Wäsche auf links waschen: Warum Sie diese 7 Textilien vor dem Waschen umdrehen sollten

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 06.02.2022

Sollte ich besser alles auf links waschen?
Foto: Shutterstock/graphbottles

Wer regelmäßig Waschsymbole studiert, wird vielleicht schon mal dem Hinweis begegnet sein, ein Kleidungsstück bitte auf links zu waschen. Tatsächlich gibt es einige Textilien, bei denen es sich empfiehlt, sie vor dem Waschen zu wenden. ÖKO-TEST erklärt, wann – und warum – es sich lohnt, Bekleidung mit der Innenseite nach außen in die Waschmaschine zu geben.

Wer wäscht, möchte natürlich nicht nur, dass die Kleidung sauber und wohlriechend aus der Trommel kommt, sondern auch möglichst unbeschädigt und unverfärbt. In diesem Zusammenhang wird häufig der Tipp gegeben, die Wäsche vor dem Waschen auf links zu drehen.

Tatsächlich gibt es einige Kleidungsstücke und Schlafzimmertextilien, bei denen solch ein "Umkehrschluss" sinnvoll sein kann – und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Wir erklären, um welche Stoffe es sich handelt und warum Sie sie vor dem Waschen umdrehen sollten.

Auf links zu waschen schont den Stoff

Der häufigste Grund, Textilien vor dem Waschen umzustülpen: Die Wäsche soll nach Möglichkeit geschont werden. Denn: Im Inneren der Waschmaschine herrschen – vor allem beim Schleudern – durchaus gewisse (Flieh-)Kräfte, die die Wäschestücke im Inneren gegen die Metalltrommel drücken und dafür sorgen, dass die einzelnen Kleidungsstücke tüchtig aneinander reiben. Das muss sogar so sein, weil die Wäsche in der Maschine sonst weder richtig sauber noch – dank des Schleudervorgangs – halbwegs trocken würde.

Die Reibung während des Waschvorgans kann aber zur Folge haben, dass empfindliche Stücke Schaden nehmen, an Farbe oder Festigkeit verlieren. In manchen Textilien findet sich deshalb auf dem Pflegeetikett sogar explizit die Empfehlung, das gute Stück auf links zu waschen.

Wäsche umstülpen: manchmal einfach nur praktisch

Ein zweiter Grund, manche Wäschestücke auf links zu drehen: Sie werden dann sauberer. Das betrifft beispielsweise Bettdeckenbezüge.

Ein dritter Grund ist eher praktischer Natur: Kissen- und Bettbezüge beispielsweise werden in vielen Haushalten beim Abziehen (absichtlich) auf links gedreht und auch so gewaschen, getrocknet und in den Schrank geräumt. Der Grund: Sie lassen sich in umgestülpter Form später leichter auf Kissen und Bettdecken aufziehen.

Apropos Bettdecken: Im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2022 erschien zuletzt unser Bettdecken-Test. Im Praxitest wurden die Decken auch gewaschen – was einige Füllungen nicht so gut überstanden haben. Klicken Sie auf den folgenden Kasten, um mehr zu erfahren:

Bei diesen 7 Textilien gilt "links vor rechts"

Aus den genannten Gründe sollten Sie folgende Textilien und Kleidungsstücke bevorzugt auf links waschen:

  1. Bei bedruckter Baumwoll-Kleidung schont das Waschen auf links den Druck. Das Gleiche gilt für beflockte Bekleidung oder solche mit anderen Arten von Applikationen, z.B. Flicken oder Patches.
  2. Bettdecken- und Kissenbezüge: Zum einen werden so alle Fusseln ausgewaschen, zum anderen können die Bezüge nach dem Trocknen leichter wieder aufgebracht werden.
  3. Jeans und andere feste Gewebe können durch die Reibung in der Trommel an Farbe verlieren und unschöne Knickfalten bekommen. Wobei es natürlich sein kann, dass Sie sich solche "Abnutzungseffekte" aus ästhetischen Gründen absichtlich wünschen.
  4. Bei Hosen und Jacken empfiehlt es sich, die Taschen auszustülpeln, weil das Taschenfutter sonst nicht gründlich gereinigt werden kann. Auch Hosen, die umgekrempelt getragen wurden, sollten Sie vor dem Waschen wieder umschlagen, da sich sonst Schmutz in der Falz sammelt.
  5. Wer Kleidungsstücke mit (vor allem größeren und längeren) Reißverschlüssen vor dem Waschen umstülpt, verringert das Risiko, dass der Reißverschluss sich an einem anderen Wäschestück verhakt und es möglicherweise beschädigt.
  6. Das Gleiche gilt, wenn sich deutlich abstehende Knöpfe, Schnallen, Schnurzüge oder Vergleichbares an Textilien befinden. Sie könnten andere Kleidungsstücke beschädigen oder, wenn die Verschlüsse in der Maschine hängenbleiben, auch das Stück selbst. Alternativ können Sie entsprechende Kleidung in einen Waschbeutel geben.
  7. Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) empfiehlt außerdem, schwarze bzw. dunkle Textilien (egal ob Mikrofaser oder Baumwolle) auf links zu waschen. So wird verhindert, dass die Außenseite der Kleidung an der Maschine reibt, was zu Folge hat, dass die Fasern aufgeraut werden und der Stoff schneller ausbleicht. Außerdem entstehen so keine unschönen weißen Waschpulverrückstände auf der Kleidung.

Wenn Sie bügeln, kommt hinzu, dass dunkle, bedruckte oder beflockte Kleidung ohnehin auf links gebügelt werden sollte, um unschönen Glanz bei dunkler Wäsche – bzw. Beschädigungen bei Aufdrucken & Co. – zu vermeiden. Sie können das Umkrempeln also gewissermaßen "nach vorne verlagern", indem Sie Ihre Textilien schon vor dem Waschen auf links drehen.

Übrigens: Was für die Waschmaschine gilt, trifft in ähnlicher Weise natürlich auch auf den Trockner zu. Auch hier können Sie empfindliche Textilien vor mechanischer Reibung schützen, wenn Sie sie vor dem Trocknen auf links drehen. Oder gleich ganz auf den Trockner verzichten: Nach Berechnungen des Öko-Instituts ist ein Wäschetrockner für einen ähnlich hohen Jahres-CO2-Ausstoß verantwortlich wie ein Gefrierschrank.

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