Textnachricht übertragen werden. "Echte Warnmeldungen enthalten keine Links, die Sie antippen sollen." Falls Sie eine solche SMS erhalten, könnte es sich um Smishing handeln:

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