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Günstige Bahntickets: Tipps für preiswerte Bahnreisen

So finden Sie günstige Preise

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 04.09.2019

Günstige Bahntickets: Tipps für preiswerte Bahnreisen
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - holzijue)

Mit der Bahn fahren ist nachhaltiger, als ins Auto oder den Flieger zu steigen – und kann sogar preiswerter sein. Wir haben die besten Tipps zusammengestellt, wie Sie möglichst günstige Bahntickets ergattern.

Schnell, günstig und vor allem umweltfreundlich ans Ziel kommen? Das muss sich nicht ausschließen, auch nicht bei der Deutschen Bahn. Denn dank verschiedener Sonderaktionen, verschiedener Sparpreise und Geheimtipps ist es möglich, an wirklich günstige Bahntickets zu kommen.

Wir haben die besten Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, beim Bahnfahren zu sparen. Hinweis: Alle Angaben im Artikel beziehen sich auf die 2. Klasse.

Inhalt des Artikels

  1. Alle günstigen Angebote auf einen Blick
  2. Sparpreise und Super-Sparpreise – die günstigsten finden
  3. Sparpreise und Bahncard kombinieren
  4. Bahncard 25: Wann sich welche lohnt
  5. Bahncard 50: Warum sie sich selten lohnt …
  6. Punktesammeln zahlt sich aus – ausnahmsweise
  7. Mit(bahn)fahrgelegenheiten nutzen
  8. Ticket-Gutscheine im Internet kaufen? Lieber nicht
  9. Bonustipps

Aktuelle Angebote der Bahn

Stand: 20. August 2019.

1. Angebote für günstige Tickets auf einen Blick

Wer günstige Bahntickets sucht, sollte zunächst die offizielle Angebotsseite der Bahn ansteuern. Hin und wieder entdeckt man dort ein neues Angebot, das einem für die nächste Reise optimal zupasskommt. Auf der Angebotsübersicht finden sich auch die bekannten Ländertickets, Regionalangebote und Gruppen-Sparpreise. Nur das beliebte Schönes-Wochenende-Ticket hat die Bahn abgeschafft und durch das Quer-durchs-Land-Ticket ersetzt.

Tipp: Der Angebotsberater der Bahn hilft, die jeweils beste Option für die geplante Reise zu identifizieren.

Aber: Die Bahn lässt auf ihrer Angebotsübersicht absichtlich Lücken und versteckt bestimmte Aktionen an anderen Stellen ihrer Webseite.

Dagegen hilft nur: Den Newsletter der Bahn abonnieren, um rechtzeitig von Sonderangeboten zu erfahren. Oder private Anlaufstellen wie Zugreiseblog.de aufsuchen, die alle aktuellen Angebote der Bahn sammeln.

Schnell, sauber, günstig: So gut kann Bahnfahren sein
Schnell, sauber, günstig: So gut kann Bahnfahren sein (Foto: CC0 / Pixabay / holzijue)

2. Sparpreise und Super-Sparpreise – die günstigsten finden

Die Deutsche Bahn bietet auf allen längeren Strecken – bei denen mindestens ein ICE, IC und/oder EC genutzt wird – Sparpreise und sogenannte Super-Sparpreise an. Sie sind bis zu sechs Monate im Voraus verfügbar.

Es ist ratsam, solche Bahntickets frühzeitig zu buchen; je näher der Reisetermin rückt, desto eher sind die Sparpreiskontingente vergriffen. Gerade Hauptreisezeiten wie Montagmorgen, Freitagnachmittag oder die Zeit vor Feiertagen sind begehrt. Zu diesen Zeiten empfiehlt sich außerdem fast immer eine Reservierung.

Wenn keine Sparpreise mehr verfügbar sind, nicht verzagen. Was viele nicht wissen: Möglicherweise werden zu einem späteren Zeitpunkt weitere Sparpreise für die gewünschte Strecke verfügbar. Der Grund: Die Bahn versucht mit den Sparpreisen, die Auslastung ihrer Züge optimal auszusteuern. Deshalb schießt sie auch neue Kontingente nach, wenn ein Zug noch nicht ausgelastet ist.

