Vor allem im Hochsommer brauchen Pflanzen im Garten und auf dem Balkon jede Menge Wasser. Wer weiß, wie er seine Pflanzen richtig gießt, sorgt für gutes Gedeihen und kann zudem Wasser sparen. ÖKO-TEST zeigt, welche Fehler Sie ganz einfach vermeiden können:
Fehler 1: Pflanzen zur falschen Zeit gießen
Gießen Sie, wenn möglich, in den frühen Morgenstunden. Hier gilt: Je früher, desto besser. Denn je kühler es noch ist, umso weniger Wasser verdunstet und kann vollständig in den Boden einsickern.
Ein angenehmer Nebeneffekt des morgendlichen Pflanzengießens: Schnecken werden weniger stark angelockt, als wenn Sie den Garten am Abend gießen.
Absolutes Tabu: Den Garten in der Mittagshitze bei starker Sonneneinstrahlung gießen. Die Wassertropfen auf den Blättern und Blüten können wie ein Brennglas wirken und dafür sorgen, dass der Rasen verbrennt. Außerdem verdunstet ein Großteil des Wassers in der Hitze und kommt so gar nicht erst bei den Wurzeln an.
Fehler 2: Pflanzen falsch gießen
Ein Rasensprenger macht nur bei großen Rasenflächen Sinn. Beete, Hecken und auch das Gemüse sollten Sie nicht mit dem Rasensprenger wässern.
Denn: Beim Bewässern mit dem Sprenger landet zu viel Wasser auf den Blättern und zu wenig auf der Erde, wo es eigentlich hingehört. Auf den Blättern aber kann das Wasser verdunsten oder die Pflanzen sogar schädigen, wenn es nicht schnell genug trocknet: Einige Gemüsesorten neigen beispielsweise zu Pilzkrankheiten, wenn ihre Blätter zu lange feucht sind. Besonders gefährdet sind Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Zucchini und Kürbis.
Gießen Sie besser mit der guten alten Gießkanne oder dem Gartenschlauch, und zwar möglichst bodennah.

Fehler 3: Pflanzen zu viel oder zu wenig gießen
Hier gilt die Faustregel: Je größer die Blätter, desto mehr Wasser benötigt die Pflanze. An schattigen Standorten benötigen Pflanzen generell weniger Wasser als an sonnigen. Bei jungen und frisch gesetzten Gewächsen sollten Sie besonders auf regelmäßiges Gießen achten.
Außerdem gilt: Topfpflanzen brauchen generell häufiger Wasser als Pflanzen, die im Beet wachsen.
Fehler 4: Zu viel Schwung beim Gießen
Wenn Sie mit dem Gartenschlauch bewässern, achten Sie darauf, dass der Wasserdruck nicht zu hoch ist. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie versehentlich die Erde unter Ihren Pflanzen wegspülen. Freiliegende Wurzeln sind sehr empfindlich.
Fehler 5: Pflanzen brauchen nicht nur Wasser
Gießen allein ist schön und gut, genügt aber nicht. Pflanzen benötigen auch Unterstützung in Form von Dünger. Verwenden Sie zum Düngen am besten Kompost oder organischen Flüssigdünger.
Gut zu wissen: Wenn Sie Pflanzen in frische Erde setzen, können Sie auf das Düngen verzichten. Neue Erde enthält ausreichend Nährstoffe.
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Fehler 6: Zu häufig gießen
Für Hobbygärtner gilt: Besser, als jeden Tag ein bisschen zu gießen, ist es, seltener, aber dafür ausgiebiger zu gießen. Wenn Sie seltener gießen, bilden die Pflanzen Wurzeln aus, die in tiefere Bodenschichten reichen. Die Pflanzen können sich so besser selbst mit Wasser versorgen.

Fehler 7: Mit Leitungswasser gießen
Wer seine Pflanzen mit Regenwasser gießen kann, sollte das tun! Das Nass, das kostenlos vom Himmel fällt, ist kalkarm und hat genau den pH-Wert, den Pflanzen lieben. Regenwasser können Sie in einer Regentonne oder einem anderen großen Gefäß sammeln.
Wichtig: Gefäße dürfen nicht zu einer Gefahr für Kinder oder einer Falle für Tiere werden.
Fehler 8: Auf den Regenschauer verlassen
Nach einem kurzen Regenschauer oder Gewitterregen verzichten viele aufs Gießen. Das ist gefährlich, denn häufig ist die Wassermenge, die vom Himmel gefallen ist, zu gering, um die Erde richtig zu durchfeuchten.
Fehler 9: Mulchen vergessen
Wenn Sie Rindenmulch unter die Erde mischen, kann der Boden das Wasser besser speichern – und Sie müssen seltener gießen.
Fehler 10: Zu häufig den Rasen mähen
Vor allem im Hochsommer sollten Sie den Rasen nicht zu kurz mähen. Als ideal gelten vier bis fünf Zentimeter Länge. Ist der Rasen zu kurz, trocknet der Boden stärker aus, und Unkraut kann sich leichter verbreiten.
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