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Richtig heizen: Geld und Energie sparen

Autor: Online-Redaktion | Kategorie: Freizeit und Technik | 28.08.2019

Foto: CC0 / Pixabay / ri
Foto: CC0 / Pixabay / ri

Der größte Teil des Energieverbrauchs im Haushalt entfällt aufs Heizen – im Schnitt rund 70 Prozent. Richtig heizen bedeutet deshalb nicht nur, Energie zu sparen, sondern auch Geld und CO2. Wir erklären, wie.

Der größte Energiefresser im Haushalt ist die Heizung: Laut Umweltbundesbundesamt (UBA) und Statistischem Bundesamt ist sie für rund drei Viertel des Energieverbrauchs von Privathaushalten verantwortlich.

Das UBA rechnet außerdem vor, dass die Heizung der mit Abstand größte CO2-Erzeuger im Haushalt ist. 60 Prozent des CO2-Ausstoßes im Wohnbereich sind aufs Heizen zurückzuführen. Laut UBA entspricht das durchschnittlich 1,64 Tonnen CO2 im Jahr pro Person. Flugreisen, die viel häufiger in der Kritik stehen, kommen dagegen im deutschen Schnitt nur auf eine halbe Tonne pro Jahr.

Um den persönlichen CO2-Fußabdruck zu reduzieren und den eigenen Geldbeutel zu entlasten, gibt es also reichlich Potential. Als Privatperson kann man hier bereits einiges erreichen. Wir geben Tipps.

Richtig heizen: Die richtige Temperatur finden

Die Wohlfühltemperatur der meisten Menschen liegt bei etwa 20 bis 22 Grad – wobei es im Bad gerne ein wenig mehr sein darf und in der Küche etwas kühler, da auch Backofen, Herd und Kühlschrank Wärme abgeben. Wer optimal schlafen will, dreht den Thermostat ein wenig herunter: 16 bis 18 Grad gelten als angemessene Nachttemperatur. Sollte es im Bett zu kalt werden, kann eine Wärmflasche angenehmer sein als das Schlafen in einem überheizten Zimmer mit trockener Luft.

Die optimale Temperatur für nicht genutzte Räume liegt übrigens bei 15 Grad. Wird der Raum kälter, kann Schimmel entstehen, gerade wenn Feuchtigkeitsquellen im Haus vorhanden sind.

Die Heizung richtig einstellen

Dass ein Heizkörper nicht von Möbeln oder Gardinen verdeckt sein sollte, versteht sich von selbst. Aber wie können Sie die Heizung optimal einstellen, um Kosten zu sparen und die Wohnung dennoch warm zu halten? Vorausgesetzt, Sie verfügen über keinen modernen Temperaturregler, bei dem sich die gewünschte Gradzahl genau einstellen lässt?

Tagsüber sollte der Thermostat auf drei stehen, was etwa 20 Grad entspricht, wobei die Gradzahl je nach Heizung etwas variiert. Im Schlafzimmer darf es nachts etwas kühler sein: Die Einstellung zwei auf dem Thermostat ist hier angemessen. Ungenutzte Räume können mit einer Einstellung zwischen eins und zwei auf einer Temperatur gehalten werden, die Schimmelbildung nicht begünstigt.

Räume nachts auskühlen lassen?

Ob es sinnvoll ist, die Temperatur in ungenutzten Räumen nachts abzusenken, ist umstritten – denn am Morgen müssten Bewohner ja wieder heizen, was erneut Energie verbraucht. Das Umweltbundesamt empfiehlt hier, die Temperatur in Wohn- und Arbeitsräumen nachts nicht um mehr als fünf Grad zu senken, da sonst beim Wiederaufheizen zu viel Energie benötigt wird. Das gilt auch tagsüber, wenn mehrere Stunden lang niemand zu Hause ist.