Aus dem gleichen Grund finden sich Sparpreise auch häufiger für Verbindungen, die sehr früh oder sehr spät am Tag abgehen – die Bahn versucht, diese Züge zu füllen. Im günstigsten Fall kostet eine Fahrt dann als "Super-Sparpreis" nur 19,90 Euro. Der normale Sparpreis beginnt bei 23,90 Euro. Er beinhaltet zusätzlich ein City-Ticket, mit dem Sie vor der Abfahrt und nach der Ankunft zusätzlich den Nahverkehr benutzen können. Wer eine Sitzplatzreservierung benötigt, muss diese für 4,50 Euro zusätzlich buchen.

Wichtig: Beim günstigeren Super-Sparpreis ist eine Stornierung ausgeschlossen. Der normale Sparpreis hingegen lässt sich stornieren, was aber zehn Euro kostet. Außerdem erhält man dafür nur noch einen Reisegutschein, der nicht weiterverkauft werden darf – früher gab es hingegen noch Bares. Ab dem Reisetag selbst können Sie auch den Sparpreis nicht mehr stornieren.

Und: Sparpreise und Super-Sparpreise gelten im Fernverkehr nur für die gebuchten und im Ticket eingetragenen Züge (die sogenannte Zugbindung) – und nur für die Person, für die das Ticket gebucht wurde.

Fällt ein Zug aus oder erwarten Sie eine Verspätung von mehr als 20 Minuten, wird die Zugbindung automatisch aufgehoben. Das heißt, dass Sie jeden anderen (Fernverkehrs-)Zug nutzen dürfen, um Ihr gebuchtes Ziel zu erreichen. Was viele nicht wissen: Es ist nicht erforderlich, sich die Verspätung zuvor vom Zugbegleiter oder im Reisezentrum auf dem Ticket bestätigen zu lassen.

Tipp: Die günstigsten Sparpreise und Super-Sparpreise finden Sie, indem Sie den Sparpreis-Finder der Deutschen Bahn nutzen. Dort geben Sie einen gewünschter Zeitraum ein, die Suche schlägt ihnen automatisch die günstigsten Angebote an den betreffenden Tagen vor.

Sonderzug nach Pankow: Verkehrt nur noch unregelmäßig
Sonderzug nach Pankow: Verkehrt nur noch unregelmäßig (Foto: CC0 / Pixabay / Tama66)

3. Sparpreis und Bahncard in Kombination

Die Spar- und Super-Sparpreise der Bahn lassen sich auch mit einer Bahncard 25 oder 50 kombinieren. Dann erhalten Sie nochmals 25 Prozent Rabatt auf den (Super-)Sparpreis. Das gilt für Bahncard 25 und 50 gleichermaßen, denn auch die Bahncard 50 verleiht – anders als ihr Name suggeriert – nur 25 Prozent Rabatt auf (Super-)Sparpreise.

So kann man – mit etwas Flexibilität und Vorausplanung – beispielsweise schon für 14,90 Euro eine längere ICE-Strecke fahren.

Aber lohnt sich dafür gleich die Anschaffung einer Bahncard? Der nächste Abschnitt klärt auf.

4. Bahncard 25: Wann lohnt sich welche?

Die Bahncard 25 ist für Gelegenheitsreisende gedacht. Sie gewährt 25 Prozent Rabatt auf Super-Sparpreise, Sparpreise (siehe oben) und Flexpreise. Letzteres ist Bahndeutsch für: normales, problemlos stornierbares Ticket ohne Ermäßigung, bei dem Sie sich nicht auf einen bestimmten Zug festlegen müssen (weil Reisende damit flexibler sind, auch der Name "Flexpreis").

Eine Bahncard 25 kostet 62 Euro pro Jahr; zurzeit wird aber auch eine Probe-BahnCard 25 für 19,90 Euro angeboten. Sie ist drei Monate gültig und bis 14. Dezember 2019 erhältlich.

Tipp: Die Probe-BahnCard 25 lohnt sich oft schon für eine einzige Bahnreise. Denn: Bei einem Ticketpreis ab 80 Euro rentiert sich die Probe-25er schon ab der ersten Fahrt, weil sie mindestens das Geld einspart, das sie kostet.

Die "normale" Bahncard 25 rechnet sich erst, wenn ein einzelnes Ticket mindestens 250 Euro kostet, zum Beispiel bei einer Hin-und-Rückfahrt mit Flexpreis zwischen Hamburg und München. Oder wenn Sie sich sicher sind, dass Sie in den kommenden zwölf Monaten mindestens 250 Euro für Fernverbindungen zahlen werden. In vielen Verkehrsverbünden (Übersicht hier) erhalten Sie außerdem auch Rabatte auf regionale Fahrten.

