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Vögel füttern im Winter: Schon vor dem ersten Schnee beginnen

Autor: Benita Wintermantel (mit Material von dpa) | Kategorie: Freizeit und Technik | 30.11.2021

Vögel füttern im Winter: Schon vor dem ersten Schnee beginnen
Foto: Shutterstock / Kletr

Der Winter naht, langsam wird es Zeit, das Vogelhäuschen aus dem Keller zu holen und mit Sonnenblumenkernen & Co. zu bestücken. Wir erklären, worauf Sie beim Füttern von Vögeln im Winter achten sollten.

Heimische Gartenvögel freuen sich, wenn die Imbissbude namens Futterhäuschen auf Winterbetrieb umstellt und Blaumeise, Buchfink oder Rotkehlchen hier ein kleines Festmahl vorfinden. Was Sie unbedingt beim Vögelfüttern beachten sollten, verraten wir Ihnen hier. 

Vögel füttern – Experten-Tipps vom NABU

Wer die Vögel in der kalten Jahreszeit am Futterhäuschen füttert, kann den wirklich bedrohten Arten damit leider nicht helfen. Aber nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, die Gartenvögel im Winter zu füttern. 

Der NABU rät, schon im November mit der Fütterung zu beginnen. Bis sich die neue Futterquelle in Vogelkreisen "herumgesprochen" hat, braucht es ein bisschen. Wichtig ist, dass die Vögel die Futterquelle rechtzeitig vor dem Wintereinbruch entdecken. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Stellen Sie den Vögeln eher kleine Futtermengen zur Verfügung und füllen Sie die Futterstelle regelmäßig auf. 
  • Wenn die Futterstelle leer ist, sollten Sie eventuelle Reste und vor allem den Kot der Vögel entfernen. Dazu unbedingt Handschuhe tragen.
  • Das Futterhäuschen sollte so stehen, dass das Futter auf keinen Fall nass wird.
  • Wenn Sie einmal mit dem Füttern begonnen haben, sollten Sie bis zum Ende des Winters regelmäßig weiterfüttern.
  • Hochwertiges Vogelfutter ist sinnvoll, rät der NABU: "Viele Anbieter strecken ihr Futter mit Füllmitteln. Da die Vögel sie nicht fressen, bleiben sie liegen. Bei schlechtem Futter haben Sie also einen großen Ausfall."
  • Meisenknödel in Kunststoffnetzen sind keine gute Idee – sie zerfallen mit der Zeit zu Mikroplastik und können zudem für Tiere gefährlich werden, da sich die Vögel in den Plastiknetzen verfangen und verletzen können. Besser sind Futterspiralen und Futterkörbe oder selbst gemachte Meisenknödel.
  • Nistkästen sollten im Winter in Ruhe gelassen werden, sie werden gern von Vögeln und anderen Tieren als Unterschlupf genutzt.
      Meisenknödel können Sie mit Kokosfett und Körnern ganz einfach selber machen.
      Meisenknödel können Sie mit Kokosfett und Körnern ganz einfach selber machen. (Foto: Shutterstock / iMarzi)

      Der richtige Platz fürs Vogelhäuschen

      Die Futterstelle für die hungrige Vogelschar sollte erhöht stehen und von allen Seiten einsehbar sein. So haben die Vögel bei ihrer Einkehr am Futterhäuschen den Rundumblick und können nicht von einer anschleichenden Katze überrascht werden.

      Außerdem sollte die Futterstelle gut vor Wind und Wetter geschützt sein, damit das Vogelfutter nicht nass wird. Der NABU rät dazu, die klassischen Vogelhäuschen regelmäßig auszukehren, damit kein Schimmel entsteht und sich keine Krankheitserreger verbreiten können.

      Achten Sie bei einer Neuanschaffung darauf, dass das Futterhäuschen nach Möglichkeit aus unbehandeltem Holz ist und aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

      Hygienischer als das gute alte Futterhäuschen sind Futtersilos.
      Hygienischer als das gute alte Futterhäuschen sind Futtersilos. (Foto: Shutterstock / jGade)

      Welches Futter für welche Vögel?

      Nicht alle Vögel haben dieselben Vorlieben. Unsere Gartenvögel lassen sich in Weichfutterfresser, Körnerfresser und Allesfresser einteilen:

      • Weichfutterfresser (Haferflocken, Rosinen, Obst, Kleie) sind z.B. Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel, Drossel und Star.
      • Körnerfresser (Sonnenblumenkerne und andere Kerne und Körner) hingegen sind u.a. Sperling, Fink, Gimpel, Stieglitz, Zeisig, Dompfaff oder Spatz.
      • Allesfresser sind beispielsweise Meise und Kleiber.

      Was darf nicht ins Futterhäuschen? Speisereste, altes Brot und Obstreste haben im Vogelhäuschen nichts verloren. Alle Zutaten müssen außerdem ungewürzt und ungesalzen sein.

      Die Futtermischungen aus dem Handel können in der Regel unbesorgt verfüttert werden, allerdings sollte darin kein Ambrosia-Samen enthalten sein. Die Pflanze kann starke Allergien beim Menschen auslösen. Generell gilt: Je vielfältiger die Körnermischung, umso mehr Vögel finden hier ihr Lieblingsfutter.

      Hilfe für Vögel in kargen Zeiten

      Füttern hilft den gefiederten Freunden zwar eindeutig durch die kargen und nahrungsarmen Monate – aber Füttern ist nicht alles, was Sie tun können, um die heimischen Vögel zu unterstützen. Wichtig ist auch die Gartengestaltung:

      • Büsche, die Beeren tragen, sorgen im Herbst und Winter für Futter.
      • Hecken und Gehölze bieten Vögeln Schutz und im Frühling eine gute Nistmöglichkeit.
      • Wenn Sie das Laub im Herbst liegen lassen, finden Vögel dort noch jede Menge verwertbares Insektenfutter.

      Auch Wasser ist im Winter wichtig, am besten in einer Vogeltränke oder einem Blumenkübeluntersatz. "Wenn man einen Stein reinlegt, friert das Wasser nicht so schnell", rät der NABU.

      Vögel füttern – und beobachten 

      Mit der Winterfütterung von Wildvögeln tun Menschen Naturschützern zufolge nicht nur den Tieren, sondern auch sich selbst etwas Gutes. "Für den Menschen ist das eine herrliche Sache, es entsteht eine Bindung zwischen ihm und der Natur", erklärt Bernd Petri, Biologe beim NABU in Wetzlar. 

      Auch mitten in der Stadt lassen sich nicht selten zahlreiche Vogelarten beobachten. Und wer immer wieder grübelt, welche gefiederten Gesellen er an der Futterstelle erspäht hat, sollte sich gleich zu Weihnachten ein Buch über heimische Gartenvögel wünschen.

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