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Hortensien vermehren: Jetzt im Juni ist der beste Zeitpunkt

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 13.06.2022

Hortensien vermehren: Im Juni ist der beste Zeitpunkt
Foto: Shutterstock / Cristina Ionescu

Hortensien blühen lange und prächtig – und benötigen dabei nicht viel Pflege. Wenn Sie Hortensien vermehren möchten, ist das ganz einfach und auch ohne "grünen Daumen" möglich – zum Beispiel über Stecklinge. Wir erklärn, wie das Vermehren von Hortensien gelingt.

Die meisten Hortensien fangen im Juni an zu blühen und verzaubern uns bis in den Herbst mit ihren Blüten in Weiß, Blau, Rosa oder Lila. Hortensien lassen sich dazu auch noch ganz einfach vermehren: Sie brauchen nur eine Mutterpflanze, ein scharfes Messer, Anzuchterde – und etwas Geduld.

Hortensien pflegen

Hortensien verschönern Garten und Balkon mit ihren romantischen Blütendolden. Die winterharten Pflanzen fühlen sich im Halbschatten besonders wohl und haben in puncto Pflege eigentlich nur zwei Bedürfnisse: Als Flachwurzler haben die Hortensien quasi ständig Hunger und Durst.

Das heißt: Hortensie regelmäßig und ausgiebig wässern – aber bitte nicht mit eiskaltem Wässer. Und noch ein Tipp: Gießen Sie das Wasser nicht direkt auf die Blätter.

Um prachtvoll und ausdauernd zu blühen, benötigen Hortensien eine gute Versorgung mit Nährstoffen. Hortensien mit blauen Blüten bevorzugen Rhododendrondünger, alternativ Kaffeesatz. Rosafarbene Hortensien können Sie mit gewöhnlichem Dünger für Blühpflanzen versorgen.

Hortensie vermehren 

Die Hortensienvermehrung ist einfacher als gedacht und auch für Hobbygärtner ohne grünen Daumen geeignet. Sie können die Hortensie über Ableger, Stecklinge oder auch über eine Teilung der Mutterpflanze vermehren. Die Vermehrung über Samen ist für Hobbygärtner praktisch unmöglich.

Wenn Sie einen großen Hortensien-Strauch haben, können Sie den Wurzelstock teilen. Das funktioniert allerdings nicht bei allen Hortensien-Arten: Für die Vermehrung durch Teilung ist die Schneeball-Hortensie geeignet, die Rispen-Hortensie hingegen nicht. Wenn Sie die Hortensie teilen möchten, müssen Sie die gesunde und kräftige Mutterpflanze im Frühjahr oder Herbst ausgraben, den Ballen vorsichtig teilen und die beiden "neuen" Pflanzen wieder einpflanzen.

Am einfachsten gelingt bei Hortensien die Vermehrung über sogenannte Kopfstecklinge – diese Methode funktioniert so:

Hortensie durch Stecklinge vermehren

Bei der Vermehrung über Stecklinge werden die Wuchseigenschaften der Mutterpflanze mitvererbt. Wählen Sie deshalb unbedingt eine blühfreudige Pflanze für die Vermehrung aus.

1. Schneiden Sie im Juni oder Juli grüne Triebe unterhalb des dritten Blattpaars ab. Die Triebe sollten ca. 8 cm lang sein und noch keine Blütenknospen ausgebildet haben.

    Für die Stecklingsvermehrung schneiden Sie eine Triebspitze von der Hortensie ab.
    Für die Stecklingsvermehrung schneiden Sie eine Triebspitze von der Hortensie ab. (Foto: Öko-Test / H. Schröder)

    2. Entfernen Sie sowohl das untere Blattpaar als auch das obere Blattpaar mitsamt der Triebspitze mit einem scharfen Messer. Übrig bleibt das ehemals mittlere Blattpaar.