Achtung: Die Probe-Bahncard 25 sollten Sie zeitnah kündigen, sonst geht sie nach drei Monaten in eine normale Bahncard 25 über. Und auch die Bahncard 25 verlängert sich automatisch, wenn sie nicht gekündigt wird.

Vier Geheimtipps:

  • Es ist nicht verboten, sich mehrere Probe-Bahncards (25 oder 50) nacheinander zu bestellen. Ob sie nach dem 14. Dezember 2019 noch erhältlich sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.
  • Wer verheiratet oder verpartnert ist, bekommt eine zweite Bahncard 25 für den Partner für nur 41 Euro.
  • Ab 60 Jahren kostet die Bahncard 25 nur noch 42 Euro (und bis 26 Jahren nur 39 Euro).
  • Bahncard-Inhaber können Freifahrten sammeln (siehe Punkt 6), was allerdings auch ohne Bahncard geht.

Noch unsicher? Die Bahn bietet einen Bahncard-Rechner an, bei dem man verschiedene Karten vergleichen kann.

In vollen Zügen genießen? Oder in ruhigen Bahnen leben?
In vollen Zügen genießen? Oder in ruhigen Bahnen leben? (Foto: CC0 / Pixabay / hpgruesen)

5. Bahncard 50: Warum sie sich selten lohnt …

Die Bahncard 50 verleiht 50 Prozent Rabatt auf Flexpreise ohne Zugbindung und 25 Prozent Rabatt auf Sparpreise und Super-Sparpreise. Diese 25 Prozent gibt es allerdings auch mit der Bahncard 25, sodass der Spareffekt der 50er-Karte nur bei den – ohnehin teureren – Flexpreisen wirklich zum Tragen kommt.

Mit einem Preis von 255 Euro ist die Bahncard 50 deshalb nur für Häufigfahrer sinnvoll, die nicht gut planen können.

Im Vergleich zur Möglichkeit, stattdessen eine Bahncard 25 zu erwerben, setzt der Spareffekt bei der Bahncard 50 erst ab einer Summe von 772 Euro ein, die nur für Flexpreis-Tickets ausgegeben wurde. Dies entspricht 5 bis 6 kurzfristigen Fahrten zwischen Berlin und München, bei denen Sie kein (Super-)Sparpreis oder ein anderes Angebot nutzen können.

Selbst wer mehrmals im Jahr längere Strecken mit dem Zug fährt, ist deshalb oft mit einer Kombination aus Sparpreisen und einer 25er-Karte finanziell besser beraten.

Geheimtipp: Richtig interessant ist die Bahncard 50 aber für Menschen bis 26, die mit einem Preis von 69 Euro (statt 255 Euro) schnell eine gute Investition machen – vor allem, wenn sie oft spontan unterwegs sind.

6. Punktesammeln lohnt sich – ausnahmsweise 

Bei den meisten Bonusprogrammen stehen der Aufwand, den man fürs Punktesammeln betreibt, und die Daten, die man dafür preisgibt, in keinem Verhältnis. Wer aber Bahn fährt, sollte sich überlegen, die dazugehörigen Punkte zu sammeln. Das ist nicht sehr aufwändig, lohnt sich aber früher oder später. Punkte könnten mit der Bahncard oder der (kostenlosen) BahnBonus Card gesammelt werden.

2.000 Punkte können Sie beispielsweise für eine kostenlose Hin- und Rückfahrt innerhalb Deutschlands einlösen, was einem Gegenwert von über 300 Euro entsprechen kann.

Dazu sei gesagt, dass 2.000 Bonuspunkte erst zusammenbekommt, wer zuvor einen Eurobetrag in ähnlicher Höhe bei der Bahn gelassen hat. Aber vor allem Menschen, die kein Auto besitzen, schaffen es oft in zwei bis drei Jahren, eine solche Menge einsammeln.

Wer noch nicht überzeugt ist: Rechnet man Bonuspunkte im Gegenwert von 2.000 Euro mit einer hypothetischen Freifahrt im Wert von 300 Euro auf, die man dafür erhält, entspricht das einem effektiven Rabatt von 15 Prozent auf alle Bahnfahrten, für die man seine Bonuskarte zückt.

