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Tierfreundlicher Garten: 10 Tipps für den Naturgarten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 12.05.2021

Bienen lieben heimische Pflanzen
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / christels

Kurz gemähter englischer Rasen, exotische Blumen und viele Pflastersteine – für heimische Wildtiere wird das Überleben in unseren Gärten immer schwieriger. Dabei können Gartenbesitzer den Tieren ganz leicht helfen und etwas für den Artenschutz tun. Mit diesen Tipps gestalten Sie Ihren Garten tierfreundlich.

  • Insekten sind unverzichtbar für unser Ökosystem und nicht zuletzt auch für unsere Nahrung. Doch ihr Bestand nimmt immer weiter ab.
  • Der natürliche Lebensraum für viele Tiere wird immer knapper – Gärten werden damit zu einem wichtigen Zufluchtsort für Insekten, Vögel, Eichhörnchen & Co.
  • Als Gartenbesitzer können Sie mit ganz einfachen Mitteln helfen, Ihren Garten naturnah und tierfreundlicher zu gestalten. 

Ohne Insekten gibt es kein Gleichgewicht in der Natur. Sie bestäuben Pflanzen und dienen anderen Tieren als wertvolle Futterquelle. Doch ihr Bestand ist in einem alarmierenden Zustand. Über 60 Prozent der Falter stehen auf der Roten Liste, mehr als die Hälfte der Wildbienenarten sind bedroht. Die Biomasse der Fluginsekten hat in den letzten 27 Jahren um mehr als 75 Prozent abgenommen. Eine aktuelle Studie weist darauf hin: In 100 Jahren könnten Insekten ausgestorben sein.

Jeder kann etwas gegen das Insektensterben tun  

Ein Grund: Der Raum für Wildtiere wird immer kleiner. Dabei ist es gar nicht so schwer, den eigenen Garten so zu gestalten, dass sich heimische Tiere wieder wohl fühlen. Insekten, Vögel, Igel, Eichhörnchen – sie alle freuen sich über einen möglichst abwechslungsreichen, naturnahen Lebensraum. Dabei gibt es drei Tabus: Keine exotischen Pflanzen, kein Gift und möglichst wenig Ordnung.

10 Tipps für einen tierfreundlichen Garten

Mit diesen Tipps kann jeder Garten- oder auch Balkonbesitzer etwas für einen tierfreundlichen Lebensraum mit mehr Artenvielfalt tun:

1. Natürliches Grün statt exotischer Zierpflanzen

Exotische Pflanzen sind zwar schön anzuschauen, sie stehen bei unseren Tieren aber leider gar nicht hoch im Kurs. Einheimische Pflanzen dagegen sind für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten optimale Pollenlieferanten. Ein kleines Beispiel: Während mehr als 30 Vogelarten die Früchte des bei uns heimischen Weißdorns fressen, finden die Früchte des aus Amerika stammenden Scharlach-Weißdorns kaum Abnehmer (Quelle: aktiontier.org).

Wichtig bei der Pflanzenauswahl: Die Blüten sollten nicht gefüllt sein, damit die Insekten gut Zugang zu ihrer Nahrung finden.

Beim Nabu finden Sie eine Liste insektenfreundlicher Pflanzen.

>> Weiterlesen: Bienensterben: So helfen Sie Bienen im Frühling und Sommer

2. Wildblumenwiese statt englischem Rasen

Je nachdem, wie groß der Garten ist, können Gärtner einen Teil der Rasens in eine bunte Schmetterlingswiese umwandeln. Im Fachhandel gibt es verschiedene Mischungen für Wildblumenwiesen. Eine Wildblumenwiese sollten Sie nur zweimal im Jahr mähen – und zwar nach dem Aussamen der Pflanzen.

>> Weiterlesen: Samenbomben selber machen: Kinderleichte Anleitung

3. Vielfalt statt Eintönigkeit

Je größer die Blütenauswahl in Ihrem Garten ist, umso besser! Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzen auch auf die Zeit der Blüte. Wer nur Frühblüher kauft, hat den Bienen und ihren Freunden im Sommer und Herbst nichts mehr zu bieten.

Schmetterlinge und andere Insekten lieben heimische Pflanzen.
Schmetterlinge und andere Insekten lieben heimische Pflanzen. (Foto: Shutterstock / Georgi Baird)

4. Kräuter als Futter für Mensch und Tier

Kräuter wie Lavendel, Bohnenkraut, Pfefferminze, Schnittlauch und Salbei haben Blüten, die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anlocken. Weiterer Vorteil: Sie müssen Kräuter nicht kaufen, sondern können Ihren Bedarf im eigenen Garten decken.

>> Weiterlesen: Kräuter anpflanzen: So wird Ihr Kräutergarten zum Erfolg

5. Hecken statt Zäune 

Hecken sind besser als Zäune: Sie bieten Unterschlupf, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Und Tiere wie zum Beispiel der Igel können so "barrierefrei" von einem Garten in den nächsten wechseln. Gut geeignet sind der heimische Weißdorn, der heimische Wachholder, Holunder und Pfaffenhütchen.

6. Bienen- und vogelfreundliche Bäume

Besonders beliebt bei Bienen sind Linden, Ahorn, Akazie und Weiden. Sie bieten viel Nektar und Pollen. Vögel lieben beispielsweise den Weißdorn und den Schwarzen Holunder.

7. Torffreie Erde

Beim Torfabbau werden große Moorflächen nebst vielen seltenen Pflanzen und Tieren zerstört – und zudem große Mengen CO2 freigesetzt. Herkömmliche Blumenerde besteht häufig zu 90 Prozent aus Torf. Achten Sie beim Kauf von Blumenerde auf den Aufdruck "ohne Torf" oder "torffrei".

>> Weiterlesen: Bitte ohne Torf! Warum Sie keine Torferde verwenden sollten 

8. Natürliche Düngung

Düngemittel und Insektenvernichtungsmittel schädigen die Umwelt und werden auch den Tieren gefährlich. Schneckenkorn und Gartendünger mit Blaukorn gefährden Säugetiere. Biologische Mittel dürfen Sie verwenden.

>> Weiterlesen: Pflanzendünger selber machen – aus Kaffeesatz, Eierschalen und Zwiebelschalen

Spritzmittel gegen Blattläuse und andere Schädlinge schaden oft auch Nützlingen und uns selbst. ÖKO-TEST hat 25 Mittel getestet und gibt die besten Tipps, um die Schädlinge natürlich loszuwerden. Lesen Sie alle Details:

Mittel gegen Blattläuse im Test: Viele auch schädlich für Nützlinge und Menschen

9. Insektenhotels

Insektenhotels ziehen viele verschiedene Insekten an und sind ein schönes Selbermach-Projekt, das sich ganz leicht mit Kindern umsetzen lässt. 

>> Weiterlesen: Insektenhotel bauen: Nisthilfe für Wildbienen, Florfliegen und Co.

10. Möglichst viel Unordnung

Ordnung im Garten ist nicht nur unnötig, sondern sogar kontraproduktiv. Je verwilderter Ihr Garten ist, umso mehr freuen sich die heimischen Tiere. Totholz bietet Insekten einen optimalen Lebensraum. Lassen Sie alte Baumstämme, Laubhaufen und Stängel liegen. Eine gute Idee ist auch eine "wilde Ecke" im Garten, wo Brennnesseln, Löwenzahn und diverse Unkräuter nach Lust und Laune sprießen dürfen. Im Herbst gilt: Runter gefallenes Laub nicht gleich unterharken.

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