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Papiermüll: Diese 8 Dinge gehören nicht ins Altpapier

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 24.05.2021

Wir zeigen, welche acht Dinge nicht ins Altpapier gehören.
Foto: Shutterstock/photka

Es gibt viele Produkte, die aussehen wie Papier und den Begriff "-papier" vielleicht sogar im Namen tragen. Trotzdem sind nicht alle davon ein Fall fürs Altpapier, sondern gehören in den Restmüll. ÖKO-TEST schafft Übersicht und klärt auf, was in die Blaue Tonne darf und was nicht.

Dass Briefe, Broschüren, Zeitungen, Zeitschriften, Hefte & Co. ins Altpapier bzw. in die Blaue Tonne gehören, versteht sich von selbst. Sie sind ein wertvoller Rohstoff, der – über verschiedene Verarbeitungsstufen in der Wiederaufbereitungsanlage – zu Recyclingpapier wird, aus dem neue Produkte entstehen können. Doch leider lässt sich nicht alles, was nach Papier aussieht oder so heißt, auf diese Weise wiederaufbereiten.

Papiermüll: Was darf rein? Was soll nicht sein?

Denn: Viele papierartige Stoffe bestehen aus speziellen Verbundmaterialien oder sind mit bestimmten Beschichtungen versehen. Deshalb können sie nicht so gut wiederverwertet werden wie unbehandelte Papiere und Pappen und behindern den Recyclingprozess mehr, als ihm zu nützen. Recyclingbetriebe sind nicht darauf ausgerichtet, alle vorstellbaren Verbindungen zu trennen oder alle möglichen Fremd- oder gar Schadstoffe zu entfernen, bevor sie das Papier wiederaufbereiten können. Auch verschmutztes oder verunreinigtes Papier sollte deshalb nicht im Altpapier landen.

Wenn Sie selbst dazu beitragen möchten, dass Ihr Papiermüll möglichst sortenrein bleibt und optimal recycelt werden kann, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die folgenden kniffligen Fälle, die über gewöhnliche Pappen, Papiere und Kartons hinausgehen. Um es kurz zu machen: Die meisten Zweifelsfälle gehören in den Restmüll, es gibt aber auch Ausnahmen.

1. Backpapier

Backpapier, selbst wenn unbenutzt, sollte nicht im Altpapier entsorgt werden.
Backpapier, selbst wenn unbenutzt, sollte nicht im Altpapier entsorgt werden. (Foto: Pixabay/Lebensmittelfotos)

Backpapier ist zum einen mit einer speziellen Beschichtung versehen, zum anderen ist es nach der mehrmaligen Benutzung normalerweise mit Essensresten und/oder Fettspritzern verschmutzt. Ein klarer Fall für den Restmüll.

2. Butterbrotpapier/Pergamentpapier

Genau wie Backpapier ist Butterbrotpapier nach der Benutzung normalerweise verschmutzt und damit für eine Weiterverwertung nicht mehr zu gebrauchen. Es gehört damit ebenfalls in den Restmüll.

3. Getränkekartons

Getränkekartons – die etwa mit Milch, Sahne oder Säften befüllt werden – sind Verbundverpackungen, die aus mehreren Kunststoffschichten, Aluminium und Papier bestehen. 

Für Konsumenten gilt: Getränkekartons sind ein Fall für den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne. Was sich noch weiter herumsprechen sollte – die Umwelthilfe zumindest bemängelt, dass mehr als ein Drittel der Getränkekartons fälschlicherweise im Papiermüll, im Restmüll oder gar in der Umwelt entsorgt werden.

4. Geschenkpapier, wenn beschichtet

Das Geschenkpapier glitzert? Dann enthält es Metall und/oder Kunststoffe und gehört in den Restmüll.
Das Geschenkpapier glitzert? Dann enthält es Metall und/oder Kunststoffe und gehört in den Restmüll. (Foto: Pixabay/anncapictures)

Knifflig: Einige Geschenkpapiere dürfen zum Altpapier, andere nicht. Tabu für den Papiermüll sind beschichtete Geschenkpapiere, weil sie Kunststofflacke oder -folien beinhalten. Wenn ein Papier auffällig glitzert, glänzt oder wasserfest zu sein scheint, ist das ein Zeichen für eine Beschichtung – und damit für den Restmüll.

Sie können dem vorbeugen, indem Sie bereits beim Kauf auf unbeschichtetes Geschenkpapier achten, das am besten selbst schon aus Recyclingpapier hergestellt wurde. Sie erkennen solche Geschenkpapiere unter anderem daran, dass sie mit dem Siegel Blauen Engel gekennzeichnet sind.

>> Lesen Sie auch: Geschenke verpacken – so klappt es nachhaltiger

5. Kassenbons, Fahrkarten & Tickets

Fast schon ein Klassiker ist die Frage nach den Kassenbons. Obwohl sich keine BPA-haltigen Kassenzettel mehr im Umlauf befinden sollten, sind Sie – und die Umwelt – auf der sicheren Seite, wenn Sie Kassenbons nicht zum Altpapier, sondern in den Restmüll werfen.

