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Kräuter anpflanzen: So wird Ihr Kräutergarten zum Erfolg

Autor: Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Freizeit und Technik | 01.03.2021

Basilikum und Rosmarin gehören zu den Klassikern im Kräuterbeet.
Foto: Alan Gordine/Shutterstock

Wer in seinem Garten oder auf dem Balkon Kräuter anpflanzen kann, dem stehen das ganze Jahr über Kräuter für die Küche zur Verfügung. Aber wie viel Platz benötigt der eigene kleine Kräutergarten? Und welche Pflanzen sollten auf keinen Fall zusammen angepflanzt werden? Mit unseren Pflanz- und Pflegetipps können Sie ganz leicht ein eigenes Kräuterbeet anlegen.

Ob Rosmarin und Thymian für das Ratatouille oder Petersilie und Dill für Kartoffel- und Fischgerichte – frische Kräuter geben jedem Gericht eine feine Note. Praktisch, nachhaltig und gesund, wenn man sie direkt aus dem eigenen Kräutergarten ernten kann. Dabei ist es egal, ob Sie einen Balkon haben oder Ihnen gleich ein ganzer Garten zur Verfügung steht – Platz für einen Kräuterbeet gibt es auf der kleinsten Fläche. Wir erklären Ihnen, was Sie beachten müssen.

Kräuter anpflanzen: Der richtige Platz

Einen Kräutergarten können Sie überall dort anlegen, wo ein wenig Platz zur Verfügung steht. Wichtig ist, dass die Pflanzen ausreichend Sonnenlicht bekommen und der Anbauort einigermaßen windgeschützt ist. Wer einen eigenen Garten zur Verfügung hat, pflanzt die Kräuter am besten in ein Erdbeet in der Nähe der Küche. Eine Fläche von zwei bis vier Quadratmetern ist für das Kräuterbeet in der Regel schon ausreichend. 

Einen besseren Schutz vor Schnecken bieten Hochbeete. Sie eignen sich besonders gut für mediterrane Kräuter, da die Erde hier etwas trockener und wärmer ist. Ein weiterer Vorteil: Das Gärtnern ist bequemer, weil man sich nicht so tief bücken muss. Eine beliebte Form des Kräutergartens ist darüber hinaus die Kräuterspirale. Dank der verschiedenen Ebenen kann hier eine Vielzahl von Kräutern, von wasserliebender Kresse bis zum Sonnenanbeter Rosmarin, zusammen gedeihen.

Kräutergarten anlegen: Auch auf dem Balkon möglich

Kräutergärten lassen sich auch auf kleinem Raum anlegen, beispielsweise auf dem Balkon oder auf der Fensterbank in der Küche. In Pflanzenkästen am Balkongeländer, vertikal in Europaletten, oder in Blumentöpfen wachsen Basilikum, Rosmarin & Co. problemlos an.

Eine gute Wahl für den Kräutergarten auf kleinem Raum sind Tontöpfe, weil Sie sowohl Wasser als auch Wärme sehr gut speichern. Sie sollten einen Mindestdurchmesser von 14 bis 20 Zentimetern haben und mit ausreichend gedüngter Topferde gefüllt sein. Wichtig: Damit das Regen- und Gießwasser abfließen kann und die Pflanzen nicht anfangen zu faulen, muss der Topfboden mit einer Drainageschicht aus Kies, Blähton oder Tonscherben bedeckt sein.

Platz für ein paar Kräuter findet sich auf dem kleinsten Balkon.
Platz für ein paar Kräuter findet sich auf dem kleinsten Balkon. (Foto: Franz Peter Rudolf/Shutterstock)

Die richtige Vorbereitung für den Kräutergarten

Je nachdem, wie die Bodenverhältnisse in Ihrem Garten sind und welche Kräuter Sie anpflanzen wollen, muss die Bodenqualität vor dem Einpflanzen verbessert werden. So können lehmige Böden beispielsweise mit Sand aufgelockert und sandige Böden mit Pflanzenerde angereichert werden. Wer einen Komposthaufen im Garten hat, kann zudem etwas Kompost untermischen, um den Nährstoffgehalt des Bodes zu optimieren. Alternativ bieten sich auch organische Dünger wie Pferde- oder Rindermist an.

