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Strafzettel aus dem Osterurlaub? Auf jeden Fall sofort bezahlen

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Geld und Recht | 29.04.2022

Wer im Ausland geblitzt wird, muss teils mit hohen Geldstrafen rechnen.
Foto: Shutterstock / Tricky_Shark

Im europäischen Ausland gelten oft deutlich strengere Tempovorschriften als in Deutschland. Wer im (Oster-)Urlaub geblitzt wurde, muss deshalb mit einem teils saftigen Bußgeld rechnen. Dieses sollten Sie lieber zügig bezahlen, sonst kann es (noch) teurer werden.

Während in Deutschland gerade wieder viel über ein Tempolimit diskutiert wird, ist dieses im europäischen Ausland bereits etabliert. Natürlich ist es auch ohne Tempolimit nicht ratsam, mit 180 km/h oder mehr durch die Gegend zu rasen. Doch auch beim moderaten Überschreiten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit kann es teils ziemlich teuer werden – vorallem, wenn Sie den Strafzettel nicht sofort bezahlen.

Wo gelten welche Höchstgeschwindigkeiten und wie teuer sind die Strafen?

Wir geben einen Überblick, wie teuer die Bußgelder in Deutschlands Nachbarländern ausfallen können. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland hat überdies eine hilfreiche Liste zusammengestellt, wie teuer Alkohol am Steuer im EU-Ausland werden kann.

Wichtig: Nicht nur zu schnelles Fahren kann sanktioniert werden, auch das Fahren über rote Ampeln, das Handy am Steuer oder das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts stehen vielerorts unter Strafe.

Dänemark:

  • In Dänemark gelten 50 km/h innerorts, 80 km/h außerorts und 130 km/h auf der Autobahn. Ab 20 km/h-Geschwindkeitsübertretung wird ein Bußgeld ab 135 Euro fällig, bei mehr als 50 km/h zu viel kostet es 500 Euro aufwärts.
  • Der gesetzliche Alkoholgrenzwert im Blut liegt bei 0,5 Promille. Wer mit einem höheren Blutalkoholwert Auto fährt, muss eine Geldstraße in Höhe des Nettoeinkommens multipliziert mit der Promillezahl zahlen.

    Frankreich:

    • In Frankreich gelten dieselben Höchstgeschwindigkeiten wie in Dänemark, 20 km/h zu viel kosten ebenfalls ab 135 Euro. Wenn Sie mit mehr als 50 km/h zu viel geblitzt werden, wird es richtig teuer; das kostet 1.500 Euro Strafe.
    • Frankreich geht streng gegen Alkohol beim Autofahren vor: Bei einem Promillewert zwischen 0,5 und 0,8 sind 135 Euro Strafe fällig. Bei einem höheren Wert kann die Strafe bis zu 4.000 Euro kosten, für Wiederholungstäter bis zu 9.000 Euro; auch der Führerscheinentzug und sogar eine Haftstrafe sind möglich.

    Italien:

    • Auf Italiens Straßen gelten 50 km/h innerorts, 90 km/h außerorts, 130 km/h auf der Autobahn (bei Niederschlag sind es 110 km/h). Zu schnelles Fahren kostet bis 20 km/h über der Höchstgeschwindigkeit ab 175 Euro, nachts ist es sogar noch teurer. Über 50 km/h zu viel auf dem Tacho kosten ab 545 Euro.
    • In vielen historischen Stadtzentren wie in Florenz, Pisa und Rom befinden sich verkehrsberuhigte Zonen ("zone a traffico limitato"). Hier dürfen Sie zu bestimmten Uhrzeiten nicht durchfahren, es droht ein Bußgeld von bis zu 87 Euro. 
    • Der gesetzliche Alkoholgrenzwert im Blut liegt in Italien bei 0,5 Promille, für Autofahrten mit einem Wert bis zu 0,8 Promille ist eine Strafe in Höhe von 530 bis 2.000 Euro fällig, auch ein Fahrverbot ist möglich. Noch höhere Promillewerte im Blut können eine Zwangsversteigerung des Fahrzeugs nach sich ziehen.
    • Für ausländische Autofahrer gilt zudem: Bußgeldbescheide können bis zu fünf Jahre lang vollstreckt werden. Bei einer erneuten Einreise im kommenden Jahr kann es bei einer Verkehrskontrolle deshalb zu erhöhten Gebühren kommen.

    Österreich:

    • In Österreich gelten folgende Höchstgeschwindkeiten auf den Straßen: 50 km/h innerorts, 100 km/h außerorts, Autobahn zwischen 100 und 130 km/h. Schnelles Fahren wird bei unseren südlichen Nachbarn bei bis zu 20 km/h  ab 30 Euro geahndet, bei 50 km/h zu schnell kann der Strafzettel bis zu 2.180 Euro kosten.
    • Ab einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille kann es teuer werden: 300 bis zu 5.900 Euro Strafe drohen, zudem der temporäre Entzug des Führerscheins.

    Wichtig zu wissen für den nächsten Winter: Bußgeld droht: Auto beim Eiskratzen nicht warmlaufen lassen

    Oft sind die Blitzer an Autobahnen nicht gleich zu erkennen.
    Oft sind die Blitzer an Autobahnen nicht gleich zu erkennen. (Foto: Shutterstock / Alexander Steamaze)

    Können Strafzettel aus dem Ausland in Deutschland eingetrieben werden?

    Können die Verkehrsbehörden die Strafzettel denn überhaupt bis nach Deutschland schicken? Ja, das funktioniert und die Behörden kennen die Halteradresse. Denn gemäß der sogenannten Verkehrsdelikte-Richtlinie muss das Kraftfahrtbundesamt die Halterdaten bei einer Reihe von Verkehrsdelikten herausgeben.

    Sie sollten den Bußgeldbescheid deshalb gleich bezahlen statt abzuwarten oder es zu ignorieren. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland erklärt, dass das Bundesamt für Justiz Bußgeldbescheide aus einem anderen EU-Land ab einem Betrag von 70 Euro vollstrecken kann.

    Wer den Strafzettel jedoch für ungerechtfertigt empfindet, kann sich an das Bundesamt für Justiz oder an seinen Automobilclub wenden.

    Übrigens: Rasen oder zu schnelles Fahren kann nicht nur teuer werden, sondern ist auch aus Umweltaspekten keinesfalls zu empfehlen. Wer langsamer fährt, spart Sprit und damit CO2-Emissionen ein.

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