Hier findet sich bestimmt ein (Bahn-)Mitfahrer
Hier findet sich bestimmt ein (Bahn-)Mitfahrer (Foto: CC0 / Pixabay / LoboStudioHamburg)

7. Mit(bahn)fahrgelegenheiten nutzen

Auf Webseiten wie bessermitfahren.de und vergleichbaren Seiten, aber auch in sozialen Netzwerken, finden Sie die Möglichkeit, sich für Bahnfahrgemeinschaften zu verabreden. Nutzer bieten dort auch freie Plätze auf ihren Gruppentickets an. Das ist erlaubt, solange die Namen aller Reisenden vor der Abfahrt auf dem Ticket eingetragen werden.

Die Bahn bot dafür in der Vergangenheit sogar selbst eine App namens "DB Mitfahrer" an, deren Entwicklung allerdings im Mai 2019 eingestellt wurde. Die Bahn sagte auf Nachfrage, es habe nicht genug Interesse bestanden.

8. Ticket-Gutscheine im Internet kaufen?

Regelmäßig werden auch im Internet günstige Bahntickets (oder Gutscheine für Bahntickets) angeboten. Auf Ebay und auf Kleinanzeigen-Portalen finden sich zahlreiche entsprechende Angebote.

Ist das erlaubt? Meistens ja! Auch wenn die Bahn das nicht gerne kommuniziert, sind Fahrkarten nach den Beförderungsbedingungen der Bahn übertragbar, wenn sie nicht auf einen bestimmten Namen ausgestellt wurden und die Fahrt noch nicht angetreten wurde.

Das gilt auch für einige Ticket-Gutscheine der Bahn, allerdings nicht für alle! Wer hier mehr wissen will, muss sich durch die Beförderungsbedingungen der Bahn quälen.

Achtung: Als Privatnutzer hat man vor dem Kauf kaum eine Möglichkeit, herauszufinden, ob man einen Gutschein erhält, den man auch benutzen darf, oder einen Gutschein, mit dessen Verwendung man gegen die Bedingungen verstößt. Soll man beim Kauf den eigenen Namen angeben, handelt der Anbieter mit Sicherheit nicht korrekt, da nur die Bahn personengebundene Tickets verkaufen darf.

Genauso gefährlich: Auf entsprechenden Seiten tummeln sich auch unseriöse Anbieter, die gefälschte Fahrkarten verkaufen, mit denen man später im Zug Probleme bekommt.

9. Bonustipps

  • Wer keine Reservierung besitzt, darf sich im ICE auch auf die Plätze für Bahn-Comfort-Kunden hinter dem Speisewagen setzen. Diese müssen Sie nur freigegeben, wenn ein Kunde mit Bahn-Comfort-Karte den Platz explizit beansprucht – was aber nur sehr selten vorkommt.
  • Einen Platz findet oft auch, wer etwas Geduld hat: Sitzplatzreservierung verfallen 15 Minuten, nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hat. Dann erlischt auch die Reservierungsanzeige über dem Sitz.
  • Wenn Sie online buchen, können Sie die Option "Schnelle Verbindungen bevorzugen" deaktivieren. Oft dauert die Fahrt nicht wesentlich länger, kann aber deutlich günstiger werden.
  • Flixtrain macht der Deutschen Bahn inzwischen auf den eigenen Schienen Konkurrenz – allerdings lassen die Erfahrungen vieler Nutzer, die im Internet zu finden sind, bislang nicht zu einer Reise raten.
  • Wer keine günstige Zugfahrt findet, ist vielleicht mit dem Fernbus besser bedient. Flixbus genießt hier einen besseren Ruf als sein Zugpartner. Auch die Bahn bietet inzwischen auf bestimmten Strecken einen IC Bus zu fairen Preisen an.
  • Wenn Sie Sparpreis-Tickets nutzen, sollten Sie Hin- und Rückfahrt getrennt buchen. Preislich macht das keinen Unterschied, besitzt aber einen entscheidenden Vorteil: Haben Sie nämlich die Hinfahrt bereits angetreten, müssen die Rückfahrt aber verschieben (zum Beispiel wegen Krankheit), können Sie das Ticket nicht mehr stornieren. Weil Sie die Hinfahrt bereits angetreten haben, ist das Geld für die Rückfahrt verloren. Besitzen Sie dagegen zwei getrennte Tickets, können Sie die Rückfahrt vor dem Reisetag noch gegen Gebühr (siehe oben) stornieren.

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