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Geschenke umtauschen: So funktioniert der Umtausch im Corona-Lockdown

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Geld und Recht | 28.12.2020

Geschenke umtauschen: So funktioniert der Umtausch im Corona-Lockdown
Foto: Shutterstock / Maderla & Fotomowo

Was tun, wenn die Weihnachtsgeschenke nicht gefallen, zu klein, zu groß oder defekt sind – und die Läden wegen des Corona-Shutdowns geschlossen sind? Online und offline gelten unterschiedliche Richtlinien für die Rückgabe von Produkten. 

Alle Jahre wieder liegen unter dem Weihnachtsbaum auch Geschenke, die nicht gefallen, nicht passen oder bereits fehlerhaft sind. Während des Corona-Lockdowns stehen Verbraucher allerdings vor der Problematik, dass viele Geschäfte, in denen das Geschenk gekauft wurde, geschlossen sind. Welche Umtauschregeln gelten für den Onlinekauf?

Wichtig ist hier erst einmal, die Rechtslage zu kennen. Denn zwischen Sachmängeln und dem Umtausch von Produkten, die nicht gefallen oder passen, gibt es einen großen Unterschied: Der Umtausch wegen Nichtgefallens ist eine freiwillige Leistung, der Umtausch bei Sachmängeln muss von den Händlern aber berücksichtigt werden.

Umtausch bei Nichtgefallen ist freiwillige Händlerleistung

Gefällt ein Produkt nicht oder wurde im Ladengeschäft in der falschen Größe gekauft, dann muss der Händler es nicht zurücknehmen. Beim Einkauf im stationären Handel gilt: Bei einwandfreier Ware ist kein Händler zum Umtausch verpflichtet. Hier gilt: Gekauft ist gekauft. Da der Käufer die Ware genau anschauen konnte, gilt ab Bezahlung ein für beide Seiten bindender Vertrag ohne Widerrufsrecht.

Allerdings sind viele Händler kulant und nehmen Ware, die nicht gefällt oder passt, wieder zurück. In diesem Fall kann der Händler aber selbst entscheiden, was er dem Kunden anbietet. "Das kann ein Gutschein sein, Geld zurück oder ein gleichwertiges Produkt", erklärt der Handelsverband Deutschland (HDE).

Geschenke trotz geschlossener Geschäfte umtauschen

Das Problem: Viele Läden sind wegen des Corona-Shutdowns bis mindestens 10. Januar 2021 geschlossen, wahrscheinlich sogar darüber hinaus. Damit ist ein Umtausch in den meisten Läden derzeit nicht möglich.

In der für Einzelhändler schwierigen Shutdown-Phase sind viele Händler noch kulanter als sonst und bieten freiwillig verlängerte Rückgabefristen an, sobald die Geschäfte wieder öffnen dürfen. "Es ist davon auszugehen, dass sich viele Händler auch in der besonderen Corona-Lage sehr kulant zeigen werden, um ihre Kunden nicht zu enttäuschen. Insofern wird es keine großen Auswirkungen der Ladenschließungen auf den Umtausch geben", beruhigt der Handelsverband Deutschland (HDE).

Gewährleistung ist im Gesetz verankert

Ist ein Produkt fehlerhaft, gilt das zweijährige Reklamationsrecht. Der Händler ist verpflichtet, defekte Ware umzutauschen oder zu reparieren.

Defekte Ware sollten Sie am besten schriftlich per Brief oder Mail reklamieren und dabei die Mängel möglichst genau beschreiben, rät die Verbraucherzentrale. Setzen Sie dem Verkäufer eine Frist, innerhalb der er die Ware reparieren oder ersetzen soll. "Reagiert der Verkäufer innerhalb dieser angemessenen Frist nicht oder scheitern wiederholte Reparaturversuche, können Sie weitere Rechte geltend machen. So können Sie etwa vom Vertrag zurücktreten oder auch verlangen, dass der Kaufpreis reduziert wird. Bei unerheblichen Mängeln können Sie ebenfalls auf einen herabgesetzten Kaufpreis pochen, nicht aber vom Vertrag zurücktreten", so die Verbraucherzentrale.

Gut zu wissen: Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten ein Fehler, wird davon ausgegangen, dass dieser schon von Anfang an bestand. "Erst danach müssen Sie als Käufer nachweisen, dass die Sache bereits beim Kauf defekt oder der Fehler bereits vorhanden war", erklärt die Verbraucherzentrale.

Widerrufsrecht beim Online-Einkauf

Im Onlinehandel gilt das 14-tägige Widerrufsrecht, bei dem keine Gründe angegeben werden müssen. Bei Nichtgefallen können Sie die Ware einfach zurücksenden und bekommen das Geld erstattet. "Viele Online-Händler übernehmen freiwillig die Kosten der Rücksendung, dazu sind sie aber gesetzlich nicht verpflichtet", sagt Mathias Hufländer, Verbraucherrechtsberater bei der Verbraucherzentrale Bremen. Wichtig sei auch, den Widerruf entweder via E-Mail oder Brief zu erklären. "Das Zurücksenden der Ware allein reicht häufig nicht aus, um wirksam zu widerrufen", so der Verbraucherberater.

Viele Onlinehändler bieten derzeit wegen des Lockdowns eine verlängerte Rücksendefrist an. Informationen dazu finden Sie auf der Website des jeweiligen Onlineshops.

Wie funktioniert die Rückgabe, wenn man sich in Quarantäne befindet?

Wer krank ist oder sich in Quarantäne befindet und Produkte deshalb nicht zurückgeben kann, sollte einen Bekannten bitten, das für ihn zu übernehmen. Die Rückgabe- und Umtauschfristen werden in diesen Fällen nicht verlängert.

Falsches Geschenk bekommen? Alternativen zum Umtausch

Geschenke, die nicht gefallen oder passen, kommen natürlich auch dann vor, wenn der Schenkende sorgfältig ausgewählt hat. Kommt ein Umtausch nicht in Frage, gibt es andere Möglichkeiten:

  • Verschenken im Freundes- oder Bekanntenkreis, Spenden an karitative Einrichtungen oder Verkaufen über das Internet. In vielen Städten ist es auch üblich, "Zu verschenken"-Kisten vor die Haustür zu stellen. Die Seite wohindamit.org hilft, geeignete soziale Einrichtungen in der Nähe zu finden, die Sachspenden entgegennehmen.
  • Verkauf auf Online-Plattformen wie ebay, ebay Kleinanzeigen, Momax, Rebuy oder – sollte die Situation es wieder zulassen – auf dem Flohmarkt.
  • Eintauschen bei einer Online-Tauschbörse wie Tauschticket, Tauschgnom oder einem lokalen Tauschring.

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