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Valentinstag: Blumen verschenken ohne schlechtes Gewissen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 05.05.2021

Fair-Trade-Blumen sind die beste Wahl für den Valentinstag
Foto: Shutterstock / Anett

Am 14. Februar 2022 ist Valentinstag. Auch wenn der Tag mitten in der kalten Jahreszeit liegt und es bei uns keine frischen Blumen gibt, schenken sich Liebende zu diesem Anlass gerne einen Blumenstrauß. Hier erfahren Sie, was Sie beim Blumenkauf beachten sollten und welche Blumen Sie wegen ihrer schlechten Umweltbilanz besser meiden. 

  • Vor allem Blumenhändler machen am 14. Februar, dem Valentinstag, ein gutes Geschäft. Dabei haben gerade Rosen den Ruf, eine schlechte Umweltbilanz aufzuweisen.
  • Nachhaltigkeit ist wichtig beim Blumenkauf: Die meisten Blumen im Handel stammen aus Afrika oder Südamerika und haben nicht nur einen  weiten Weg hinter sich, sondern können auch mit problematischen Arbeitsbedingungen in Verbindung stehen.
  • Achten Sie beim Blumenkauf auf Güte- und Fairtrade-Siegel.

Blumen und Valentinstag – für viele gehören sie untrennbar zusammen. Die Rose als Königin der Blumen wird zum Tag der Liebe am häufigsten verschenkt. Ein Großteil der in Deutschland verkauften Blumen (rund 80 Prozent) kommt von Blumenfarmen des globalen Südens aus Kenia, Äthiopien, Tansania oder Ecuador. Dort arbeiten meist weibliche Arbeiterinnen unter miserablen Arbeitsbedingungen und zu schlechten Löhnen. Der massive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln macht die Pflückerinnen krank und verseucht die Böden.

Achten Sie beim Blumenkauf auf eine glaubwürdige Zertifizierung
Achten Sie beim Blumenkauf auf eine glaubwürdige Zertifizierung (Foto: Shutterstock / wanida tubtawee /)

Blumen verschenken zum Valentinstag: auf Gütesiegel achten

Wer Blumen verschenken möchte, sollte deshalb auf vertrauenswürdige Gütesiegel achten:

  • Fair gehandelte Blumen beispielsweise sind an einem Fair-Trade-Siegel zu erkennen. Das Fairhandels-Logo ist vor allem auf Rosen zu finden, eine Blume, die am Valentinstag besonders gerne verschenkt wird.
  • Auch für Blumen mit regionaler Herkunft gibt es eine Kennzeichnung: Sie tragen das grüne "Ich bin von hier!"-Logo.
  • Blumen gibt es mittlerweile auch schon in Bio-Qualität. Bio-Schnittblumen sind bislang allerdings ein Nischenprodukt und nur schwer zu finden. 


Bundesweit führen zurzeit rund 1.000 Händler Blumen und Pflanzen der Regional-Marke "Ich bin von hier!"
Bundesweit führen zurzeit rund 1.000 Händler Blumen und Pflanzen der Regional-Marke "Ich bin von hier!" (Foto: Shutterstock / F8 studio, "Ich bin von hier!")

Dabei müssen regionale Blumen nicht immer die beste Wahl sein. Eine Studie vom Migros-Genossenschafts-Bund und Fairtrade International aus dem Jahr 2018 beweist das: In der Untersuchung wird die Umweltbilanz von Schnittrosen aus Holland, Kenia und Ecuador hinsichtlich von Umweltfaktoren wie Energie, Transport sowie Verpackung verglichen. "Rosen aus Afrika haben zwar eine weite Reise hinter sich, bevor sie bei Floristen und Supermärkten landen, oft aber eine bessere Ökobilanz als europäische", so auch TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath.

Blumen aus Afrika: Nicht so schlecht wie ihr Ruf

Das liegt vor allem an den idealen klimatischen Bedingungen Afrikas, wo keine Treibhäuser energieaufwendig beheizt werden müssen. Darüber hinaus punkten fair gehandelte Rosen aus Kenia mit deutlich geringerem Pestizideinsatz als konventionelle kenianische Rosen.

Fairtrade-Rosen sind aber nicht nur gut fürs Gewissen und die Umweltbilanz, sondern vor allem für die Beschäftigten in den Anbauländern: "Wer Rosen mit Fairtrade-Siegel kauft, unterstützt neben nachhaltigen Anbaupraktiken auch Arbeitsschutz, Arbeitsverträge und Mindestlöhne für die Beschäftigten", so Dieter Overath.

Viele Kunden sehen das inzwischen glücklicherweise ähnlich: Gut eine halbe Milliarde faire Rosen wurde laut Transfair 2020 verkauft. Der Marktanteil fair gehandelter Rosen lag demnach bei 30 Prozent.

Auf Rosenfarmen in Kenia arbeiten zum größten Teil Frauen.
Auf Rosenfarmen in Kenia arbeiten zum größten Teil Frauen. (Foto: Fairtrade Deutschland e.V. / Christoph Köstlin)

Blumen sind viel zu günstig

Silke Peters, Expertin für nachhaltiges Wirtschaften und Autorin des Buchs 'Blühende Geschäfte. Der weltweite Handel mit der Blume', gibt in einem Interview mit der ZEIT zu bedenken: "Fair-Trade-Rosen werden oft sehr günstig verkauft; das ist das völlig falsche Signal. Es entsteht der Eindruck, wir könnten uns fair verhalten, ohne wirklich höhere Preise zu zahlen." Dennoch lautet ihr Fazit, dass Fairtrade auf dem Blumenmarkt "im Moment das glaubwürdigste Siegel" sei.

