Hummeln: So gestalten Sie Ihren Garten hummelfreundlich

Autor: dpa / Redaktion (bw) | Kategorie: Freizeit und Technik | 25.03.2023

Hummeln: So helfen Sie den Wildbienen
Foto: Shutterstock / Daniel Pahmeier

Immer mehr Hummelarten sind vom Aussterben bedroht. In unseren Gärten spielen die Insekten allerdings eine wichtige Rolle: Sie sind auch unterwegs, wenn das Wetter kühl, schlecht und windig ist. Grund genug, es ihnen schön zu machen. Mit diesen Pflanzen und Maßnahmen können Sie Hummeln im Garten und auf dem Balkon unterstützen.

Erwärmt die Sonne langsam die Erde, krabbeln die Hummelköniginnen aus ihren Winterquartieren. Jetzt brauchen sie protein- und vitaminreiche Pollen für die Entwicklung der Eierstöcke, um sich fortzupflanzen, erklärt die Deutsche Wildtier Stiftung.

Hummeln produzieren zwar keinen Honig, sie sind aber dennoch unverzichtbar: Sie bestäuben zahlreiche Wild-, Zier- und Nutzpflanzen und sorgen so für den Fortbestand der Pflanzen, den Erhalt der Artenvielfalt und sind für eine gute Ernte mitverantwortlich.

Die Hälfte aller Hummelarten ist vom Aussterben bedroht. Verantwortlich dafür:

Wie sieht ein hummelfreundlicher Garten aus?

In der freien Natur geht die Anzahl an Blüten zurück. Daher sind passende Pflanzen in Gärten oder auf Balkonen wichtig.

Gartenbesitzer können Hummeln helfen, wenn sie frühblühende Stein- oder Kernobstsorten wie Zwetschgen, Kirschen oder Äpfel pflanzen, ebenso Weiden- und Ahornsorten, Felsenbirne und Hartriegel sowie Beerensträucher. Auch Wildstauden wie Nieswurz, Huflattich und Hirtentäschel liefern früh im Jahr Pollen und Nektar.

Frühjahrs-Pflanzen wie Traubenhyazinthen, Schneeglanz, Krokusse, Winterlinge und Blausterne gedeihen im Beet und auch in Kübeln oder Balkonkästen.

Später im Jahr wird es dann noch einmal eng: Durch die immer heißere und trockenere Witterung schon ab Mai brauchen Hummeln oft bis in den August Unterstützung. Die geben folgende Pflanzen, die mit ein bisschen Wildnis im Garten meist ganz von allein wachsen: Rot-, Horn- und Weißklee, Natternkopf, Flockenblumen, Küchenkräuter und Disteln.

Hummeln benötigen von Frühjahr bis Herbst ein ununterbrochenes Nahrungsangebot
Hummeln benötigen von Frühjahr bis Herbst ein ununterbrochenes Nahrungsangebot (Foto: Shutterstock / Oleg Kopyov)

Der NABU empfiehlt folgende Pflanzen für einen hummelfreundlichen Garten:

  • Gartenpflanzen
    Krokus, Schlüsselblume, Lungenkraut, Schwertlilie, Winterling, Akelei, Gartenrittersporn, Gartenlöwenmaul, Fingerhut, Kapuzinerkresse, Mohnarten, Glockenblume, Herzgespann, Echte Katzenminze, Melisse, Pfefferminze, Gartensalbei, Thymian, Große Balsamine, Erika, Bechermalve, Stockrose, Lavendel, Lupine, Sonnenblume, Sommerflieder, Alant, Kugeldistel, Edelwicke
  • Kulturpflanzen
    Ackerbohne, Erbse, Bohne, Futterwicke, Winterwicke, Luzerne, Futteresparsette, Senf, Raps, Lauch, Phacelia, Borretsch, Rotklee, Rote und Schwarze Johannisbeere, Stachelbeere, Brombeere, Himbeere, Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Mirabelle
  • Wildpflanzen
    Löwenzahn, Kriechender Günsel, Gundermann, Wiesensalbei, Kleine und Große Braunelle, Ziestarten, Schöllkraut, Skabiosenflockenblume, Wiesenglockenblume, Wiesenplatterbse, Rotklee, Weißklee, Wundklee, Hornklee, Steinklee, Dorniger Hauhechel, Rote und Weiße Taubnessel, Vogelwicke, Zaunwicke, Hahnenfußarten, Wiesenknopf, Taubenskabiose, Herbstzeitlose, Klatschmohn, Fetthenne, Ochsenzunge, Leinkraut, Nachtkerze, Königskerze, Ackerwachtelweizen, Malvenarten, Distelarten, Karde, Schafgarbe, Natternkopf, Kornblume, Dost, Baldrian, Johanniskraut, Mädesüß, Beinwell, Lerchensporn
      Heckenpflanzen
      Gemeiner Schneeball, Rote Heckenkirsche, Traubenkirsche, Holunder, Wildrosen, Weißdorn, Salweide, Pfaffenhütchen, Himbeere, Holzapfel, Liguster
    • Rankpflanzen
      Blauregen, Waldrebe (Clematis), Efeu, Geißblatt, Schling-Knöterich

    Darüber hinaus ist wichtig, dass Sie für Hummeln und andere Insekten Totholz liegen lassen und es in Ihrem Garten unaufgeräumte Ecken mit Wildpflanzen gibt.

    Wer fliegt denn da? - "Hummelhotline" gibt Antworten

    Welche Hummel fliegt denn hier im Garten? Diese Frage klärt auch in diesem Frühling die "Hummelhotline" des Bund Naturschutz und des Instituts für Biodiversitätsinformation (IfBI). "Ziel des Projektes ist es, mehr über die verschiedenen Hummelarten in Bayern zu erfahren und die Menschen für die Natur vor der Haustür zu begeistern", erklärt Projektleiterin Martina Gehret.

    Wer eine Hummel entdeckt, kann ein Foto von ihr machen und einschicken - und erhält im Gegenzug Informationen über die jeweilige Art. Im vergangenen Jahr gingen mehr als 3.200 Fotos ein. Die am häufigsten gemeldete Hummelart war demnach die Erdhummel, dann folgten Wiesenhummel und Steinhummel.

    Die Aktion läuft bis zum Ostermontag (10. April 2023).

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