    Verwenden Sie immer ein scharfes Messer bzw. eine scharfe Schere, um die Pflanze nicht zu quetschen.
    Verwenden Sie immer ein scharfes Messer bzw. eine scharfe Schere, um die Pflanze nicht zu quetschen. (Foto: Öko-Test / H. Schröder)

    3. Halbieren Sie die beiden verbleibenden Blätter, indem Sie die Blattspitze mit einer scharfen Schere abschneiden. Hintergrund: Wenn die Blätter geteilt sind, wird die Verdunstung verringert – der Steckling spart Energie und bildet schneller Wurzeln.

    Hortensie vermehren: Halbes Blatt bedeutet doppelte Kraft bei der Wurzelbildung.
    Hortensie vermehren: Halbes Blatt bedeutet doppelte Kraft bei der Wurzelbildung. (Foto: Öko-Test / H. Schröder)

    4. Stecken Sie den Steckling ca. 4 cm tief in einen Topf mit Anzuchterde.

    5. Stellen Sie den Steckling in den ersten zwei bis drei Wochen am besten an einen warmen, aber nicht sonnigen Ort in ein Mini-Gewächshaus oder decken Sie den Topf mit einem durchsichtigen Plastikbeutel ab. Da die Stecklinge noch keine Wurzeln haben, um Wasser aufzunehmen, ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig.

    6. Ebenfalls wichtig: Täglich einmal kurz lüften, damit die Erde keinen Schimmel ansetzt.

    Anfangs sollte der Steckling in einem Mini-Gewächshaus stehen.
    Anfangs sollte der Steckling in einem Mini-Gewächshaus stehen. (Foto: Öko-Test / H. Schröder)

    7. Nach drei Wochen können Sie die Abdeckung stundenweise abnehmen, um die Nachwuchs-Hortensie langsam an das Leben "oben ohne" zu gewöhnen.

    8. Wenn die kleinen Hortensien das erste neue Blattpaar gebildet haben, sind die Stecklinge bereit für den Umzug in größere Töpfe.

    Tipps für die Vermehrung der Hortensie

    • Wenn Sie das untere Triebende in Bewurzelungspulver (gibt's im Gartencenter zu kaufen) tauchen, hat der Trieb die besten Chancen, neue Wurzeln auszubilden.
    • Für die Stecklingsvermehrung ist sogenannte Anzuchterde gut geeignet. Vorsichtshalber sollten Sie die Erde im Backofen sterilisieren, damit die kleinen Pflänzchen nicht von Pilzen oder anderen Schädlingen befallen werden.
    • Vor dem ersten Frost müssen Sie die kälteempfindlichen Jungpflanzen ins Haus holen und an einem hellen, kühlen, aber unbedingt frostfreien Platz überwintern. Im nächsten Frühjahr ist die Pflanze robust genug, um in den Garten verpflanzt zu werden.
    Junge Hortensien sind nicht winterhart und müssen im ersten Winter in der Wohnung bleiben.
    Junge Hortensien sind nicht winterhart und müssen im ersten Winter in der Wohnung bleiben. (Foto: Shutterstock / Mariia Boiko)
    • Wussten Sie, dass der pH-Wert des Bodens die Farbe der Hortensienblüten bestimmt? Blau blühende Hortensien wachsen am besten in saurer Erde bei einem pH-Wert von 4 bis 5,5. Rosa- und pinkfarbene Blüten behalten ihre Farbe am besten, wenn sie in ganz normaler Blumenerde bei einem pH-Wert über 6 wachsen.

    Vermehrung über Stecklinge: Bei diesen Pflanzen geht es leicht

    Stecklinge lassen sich auch von vielen anderen Zimmer- und Gartenpflanzen schneiden:

    • Fuchsie
    • Geranie
    • Oleander
    • Schneeball

    Zum Gießen von Garten- und Zimmerpflanzen sollten Sie am besten Regenwasser verwenden:

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