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Ratgeber: Klimawandel

Die Zeichen stehen auf Sturm

Spezial Umwelt 5: 2011 | Kategorie: Freizeit und Technik | 04.11.2011

Ratgeber: Klimawandel

Tornados, Sturzregen, Überschwemmungen und Hitzewellen - der Klimawandel führt immer häufiger zu extremen Wetterereignissen. Weltweit nimmt die Zahl derartiger Naturkatastrophen zu. Und auch Deutschland muss sich auf mehr und schwerere Unwetter einstellen.

Die Himmelsschleusen öffneten sich, während in der Tagesschau der Wetterbericht lief. Um 20.10 Uhr begann es am 21. Juli 2007 über Baiersdorf, einer Kleinstadt in Mittelfranken, zu regnen, besser: zu schütten. Regelrechte Sturzbäche ergossen sich über den Ort, der trotz der Nähe zum Fluss Regnitz von Hochwasser üblicherweise verschont bleibt: "Die Stadt wurde auf einer Terrasse gebaut", sagt der Erste Bürgermeister Andreas Galster. Das Wasser kam aber an jenem Tag nicht aus dem Flussbett, sondern von oben: Innerhalb von nur vier Stunden gingen 200 Liter Regen je Quadratmeter auf die Stadt und die umliegenden Berge nieder. Die Folge: Eine wahre "Wasserwand" sei auf den Ort zugerollt, sagt Galster. Sie überschwemmte Straßen und Keller, setzte Turnhallen und Firmengebäude unter Wasser. Aus Gullys schossen wahre Fontänen, auf der A73 versanken Autos bis zu den Kühlerhauben in den Fluten. Ihre Insassen mussten mit Booten gerettet werden.

Die kurzen, aber heftigen Regenfälle waren verheerend. Auf 70 Millionen Euro beziffert Galster die Schäden einer Katastrophe, wie sie Baiersdorf zuvor in mindestens einem halben Jahrhundert nicht erlebt hatte. Ein einmaliger Schicksalsschlag war die Sturzflut indes offenbar nicht. Seit 2007 seien Teile der Stadt nach heftigen Niederschlägen bereits zweimal von erneuten Überflutungen bedroht gewesen, so Galster. Und in diesem Juli gingen erneut 100 Liter je Quadratmeter nieder - allerdings einige Kilometer entfernt von der Stadt. Glück gehabt, sagt Galster, "aber die Wahrscheinlichkeit, dass es uns trifft, steigt."

Diese Beobachtung des Baiersdorfer Bürgermeisters wird von Experten bestätigt. "Intensive Starkregen verursachen auch weitab von Gewässern als Sturzfluten erhebliche Schäden", heißt es in einer im Frühjahr vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) publizierten Studie. Sie untersucht, welche Zusammenhänge es zwischen der - so der Titel - Herausforderung Klimawandel und extremen Wetterereignissen in der Bundesrepublik gibt. Die Ergebnisse sind einigermaßen alarmierend. Tornados und Sturzregen, Dürrephasen und Überschwemmungen werden Deutschland weit öfter als bisher ereilen. Es sei "mit häufiger auftretenden Unwetterereignissen" und in der Folge auch mit zunehmenden finanziellen Schäden zu rechnen, heißt es.

Gestützt auf Modellrechnungen von Klimaforschern wie Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) wird vorhergesagt, dass etwa Schäden durch schwere Stürme und Hagel in den Jahren bis 2040 um sieben Prozent, bis 2070 sogar um 28 Prozent zunehmen könnten. Während die Folgen des Orkans Kyrill, der im Jahr 2007 ganze Landstriche entwaldete und insgesamt Schäden von rund 2,4 Milliarden Euro anrichtete, an vielen Stellen noch immer zu sehen sind, warnen die Forscher bereits vor künftigen Stürmen mit "drastisch erhöhten Windgeschwindigkeiten".

Auch schlimme Hochwasser könnten das Land künftig häufiger treffen: Fluten

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Seite 6 - 15 im Spezial Umwelt 5: 2011
vom 04.11.2011
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Erschienen am 04.11.2011

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