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"Stunde der Gartenvögel": Mehr Mauersegler und Nachtigallen

Autor: Online-Redaktion (bw) / dpa | Kategorie: Freizeit und Technik | 17.05.2022

2022 wurden mehr Nachtigallen gezählt als in den Vorjahren.
Foto: Shutterstock / matushaban

Piep, Tschilp, Tirili: Seit Wochen bieten uns die Vögel in Gärten und Parks ihre Frühlingskonzerte. Welche Arten und wie viele es noch sind, hat die "Stunde der Gartenvögel" gezeigt. Bei der Vogelzählung des NABU und des Landesbund für Vogelschutz (LBV) gab es einige Überraschungen.

Welche Vögel flattern durch Parks und Gärten? Diese Fragen stellten Naturschutzverbände wieder bei der "Stunde der Gartenvögel". Vom 13. bis 15. Mai hatten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Bevölkerung aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel vor ihrer Haustür zu zählen und zu melden. 

"Stunde der Gartenvögel 2022": Zwischenstand

Der Haussperling wurde bei der 18. "Stunde der Gartenvögel" am vergangenen Wochenende am häufigsten gesichtet. Danach folgen wie im Vorjahr Amsel, Kohlmeise und der Star. 32,2 Vögel wurden pro Garten oder Park gemeldet, das entspricht in etwa den Zahlen der Vorjahre.

"Bei wirklich gutem Wetter wurden uns bereits knapp eine Million Vögel gemeldet", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Und dabei gab es auch einige Überraschungen." Mit einem deutlichen Plus schneiden Nachtigallen mit 93 Prozent mehr Meldungen als im Vorjahr ab.

Mauersegler kamen auf 78 Prozent mehr als bei der Zählung im vergangenen Mai. "Hier könnte das sonnige Wetter dafür gesorgt haben, dass man insbesondere den Mauersegler sehr häufig gesehen und gehört hat. Denn dann sind auch Insekten, die von ihnen gejagt werden, vermehrt in der Luft", so Miller, "Zudem sind die Mauersegler in diesem Jahr etwas später aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückgekehrt. Bei der letzten Stunde der Gartenvögel waren sie während des Zählwochenendes schon mit Brüten beschäftigt, während sie jetzt noch mitten in der Balz und daher öfter am Himmel zu sehen sind." Auch die Nachtigallen sind in diesem Jahr etwas später zurückgekommen. Sie sind daher noch voll in der Balz und darum häufiger zu hören.

Die Mehlschwalbe erreicht mit 22 Prozent mehr als im Vorjahr ihr bestes Ergebnis seit vier Jahren. Aber ob dies möglicherweise eine Trendwende in der Bestandsabnahme der Art markiert, müssen die nächsten Jahre zeigen. Auch der Zilpzalp kann mit 40 Prozent ein sattes Plus verbuchen.

Weniger Rotkehlchen und Blaumeisen gezählt

Das Rotkehlchen wurde in diesem Jahr an zehn Prozentpunkte weniger Zählpunkten beobachtet als noch im Vorjahr, in dem es als Vogel des Jahres 2021 besondere Aufmerksamkeit erhielt und bei einem Anteil von fast 60 Prozent der Gärten und Parks mit Abstand das beste Ergebnis seit Jahren erzielte.

Die Blaumeise kann, mit einem Minus von elf Prozentpunkte nicht an die letztjährige Zählung anschließen. Miller: "Und das, obwohl es in diesem Jahr deutlich weniger Verdachtsfälle von Erkrankungen mit dem Bakterium Suttonella ornithocola gibt, welches in den vergangenen Jahren das Blaumeisensterben verursacht hat."

Meldungen dürfen noch eingereicht werden

Das gute Wetter sorgte zwar für häufigere Sichtungen einiger Arten, hat aber verbunden mit den wegfallenden Einschränkungen der letzten Jahre der "Stunde der Gartenvögel" offenbar starke Konkurrenz beschert. Weniger als die Hälfte an Teilnehmenden und Meldungen der Vorjahre sind bis jetzt beim NABU eingegangen. Daher hoffen die Ornithologen darauf, dass in den kommenden Tagen noch viele Meldungen nachgereicht werden. Denn das ist noch bis zum 23. Mai möglich unter www.stundedergartenvoegel.de. Noch bis 20. Mai läuft für kleine Vogelfreunde die "Schulstunde der Gartenvögel".

Vielfalt der Vogelarten nimmt ab

Die Ergebnisse der Vorjahre zeigen: Die Vielfalt der Vogelarten nimmt ab. "Selbst einige ehemalige Allerweltsarten, wie Haussperling oder Schwalben, haben in den letzten Jahren in ihrer Zahl abgenommen", so LBV-Biologin Angela Nelson. Die Rauchschwalbe steht bereits auf der Vorwarnliste und die Mehlschwalbe gilt bereits als gefährdet.

Das Ergebnis aus 2021 zeigt für viele Vogelarten besorgniserregende Entwicklungen: So verharrten 2021 die Sorgenkinder Mauersegler, Mehlschwalbe, Zaunkönig, Hausrotschwanz und Mönchsgrasmücke auf Höhe der schlechten Ergebnisse aus den Vorjahren. Sie sind ausschließlich von Insekten lebende Vogelarten.

Die beste Hilfe für unsere gefiederten Sorgenkinder ist eine Gartengestaltung, die Insekten zum Wohlfühlen einlädt – heimische Laubgehölze pflanzen und Ecken mit Wildpflanzen anlegen:

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