Speziell für den Kräutergarten auf dem Balkon gibt es inzwischen fertig gemischte Kräutererden und Kräuterdünger, die unter anderem im Baumarkt erhältlich sind. Letzterer sollte allerdings nur sparsam eingesetzt werden, weil viele Kräuter eher genügsame Pflanzen und nicht viele zusätzliche Nährstoffe benötigen.

Der perfekte Starttermin in die Kräutersaison im Garten oder auf dem Balkon ist übrigens im Mai, wenn die Frostsaison beendet ist. Dann können Sie die fertigen Pflanzen, Setzlinge oder Samen in den Boden einpflanzen.

Hochbeete schützen den Kräutergarten vor Schädlingen, wie zum Beispiel Schnecken.
Hochbeete schützen den Kräutergarten vor Schädlingen, wie zum Beispiel Schnecken. (Foto: TG23/Shutterstock)

Passende Kräuter anpflanzen: Nicht alle Kräuter sind sich grün

Welche Küchenkräuter Sie anpflanzen möchten, hängt ganz von Ihren eigenen Vorlieben ab. Doch Vorsicht, nicht alle Pflanzen vertragen sich untereinander. So sollten zum Beispiel Petersilie und Pfefferminze oder Basilikum und Zitronenmelisse nicht nebeneinander angepflanzt werden. Genausowenig können wasserliebende Kräuter wie Kresse, Petersilie und Schnittlauch direkt neben Rosmarin, Thymian und Salbei wachsen, die einen trockeneren Boden benötigen. Eine gute Faustregel ist es, einjährige Kräuter wie Basilikum, Dill und Majoran und mehrjährige Kräuter wie Thymian, Salbei und Minze getrennt voneinander anzupflanzen.

Ein wichtiger Faktor für den eigenen Gärtnererfolg sind zudem die Lichtverhältnisse. Liegt der Kräutergarten im Halbschatten, wachsen Kräuter wie Petersilie, Minze, Kerbel und Sauerampfer besonders gut. Ist Ihr Kräuterbeet dagegen langer und direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, setzen Sie am besten auf mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Rosmarin oder Lavendel.

Wie oft müssen Kräuter gegossen werden?

Neben den unterschiedlichen Boden- und Nährstoffbedürfnissen haben verschiedene Kräuter auch unterschiedliche Wasserbedürfnisse. Generell gilt, dass Kräuter im Beet etwa zweimal wöchentlich kräftig gegossen werden sollten. Als Faustregel empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung eine Menge von 10 Litern pro Quadratmeter. Mediterrane Kräuter überstehen dabei auch kleine Trockenphasen, Petersilie und Schnittlauch mögen es dagegen durchgängig feucht. 

Bei Kräutern auf dem Balkon lässt sich der Wasserbedarf über die Fingerprobe ermitteln. Stecken Sie dafür einen Finger etwa fünf bis sieben Zentimeter in die Erde. Fühlt sich die Erde im Topf noch feucht an, sind die Pflanzen in der Regel noch ausreichend mit Wasser versorgt. Ist sie dagegen trocken, benötigt die Pflanze wieder Wasser. 

Die beste Zeit um Ihre Kräuter zu gießen ist entweder morgens oder abends. Verwenden Sie dafür abgestandenes, lauwarmes Wasser – das mögen die Pflanzen am liebsten.

Viele mediterrane Kräuter können nach der Ernte getrocknet und später verwendet werden.
Viele mediterrane Kräuter können nach der Ernte getrocknet und später verwendet werden. (Foto: marcin jucha/Shutterstock)

Wissenswertes zur Kräuterernte und -aufbewahrung

Um das volle Aroma der Kräuter nutzen zu können, empfiehlt es sich frische Kräuter morgens zu ernten. Denn dann ist der Anteil an ätherischen Ölen am höchsten. Ernten Sie verschiedene Kräuter gleichzeitig, bewahren Sie diese vor der Verwendung möglichst getrennt auf, da sonst die Aromen verschwinden. Zudem sollten die meisten Kräuter möglichst kurz nach der Ernte verbraucht werden.

Alternativ können Sie manche Kräuter wie Rosmarin oder Thymian auch trocknen und die abgestreiften Nadeln in lichtundurchlässigen Behältnissen aufbewahren. Kräuter, wie Petersilie, Dill und Schnittlauch können Sie dagegen einfach einfrieren. So haben Sie mit etwas Glück das ganze Jahr etwas von ihrem Kräutergarten.

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