Rosensträuße im Test

ÖKO-TEST hat 2017 Rosensträuße auf Pestizide, Mitverantwortung des Handels, Kontrollmechanismen und Transparenz getestet. Nur ein einziger Rosenstrauß des Anbieters Kaufland ging mit einem "gut" aus dem Test hervor, einer (Aldi Süd) bekam ein "befriedigend". Alle anderen Rosensträuße von insgesamt 14 im Test waren "ausreichend", "mangelhaft" oder sogar "ungenügend". Auch bei den Fairtrade zertifizierten Rosen fanden wir mindestens zwölf unterschiedliche Pestizide.

Rosensträuße im Test: Alles andere als rosig

Tipps für den Blumenkauf 

  • Wer seinem Partner oder seiner Partnerin seine Liebe zeigen will, muss dafür nicht gleich einen großen Blumenstrauß kaufen. Nachhaltiger und genauso schön: wenige einzelne Blumen in einer hübschen Vase. Dazu eine liebe Botschaft in Worten - das sorgt garantiert für Freude.
  • Fairtrade ist nur im Winter die bessere Wahl. Im Sommer sind heimische Freilandblumen wegen der besseren CO2-Bilanz die erste Wahl. Fragen Sie beim Blumenhändler nach regionalen Blumen, die nicht mit Spritzmitteln behandelt wurden.
  • Kaufen Sie Blumen immer plastikfrei, d.h. nicht in Plastikfolie, sondern in Papier gehüllt.
  • Obwohl auch Fairtrade nicht garantiert, dass die Blumen ohne Rückstände von Pestiziden verkauft werden, sind bei allen Vorbehalten Gewächse mit diesem Label weniger bis gar nicht mit Pestiziden belastet als Sträuße ohne jede Zertifizierung.
  • Eine schöne Alternative zu Schnittblumen sind Blumen im Topf, die erst im Wohnzimmer und im Frühling dann auf dem Balkon oder im Garten noch lange weiter leben können.
  • Es lohnt sich, im Blumenladen nachzufragen, woher die Blumen stammen und unter welchen Bedingungen sie angebaut wurden. Nur wenn die Nachfrage nach fairen und nicht behandelten Blumen und auch die Zahlungsbereitschaft wachsen, wird sich das Angebot ändern.
  • Wie unser Rosenstrauß-Test zeigt, finden sich in den Sträußen regelrechte Chemiecocktails. Verblühte Schnittblumen gehören deshalb nicht auf den Komposthaufen, sondern in den Restmüll.
Faire Blumen sind Trumpf zum Valentinstag.
Faire Blumen sind Trumpf zum Valentinstag. (Foto: CC0 / Unsplash.com / John-Mark Smith)

So halten Blumen besonders lange

Acht Tipps und Tricks, damit die Blütenpracht länger hält:

  1. Schnittblumen sollten nach dem Kauf so schnell wie möglich ins Wasser gestellt werden.
  2. Die Vase sollte sauber und keimfrei sein.
  3. Schneiden Sie die Blumen mit einem scharfen Messer schräg an, bevor Sie sie ins Wasser stellen.
  4. Entfernen Sie die untersten Blätter, damit diese nicht im Wasser stehen. Die Blätter fangen sonst an zu faulen und sorgen für schlechte Wasserqualität.
  5. Für die meisten Schnittblumen ist lauwarmes Wasser optimal.
  6. Wechseln Sie das Blumenwasser regelmäßig.
  7. Der richtige Standort ist wichtig: Blumen mögen es kühl und hell, direkte Sonne lässt sie allerdings schnell vertrocknen. Neben reifem Obst platziert, welken Blumen wegen der Reifegase, die das Obst ausscheidet, schneller.
  8. Auch die Blumennahrung, die es im Blumengeschäft oft gratis zum Strauß gibt, sorgt dafür, dass Blumen länger halten.

In welchen Müll gehören Blumensträuße, Blumenpapier und Blumenfolie?

Wohin mit der Blumenfolie? Blumensträuße werden oft in glänzende Klarsichtfolie verpackt, die in der Regel aus Cellophan besteht. Diese Folie gilt als Verpackung bzw. Verpackungsmaterial. Sie kommt deshalb in den Gelben Sack oder in die Gelbe Tonne, rät die Initiative "Mülltrennung wirkt".

Wohin mit dem Blumenpapier? Blumenpapier dagegen ist im Altpapier richtig aufgehoben.

Wohin mit den Blumensträußen? Verwelkte Blumensträuße gehören übrigens in die Biotonne. Aber Vorsicht: Drähte oder Schmuckelemente aus Plastik müssen vorher entfernt und in den Restmüll oder die Wertstofftonne entsorgt werden.

10 Ideen für nachhaltige Geschenke zum Valentinstag

Wer auf Blumen, die eine halbe Weltreise hinter sich haben, ganz verzichten möchte, findet hier garantiert eine Idee für den Valentinstag:

  1. etwas Selbstgemachtes, wie zum Beispiel GlückskekseSeife, Lippenbalsam oder Wachstücher
  2. Gutschein für eine gemeinsame Aktivität wie Kino, ein Candle-Light-Dinner oder ein Konzert für die Zeit nach der Coronakrise
  3. ein selbst gekochtes Menu
  4. Frühstück ans Bett
  5. Blumensamen, die den ganzen Sommer für viele Blumensträuße sorgen
  6. Lieblingskuchen backen
  7. ein persönlicher Brief
  8. schöne Fotos von gemeinsamen Aktionen
  9. eine Songlist mit Liedern, die Sie mit Ihrer Liebe verbinden
  10. Blumenstrauß aus selbst gemachen Papierblumen. Online finden Sie diverse einfache Anleitungen.

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