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Lavendel richtig schneiden: So verhindern Sie, dass Lavendel verholzt

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Freizeit und Technik | 17.08.2021

Die lila Blüten des Lavendel locken Bienen an und verströmen einen intensiven Duft.
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Hans

Lavendel versprüht auf dem Balkon oder im Garten einen mediterranen Duft und bietet Bienen gleichzeitig reichlich Nahrung. Damit Ihr Lavendel schön wächst, lange blüht und nicht verholzt, ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig. Wir zeigen, wie Sie dabei am besten vorgehen.

  • Der Lavendel ist ein recht anspruchsloser Strauch mit lila Blüten, der – je nach Sorte – bis zu einem Meter groß werden kann.
  • Die Pflanze ist nicht nur wegen ihres Dufts beliebt, sondern wird auch als Heilpflanze in der Medizin und Kosmetikindustrie verwendet.
  • Wer Lavendel im Garten oder auf dem Balkon hat, sollte den Strauch zweimal im Jahr schneiden.

Bei Lavendel denken viele an die riesigen lila Blütenfelder in der Provence. Doch die Pflanze ist an der gesamten Küste des Mittelmeerraums beheimatet. Das ätherische Öl des Lavendel wird in Parfüms, Badezusätzen und anderen Kosmetikprodukten eingesetzt. In der mediterranen Küche kommen die getrockneten Zweige in Eintöpfe, Salate und sogar auf Desserts.

In unseren Gärten und Balkonen wird Lavendel meist als Zierpflanze gehalten. Und das zahlt sich aus: Der intensive Lavendelduft zieht Bienen und Schmetterlinge an und bietet den Insekten reichlich Nektar, hält Mücken aber fern. Die mögen das ätherische Öl des Lavendel nicht. Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrem Lavendelstrauch haben, sollten Sie ihn zweimal jährlich zurückschneiden.

Lavendel schneiden: So gehen Sie vor

Der richtige Schnitt ist für die Pflege Ihres Lavendel wichtig. Verzichten Sie auf das Schneiden, wächst der Strauch zwar wild weiter, neigt sich dann aber irgendwann zur Seite. Durch den Schnitt verholzt der Lavendel außerdem weniger und wächst schön kompakt.

Erster Schnitt im Frühjahr

Im Frühjahr erfolgt der wichtigste Schnitt für den Lavendel. Den Zeitpunkt sollten Hobbygärtner genau abpassen: Sie sollten den Lavendel vor dem neuen Austrieb schneiden. Gleichzeitig sollte es möglichst keinen Frost mehr geben. In der Regel ist das bei uns Ende März bis Anfang April der Fall.

Schneiden Sie alle Blütentriebe aus dem Vorjahr zurück, jedoch nicht mehr als zwei Drittel der Pflanze. Achten Sie darauf, nicht zu tief ins Holz zu schneiden. Am besten schneiden Sie die Zweige ein Stück oberhalb des Austriebs aus dem letzten Jahr ab.

Zweiter Schnitt im Spätsommer

Den zweiten Lavendelschnitt nehmen Sie im Sommer zwischen Ende Juli und Mitte August vor. Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt ist gekommen, wenn der Lavendel verblüht. Schneiden Sie die Blütenstiehle dann circa ein Drittel zurück. Die unteren jungen Triebe und die grünen Blätter schneiden Sie nicht ab.

Tipp: Die abgeschnittenen Lavendelzweige können Sie zusammenbinden, aufhängen und trocknen. Anschließend sorgen sie zum Beispiel im Kleiderschrank für einen angenehmen Duft oder Sie streuen ein wenig davon über den nächsten Salat.

Im Frühjahr schneiden Sie etwa zwei Drittel, im Spätsommer ein Drittel Ihres Lavendel ab.
Im Frühjahr schneiden Sie etwa zwei Drittel, im Spätsommer ein Drittel Ihres Lavendel ab. (Foto: Shutterstock / Syda Productions)

Lavendel schneiden: Do's und Don'ts

Eine gute Orientierungshilfe beim Lavendelschneiden ist die Ein-Drittel-Zwei-Drittel-Methode: Ein Drittel schneiden Sie im Spätsommer zurück, zwei Drittel im nächsten Frühjahr.

Wenn Sie den Zeitpunkt für den zweiten Schnitt verpasst haben und der Lavendel schon länger verblüht ist, verzichten Sie auf den Schnitt und warten bis zum Frühjahr. Andernfalls schadet der Frost der Pflanze.

Schneiden Sie den Lavendel nie zu weit bis ins mehrjährige Holz zurück. Sonst treibt er nur schlecht wieder aus. Ältere Lavendelsträucher sollten Sie zudem nicht so stark zurückschneiden wie junge Pflanzen.

Tipps für die optimale Lavendelpflege

  • Lavendel mag die Sonne, suchen Sie deshalb einen sonnigen, möglichst windgeschützten Platz aus.
  • Wenn Sie Lavendel im Garten anpflanzen, ist ein Hochbeet oder eine leichte Hanglage optimal. Außerdem braucht der Strauch einen durchlässigen Boden.
  • Lavendel verträgt keine Staunässe. Im Topf muss das Wasser deshalb unten durch ein Abflussloch abfließen können.
  • Da Lavendel nicht viel Pflege braucht, müssen Sie ihn auch nicht düngen.
  • Nur Echter Lavendel ist winterhart und hält Temperaturen bis zu -15 Grad aus. Andere Sorten benötigen je nach Kälte einen Schutz aus Zweigen, Laub oder Reisig. Lavendel im Topf überwintern Sie am besten bei rund fünf bis zehn Grad in einem hellen Raum.

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