Sicherheitshalber gilt dies auch für Fahrkarten aus Bus und Bahn. Denn auch diese werden häufig auf Thermopapier gedruckt. Viele dieser Thermopapiere enthalten inzwischen nicht mehr Bisphenol A (BPA), sondern Bisphenol S (BPS), dessen Risiken noch nicht abschließend geklärt sind. Sicherheitshalber sollte die Chemikalie aber nicht in den Papierkreislauf gelangen, da sie sonst über Verpackungen mit Lebensmitteln in Kontakt kommen kann.

Aber: Blaue Kassenbons, wie Sie immer häufiger zu sehen sind, sind unbedenklich und dürfen in den Papiermüll. Sie basieren auf einem anderen, unbedenklichen Druckverfahren.

6. Küchenrolle/-krepp & Servietten

Ohnehin etwas überflüssig, und wenn, dann kein Fall fürs Altpapier: Küchenrolle.
Ohnehin etwas überflüssig, und wenn, dann kein Fall fürs Altpapier: Küchenrolle. (Foto: Africa Studio/Shutterstock )

Nach der Benutzung ist Küchenpapier verschmutzt und damit nicht mehr für den Papier-, sondern für den Restmüll gedacht. Es ist auch möglich, benutztes Küchenpapier über die Biotonne zu entsorgen – wenn auch nicht die erste Wahl.

Den "Fußabdruck" Ihrer Küchenrolle minimieren Sie übrigens, wenn Sie gleich ein Produkt aus Altpapier kaufen. Auch hier hilft es, auf den Blauen Engel zu achten.

Wer besonders umweltbewusst ist, kommt gleich ganz ohne Küchenkrepp aus, bei dem es sich streng genommen um ein überflüssiges Haushaltsprodukt handelt. Als Alternativen bieten sich waschbare Taschen- und Handtücher, Servietten oder Wischtücher aus Stoff an, beispielsweise aus Baumwolle. Sie alle sind papier- und müllfrei. Und auch der Spüllappen tut seinen Dienst, wenn beim Essen mal etwas danebengeht.

Außerdem gut zu wissen: Wir haben vor Kurzem rund 20 Küchenrollen ins Labor geschickt, um sie auf problematische Inhaltsstoffe zu untersuchen. Hier erfahren Sie mehr zum Test:

20 Küchenrollen im Test: Nicht alle für den Lebensmittel-Kontakt geeignet

7. Papiertaschentücher

Auch benutzte Papiertaschentücher gehören in den Restmüll, damit sie – schon aus gesundheitlichen Gründen – verbrannt werden. Wer sich den Aufwand sparen will, greift zu Taschentüchern aus Stoff. Papiertaschentücher hingegen gibt es konventionell und aus Recyclingpapier, außerdem gilt: Je weniger Lagen sie haben, desto weniger Material muss bei der Herstellung aufgewendet werden.

8. Pizzakartons

Für die stabilen Hüllen, in denen die köstlichen Pizzafladen zu uns finden, gilt:

  • Sind sie beschichtet und lässt sich die Beschichtung nicht getrennt entsorgen, gehören Pizzakartons in den Restmüll.
  • Sind sie unbeschichtet und mit Essensresten verschmutzt, ebenfalls.
  • Sind sie, von ein paar Fettflecken abgesehen, noch einigermaßen sauber, dürfen Pizzakarton hingegen auch ins Altpapier.

Auch Folgendes gehört nicht in den Papiermüll

Haftzettel sind mit Klebstoffen behandelt und sollten deshalb lieber in den Restmüll.
Haftzettel sind mit Klebstoffen behandelt und sollten deshalb lieber in den Restmüll. (Foto: Pixabay/Pexels)

Außerdem in den Restmüll gehören folgende (vermeintliche) "Papiere" oder papierähnlichen Produkte.:

  • Aktenordner aus Karton
  • benutzte Kosmetiktücher
  • Briefe mit Plastik-Sichtfenster (Ausnahme: Sichtfenster aus Pergamin); hier können Sie das Sichtfenster vom Papier trennen und gesondert im Restmüll entsorgen
  • feuchtes/verschmutztes Toilettenpapier
  • Faxpapier, wenn Thermopapier
  • Filterpapier
  • Fotopapier und Fotos
  • Kohlepapier
  • Pappteller
  • Haftzettel/Post-its
  • Postkarten (sind in der Regel beschichtet)
  • Tapeten (bis auf wenige Ausnahmen)
  • Wachspapier

Grundsätzlich gilt: Was überzogen, imprägniert oder merklich mit Wachs, Öl, Lack und/oder Folie behandelt ist, kann nicht ins Altpapier gehören. Ebenso wenig, was stärker verschmutzt, verklebt oder verunreinigt ist.

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