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CO2-Preis: So viel teurer wird es für Verbraucher – und für Vermieter

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Geld und Recht | 14.05.2021

CO2-Preis: Von 2021 an wird Tanken und Heizen mit Öl jedes Jahr teurer werden.
Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Gustavo Fring

Im Januar 2021 wurde die CO2-Abgabe als Teil des Klimaschutzpakets der Bundesregierung eingeführt. Heizen und Tanken wird durch den CO2-Preis für viele Haushalte teurer. Doch was bedeutet das für den Alltag und inwieweit teilen sich Mieter und Vermieter die Kosten?

  • Zu Jahresbeginn ist die CO2-Abgabe in Kraft getreten, die der Bundestag beschlossen hatte.
  • Der CO2-Preis wird unter anderem für Benzin und Diesel sowie Gas und Heizöl fällig.
  • Tanken wird dadurch teurer, Heizen in vielen Fällen auch – doch künftig sollen Mieter nicht mehr die alleinigen Kosten tragen müssen.

Seit Januar heißt es: mehr zahlen fürs Tanken – und womöglich auch fürs Heizen. Denn der CO2-Preis ist in Kraft getreten, genauer gesagt: die Abgabe auf den Treibhausgas-Ausstoß. Die CO2-Abgabe funktioniert wie eine Steuer und kostet 25 Euro pro Tonne CO2. Dieser Preis soll dann von Jahr zu Jahr steigen, bis er 2025 den Wert von 55 Euro erreicht.

Die Idee hinter dem CO2-Preis: Fossile Brenn- und Kraftstoffe sollen unattraktiver werden – und der Umstieg auf klimaschonendere Alternativen dadurch erstrebenswerter. Das ist Teil des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung, welches gerade erst verschärft wurde. In der Novelle des Klimaschutzgesetzes ist festgehalten, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral werden soll, statt wie bislang angestrebt erst 2050. Für das Zwischenziel 2030 sollen die Treibhausgase gegenüber 1990 um 65 statt um 55 Prozent vermindert werden. 

CO2-Preis seit Jahresbeginn – was wird teurer?

Seit dem 1. Januar 2021 sind die CO2-Preise unter anderem für Benzin, Diesel, Heizöl und Gas zu entrichten. So setzen sich die Preise zusammen:

Tanken mit CO2-Abgabe

Tanken wird ab diesem Jahr teurer: Pro Liter Benzin werden ab 2021 sieben Cent CO2-Abgabe fällig, bei jedem Liter Diesel sind es acht Cent. Die Verbraucherzentrale rechnet vor: Mit einer jährlichen Fahrstrecke von 15.000 Kilometern und einem Benzinverbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer sind das 85 Euro mehr im Jahr. Da der CO2-Preis gestaffelt ist, könnten die zusätzlichen Kosten bis 2025 auf über 180 Euro im Jahr steigen.

Seit Januar 2021 wird allerdings auch die Entfernungspauschale erhöht. Sie soll die Mehrkosten durch die CO2-Abgabe in Teilen wieder ausgleichen. Ab dem 21sten gefahrenen Kilometer gibt es für die Pendlerpauschale dann 35 Cent statt wie bislang 30 Cent.

Unser Tipp: Wo möglich, öfter das Fahrrad benutzen und für größere Distanzen über ein E-Bike nachdenken. Für weitere Strecken kann es sich zudem lohnen, auf Bus und Bahn umzusteigen. Auch das Elektroauto kann eine Investition sein, die sich früher oder später bezahlt macht.

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Heizen mit dem CO2-Preis

Die Verbraucherzentrale rechnet sowohl bei den Heizöl- also auch bei den Gaspreisen mit Preissteigerungen. Wie viel Sie zusätzlich bezahlen müssen, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Denn die Anbieter können selbst entscheiden, ob sie die CO2-Abgabe an die Kunden weitergeben oder selbst einen Teil des CO2-Preises übernehmen wollen. Das gilt für Hauseigentümer ebenso wie für Mieter: Auch Nebenkostenabrechnungen können durch den neuen CO2-Preis teurer werden.

Für einen Jahresbedarf von 2.000 Litern Heizöl veranschlagt die Verbraucherzentrale für das kommende Jahr einen CO2-Preis von rund 150 Euro, 2025 könnte die CO2-Abgabe dann bereits 350 Euro betragen.

Neu: In der Novelle zum Klimaschutzgesetz hat die Bundesregierung jetzt im Mai festgehalten, dass künftig nicht mehr nur die Mieter die Kosten des CO2-Preises tragen sollen. Stattdessen sollen Mieter entlastet werden und Vermieter und Mieter je die Hälfte der Kosten tragen. Das Bundesumweltministerium sieht darin auch eine verbesserte Wirkung des CO2-Preises: Nicht die Mieter, sondern die Vermieter könnten schließlich über die Art der Heizung und eine energetische Sanierung entscheiden.

Für das Heizen mit Gas rechnet die Verbraucherzentrale bei einem Gasverbrauch von 20.000 kWh mit einer CO2-Abgabe von 120 Euro, vier Jahre später mit 264 Euro. Allerdings müssen die Gasanbieter jede Preiserhöhung mit einer Vorlaufzeit von sechs Wochen ankündigen. Somit musste die Preissteigerung bis Mitte November angekündigt werden, wenn der Gaspreis Anfang 2021 steigen hätte sollen. In diesem Fall hätten Sie ein Sonderkündigungsrecht.

Tipp: Für erneuerbare Energiequellen ist kein CO2-Preis fällig, außerdem wird der Umbau oft staatlich gefördert. Auf längere Sicht empfiehlt sich deshalb der Wechsel zu erneuerbaren Energien, etwa mit Wärmepumpen, Solarthermen oder Holzpelletheizungen. Auch Wärmedämmungen und das richtige Einstellen des Heizkörper-Thermostats helfen, die Heizkosten zu senken.

Beispielrechnung: So viel kostet die CO2-Abgabe

Die Verbraucherzentrale hat für ein Einfamilienhaus mit Gasheizung und einem benzingetriebenem Auto einen CO2-Preis von 205 Euro für 2021 berechnet und für 2025 sogar Zusatzkosten von 451 Euro. Ein Anbieterwechsel beim Heizen kann sich folglich für Sie lohnen, um keine CO2-Abgabe auf Heizöl und Gas zu zahlen.

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