Übrigens: Funkthermostate, mit denen Sie die gewünschte Temperatur für verschiedene Tageszeiten angeben können, sind schnell eingebaut. So können Sie den Heizzyklus bequem steuern und Energie (sowie CO2) sparen. Lese Sie dazu auch:

Richtig heizen – nicht zu früh, nicht zu lang

Verantwortungsbewusst heizen bedeutet auch: Nicht zu früh im Jahr beginnen und nicht zu spät aufhören. Selbstverständlich ist es von Wetter, Region und individuellem Temperaturempfinden abhängig, ab wann die Heizung eingeschaltet werden sollte.

Für Deutschland gilt als Faustregel: frühestens ab Oktober und spätestens bis Ende April.

Heizenergie nicht entweichen lassen

Richtig heizen heißt auch: Die Wärme nicht aus der Wohnung entweichen lassen. Da Fenster schlechter isolieren als Wände, empfiehlt sich hier, nachts die Rollläden herunterzulassen. Auf diese Weise lassen sich bis zu 20 Prozent Wärmeverlust verhindern.

Selbst Vorhänge, die vor den Fenstern zugezogen werden, können hilfreich sein, um Wärme in der Wohnung zu halten – vorausgesetzt, die Vorhänge werden nicht direkt vor dem laufenden Heizkörper zugezogen …

Richtig heizen geht nicht ohne richtiges Lüften

Wer Heizkosten sparen will, sollte die Fenster nicht unnötig kippen. Gekippte Fenster helfen kaum beim Luftaustausch und lassen nur die Wände auskühlen – Stoßlüften ist hier deutlich effektiver. Mehrmals am Tag sollten Sie deshalb die Fenster für einige Minuten vollständig öffnen. Wer Fenstern an gegenüberliegenden Fassaden öffnet, beschleunigt den Luftaustausch.

Wichtig: Im Winter sollten Sie vor dem Lüften natürlich den Thermostat herunterdrehen, um unnötigen Wärmeverlust zu vermeiden.

Hinter der Heizung dämmen

Je weniger Wärme aus der Wohnung entweicht, desto besser. Um den Wärmeverlust über die Außenwände zu senken, können Sie direkt hinter der Heizung eine Schicht Isoliermaterial anbringen (lassen). Der Fachhandel bietet hier verschiedene Dämmmatten an, die zum Energiesparen beitragen.

Natürlich lassen sich auch ganze Wände, vollständige Wohnungen oder Gebäude sanieren, um sie energetisch zu optimieren. Lesen Sie dazu auch:

Fenster und Türen abdichten

Um den Wärmeverlust über Türen und Fenster zu vermeiden, sollten Sie diese abdichten. Gerade Dichtungen an älteren Türrahmen und Fenstern können mit der Zeit nachlassen, abgesehen davon, dass Türen in Altbauten häufig überhaupt keine zeitgemäßen Dichtungen besitzen.

Auch hier bietet der Fachhandel eine große Auswahl an unterschiedlichen Dichtungsbändern und Zugluftstoppern an. Lesen Sie außerdem:

Richtig heizen: Weg vom Strom!

Heizlüfter sind Stromfresser – und noch dazu nicht besonders effektiv. Dasselbe gilt für Infrarotheizungen und Nachtstromspeicherheizungen. Diese sollten Sie, sofern möglich, austauschen oder gar nicht erst anschaffen. Denn in der Regel führt Heizen mit Strom vor allem zu zusätzlichen Kosten bei geringerem Wirkungsgrad.

Tipp: Stromverbrauch und Heizkosten lassen sich mit der Website Heizspiegel, Stromverbrauchsmessern und bestimmten Apps, die teilweise sogar von den Stadtwerken angeboten werden, leicht vergleichen und im Blick behalten.

Richtig heizen – weniger heizen

Überheizte und zu trockene Räume sind auf Dauer nicht gut für Ihre Gesundheit. Richtig heizen kann deshalb auch einfach bedeuten, weniger zu heizen. Wenn Sie sich zuhause etwas wärmer anziehen, können Sie Ihre Heiztemperatur bedenkenlos um 1 bis 2 Grad senken.

Es empfehlen sich hier Wollsocken, lange Unterwäsche und warme Pullover. Auch Halstücher oder (leichte) Schals beeinflussen das subjektive Wärmegefühl entscheidend.

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