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Topfpflanzen überwintern: Wann müssen empfindliche Pflanzen ins Haus?

Autor: dpa / Redaktion (lp) | Kategorie: Freizeit und Technik | 31.10.2021

Ähnlich wie wir freuen sich Topfpflanzen über die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Aber wann die Pflanzen ins Winterquartier umziehen?
Foto: Shutterstock / Anna Nahabed

Die letzten Sonnenstrahlen einfangen oder lieber doch schon ins Warme umziehen? Keine leichte Frage, wann Sie Topfpflanzen am besten zum Überwintern ins Haus holen. Denn einen einheitlichen Zeitpunkt für alle Pflanzen gibt es nicht. Wir erklären, wann und wie Sie Topfplanzen am besten ins Winterquartier holen.

Topfpflanzen zu überwintern ist nicht ganz einfach, denn: Es gibt nicht den einen Zeitpunkt, zu dem im Herbst fröstelnde Topfpflanzen ins Warme kommen sollten. Und nicht allen taugt das gleiche Winterlager.

In einigen Regionen in Deutschland sind die Nächte bereits bitterkalt – und gleichzeitig oft noch nicht so kalt, dass Topfpflanzen den Kältetod sterben. Deshalb sollten Sie Ihre Pflanzen auch nicht zu früh ins Winterquartier holen, sondern den Umzug von der Witterung abhängig machen.

Topfpflanzen: Zeitpunkt fürs Winterquartier schwer zu finden

Das Problem: Viele Kübelpflanzen vertragen Temperaturen an der Frostgrenze. Aber besonders empfindliche Pflanzen können schon Schaden nehmen, wenn die Temperaturen in Bodennähe bei plus fünf Grad liegen. Spätestens Minusgrade werden für die meisten Pflanzen zum Problem.

Gleichzeitig gilt es, das Topfgrün aus dem Garten, vom Balkon oder der Terrasse im Herbst so lange wie möglich im Freien zu lassen, da den Pflanzen zum Beispiel der Lichtmangel während des langen Aufenthalts im Winterlager nicht gut tut.

Was tun bei schwankender Witterung und Frostgefahr? 

Bei schwankender Witterung können die Pflanzen erst mal im Freien bleiben. Aber: Sie sollten den Wetterbericht im Blick haben. Für drohende Fröste können Sie ein Schutzvlies bereitlegen, das Sie tageweise über die empfindlichen Pflanzen legen.

Anfällige Topfpflanzen wie Fuchsie, Engelstrompete oder Hibiskus lassen sich vor Kälte schützen, indem man sie im Herbst an einen geschützten Standort ohne Zugluft stellt. Ideal ist eine Hauswand, die auch etwas Wärme abgibt.

Hibiskus steht im Herbst gerne an einer Hausmauer, verträgt aber keinen Frost und sollte daher schnell zum Überwintern umziehen.
Hibiskus steht im Herbst gerne an einer Hausmauer, verträgt aber keinen Frost und sollte daher schnell zum Überwintern umziehen. (Foto: Shutterstock / EurekaMotret89)

Auch für Nächte mit Frostgefahr gibt es eine Lösung: Jede Pflanze hat eine individuelle Toleranzgrenze, auf die man reagieren sollte. Gar keinen Frost sollten etwa Engelstrompete, Bougainvillea, Banane, Korallenstrauch und Hibiskus abbekommen und daher schon vor den ersten Frösten ins warme Winterlager wandern, so die Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

Bis minus fünf Grad halten Schönmalve, Kassie, einige Citrusarten, Schönfaden und Akazia aus. Mispel, Lorbeer, Olive, Granatapfel und Feige können sogar bis minus zehn Grad schadlos überstehen.

Wo sollten Topfpflanzen am besten überwintern?

Nicht jeder hat ein geeignetes Winterquartier zu Hause: Der Ort sollte nicht warm sein, die üblichen beheizten Wohnräume scheiden damit aus. Am besten sind Winterquartiere, die hell und zugleich kühl sind.

Ein nur circa acht Grad warmer Wintergarten kommt laut Gartenakademie dem Optimum sehr nahe. Diese Grundtemperatur verhindert, dass die Pflanzen zu starken Temperaturwechseln ausgesetzt sind, selbst wenn sich der gläserne Raum an sonnigen Tagen aufheizt. Gleiches kann ein beheizbares Kleingewächshaus bieten.

Gut ist auch ein Kellerraum mit natürlichem Licht, der zwischen zwei und zehn Grad warm ist. Eine Garage kann ein Winterlager für die Robusten unter den grünen Frostbeulen sein, zum Beispiel Granatapfel oder Feige. Das ist aber abhängig vom Gebäude, denn es dürfen keine tiefen Minusgrade in der Garage auftreten.

Wer nur sehr dunkle Räume bieten kann, muss diese kalt halten. Denn Wärme signalisiert den Pflanzen, es sei Frühling und sie treiben aus. Ohne Licht bilden sie allerdings nur lange Peitschentriebe und weiches Gewebe. Das macht die Pflanzen im Frühjahr anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

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Und was, wenn Sie kein gutes Winterquartier parat haben?

Wer in Haus oder Garage keine guten Überwinterungsbedingungen bieten kann, kann seine Pflanzen womöglich gegen Gebühr in eine Gärtnerei ausquartieren. Die Gartenakademie spricht sogar von der "idealsten Form der Überwinterung", denn die Pflanzen werden unter professionellen Gärtnereibedingungen mit der optimalen Helligkeit und Temperatur umgeben.

Alternativ müssen große Topfpflanzen im Freien bleiben und bei Minusgraden gut eingepackt werden. Das ist in weiten Teilen Deutschlands in vielen Jahren auch gar keine so schlechte Lösung: Oft dauert der Frost nur ein paar Tage, was die Gewächse in der Regel überstehen.

Wichtig ist, sie wieder aus ihrer warmen Hülle auszupacken, wenn es zwischendurch wärmer wird. Gerade im Sonnenschein kann eine Schutzschicht schaden. Den Pflanzen wird es darunter zu warm.

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