1. Home
  2. News

Betrugsmasche: Vorsicht vor gefälschten Paket-SMS

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Geld und Recht | 23.11.2021

Es sind neue gefälschte Paket-SMS in Umlauf, die Schadsoftware auf Ihr Handy laden kann.
Foto: Shutterstock / New Africa

Viele kaufen bereits Weihnachtsgeschenke ein – und bestellen sie online. Da die Corona-Infektionszahlen gerade stark in die Höhe schießen, ist es ratsam, volle Kaufhäuser zu meiden. Doch gerade jetzt kursieren gefälschte Paket-SMS, die zu hohen Kosten führen können.

Die Zahl der Online-Bestellungen nimmt immer weiter zu und gerade zu Weihnachten ist es praktisch, sich die Geschenke bequem nach Hause liefern zu lassen. Im Moment sind jedoch falsche Paket-SMS im Umlauf, wie die Verbraucherzentrale Hamburg warnt. Und diese sogenannten Smishing-Angriffe können ganz schön teuer werden. 

Betrügerische Paket-SMS können teuer werden

Die neueste Masche der SMS-Betrüger ist einfach und perfide zugleich: In einer gefälschten SMS-Nachricht zu einem angeblichen Paket werden Verbraucher aufgefordert, die Lieferung per Link zu bestätigen. Hat man allerdings auf den Link in der SMS geklickt, wird eine Schadsoftware auf dem Handy installiert, die laut Verbraucherzentrale Hamburg SMS im Sekundentakt verschickt und zu Telefonkosten von mehreren hundert Euro führen kann.

Dabei handelt es sich um Smishing-Angriffe. "Smishing" ist eine Wortschöpfung aus den Begriffen SMS (Kurznachrichten) und Phishing (Diebstahl von Zugangsdaten über gefälschte Nachrichten oder E-Mails), wie das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) erklärt.

Was tun, wenn ich eine gefälschte Paket-SMS erhalten habe?

Die Texte in den Betrugs-SMS können folgendermaßen lauten: "Wir konnten heute ein Paket nicht zustellen. Bitte besuchen Sie ..." oder "Ihr Paket hat Verspätung. Jetzt Lieferung bestätigen ...".

"Wir konnten ein Paket nicht zustellen": Was harmlos klingt, ist eine fiese Abzocke per SMS.
"Wir konnten ein Paket nicht zustellen": Was harmlos klingt, ist eine fiese Abzocke per SMS. (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)

Durch Klick auf den Link in diesen SMS bestätigen Sie jedoch nicht die Lieferung einer Bestellung, sondern laden Schadsoftware auf Ihr Smartphone. Diese greift persönliche Daten ab und verschickt automatisiert SMS im Sekundentakt. Das kann zu teils hohen Telefonkosten führen – die Hamburger Verbraucherzentrale berichtet von Rechnungen bis zu 700 Euro.

Das Wichtigste: Klicken Sie nicht auf den Link in den angeblichen Paket-SMS! Melden Sie die Betrugs-SMS stattdessen dem Kundenservice des Paketzulieferers und Ihrem Telefonanbieter, damit die SIM-Karte gegebenenfalls gesperrt werden kann. Sperren Sie zudem in den Einstellungen Ihrer Nachrichten die Nummer der Betrug-SMS.

Haben Sie den Link versehentlich angeklickt, setzen Sie Ihr Handy umgehend in den Flugmodus. Machen Sie einen Screenshot der gefälschten SMS und setzen Sie das Telefon auf Werkseinstellungen zurück. Informieren Sie zudem die Polizei und erstatten Anzeige.

Wenn Sie aufgrund der automatisch verschickten SMS bereits eine hohe Telefonrechnung erhalten haben, bezahlen Sie diese nicht einfach, sondern wehren Sie sich, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Fordern Sie gegebenenfalls einen Einzelverbindungsnachweis, mit dem Sie belegen können, dass das Versenden der SMS automatisch im Sekundentakt erfolgte. Besteht der Mobilfunkanbieter dennoch auf die Zahlung der Kosten, können Sie die Bundesnetzagentur kontaktieren und um Hilfe bitten.

Wie kann ich mich vor Schadsoftware schützen?

  • Prüfen Sie Sendungsverfolgungen von Paketdiensten kritisch und überlegen Sie, ob Sie überhaupt ein Paket erwarten. Seriöse Paketdienstleister nennen den eigenen Namen im Absender.
  • Vorherigen Zahlungsaufforderungen sollten Sie nicht nachkommen.
  • Legen Sie in den Einstellungen fest, dass Sie nur SMS von Kontakten erhalten möchten, die Sie im Telefonbuch gespeichert haben. Allerdings müssen Sie dann auch Service-Rufnummern wie die Ihrer Bank oder Arztpraxis einspeichern, um weiterhin Benachrichtungen und Terminerinnerungen zu bekommen.
  • Geben Sie Ihre Handynummer im Internet (zum Beispiel bei Petitionen, Umfragen oder Gewinnspielen) nur an, wenn dies zwingend erforderlich ist.
  • Halten Sie das Betriebssystem, die installierten Apps und den Virenschutz durch Updates immer auf dem neuesten Stand.
  • Wenn die bisherigen Maßnahmen nicht helfen und die SMS nicht aufhören, sollten Sie über einen Rufnummernwechsel nachdenken.

Diese Betrugsmasche ist nicht die erste ihrer Art: Im Frühjahr kursierten bereits Schad-SMS angeblicher Paketdienste, im Sommer dann betrügerische Voicemail-Benachrichtigungen und falsche Support-Anrufe, gefolgt von zuletzt gefälschten Sparkassen-Mails.

Weiterlesen auf oekotest.de: