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Gras pflegen und düngen: Tipps für einen schönen Rasen

Autor: Benita Wintermantel / Christian Ippach | Kategorie: Freizeit und Technik | 02.04.2019

Gras pflegen und düngen: Tipps für einen schönen Rasen
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - un-perfekt)

Ohne regelmäßige Pflege und korrektes Düngen ist der grüne Teppich im Garten nicht zu haben. Wir geben Tipps für die Rasenpflege und die Wahl des richtigen Düngemittels.

Der Wunsch aller Gartenbesitzer lautet jedes Frühjahr aufs Neue: Saftig grün, dicht – und ohne Moos und Unkraut soll der Rasen sein. Am besten soll er auch noch spielende Kinder und die ein oder andere Gartenparty aushalten. Der Weg dahin ist gar nicht so schwierig.

Tipps für einen schönen und gesunden Rasen

1. Rasen mähen

Mähen Sie Ihren Rasen möglichst oft und regelmäßig. Als Faustregel gilt: ein Mal wöchentlich. Wenn häufig gemäht wird, verzweigen sich die Grashalme, der Rasen wächst dichter nach. Die optimale Höhe liegt zwischen vier und fünf Zentimetern. Wenn Sie die Gräser zu kurz mähen, verbrennt der Rasen schnell. Wird beim Mähen nur wenig Gras abgeschnitten, können Sie es durchaus einfach auf dem Rasen liegen lassen. Es behindert die Grashalme nicht beim Wachsen und zerfällt zu natürlichem Dünger.

Übrigens: Ein Handrasenmäher (Sichelmäher) ist die umweltfreundlichste Rasenmäher-Variante: Er macht wenig Lärm und verbraucht kein Benzin, damit setzt er auch keine Schadstoffe frei. Wem das zu anstrengend ist, der sollte mit einem Elektrorasenmäher mähen.

2. Rasen gießen

Wie oft Ihr Rasen Wasser braucht, hängt von der Temperatur und der Beschattung des Rasens ab. Bewässern Sie nicht erst dann, wenn der Rasen schon Trockenschäden zeigt. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die ersten Grashalme schlaff werden und das Grün einen leichten Graustich zeigt. Wenn Sie neu angesät haben, braucht der Rasen täglich Wasser, damit die Samen keimen und ein festes Wurzelgeflecht bilden können. Gießen Sie aber nie zur Mittagszeit, wenn die Sonneneinstrahlung besonders intensiv ist.

3. Unkraut bekämpfen – ohne Chemie

Moos- und Unkrautvernichter zählen zu den Herbiziden und haben im Garten nichts verloren. Erstens beseitigen die Mittel die Probleme des Rasens nicht – und zweitens sind sie aus Umweltschutzgründen nicht empfehlenswert. Die Ursache für Unkraut ist häufig ein Nährstoffmangel im Boden. Den bekommen Sie durch Düngen in den Griff.

Kleinere Unkräuter wie Ehrenpreis oder Weißklee können Sie beim Rechen oder Vertikutieren entfernen. Die Wurzeln von Gänseblümchen und Löwenzahn entfernen sie am besten mit einem Unkrautstecher. Wichtig dabei ist, dass Sie möglichst viele Wurzelanteile entfernen.

4. Rasen vertikutieren

Wenn Sie Ihren Rasen regelmäßig vertikutieren und dabei abgestorbenes Material entfernen und Verfilzungen lösen, bekommen die Wurzeln wieder mehr Sauerstoff – und Moos hat erst gar keine
Chance, sich breit zu machen. 

5. Nachsaat

Der richtige Zeitpunkt, um Löcher im Rasen "auszubessern", ist das Frühjahr. Aber erst, wenn es konstant um die zehn Grad hat. Verwenden Sie keine billigen Grassamen, sondern investieren Sie etwas mehr Geld in den grünen Teppich in Ihrem Garten.

6. Rasen richtig düngen

Mindestens zwei Mal im Jahr braucht das Gras Nährstoffe. Der optimale Zeitpunkt für die erste Düngung ist, wenn die Natur erwacht und die Temperaturen auf mindestens zehn Grad ansteigen. Gedüngt werden sollte immer dann, wenn Regen angekündigt ist. Wird bei sonnigem Wetter gedüngt, kann es passieren, dass die Gräser verbrennen.

Tipps fürs Rasendüngen

Wie lässt sich ein Mangel an Nährstoffen erkennen?

Wächst der Rasen nur noch spärlich und wechselt seine Grünfärbung bereits ins Gelbliche, fehlen ziemlich sicher Nährstoffe. Ein Mangel ist auch wahrscheinlich, wenn sich zwischen den Gräsern andere, eigentlich weniger durchsetzungsfähige Pflanzen ihren Weg bahnen. Die flachwurzeligen Gänseblümchen könnten unter normalen Umständen gegen einen gesunden Rasen nicht bestehen. Andere Zeigerpflanzen sind etwa Löwenzahn oder der Rote Sauerklee.

Wann ist die richtige Zeit, den Rasen zu düngen?

Die Deutsche Rasengesellschaft und auch die meisten Hersteller von Rasendünger empfehlen bei normal belastetem Rasen drei Düngungen pro Jahr: eine im März/April, eine im Juni und eine im August/September. Bei stärkerer Beanspruchung ist unter Umständen eine vierte, besonders kaliumreiche Ausbringung im Oktober ratsam, um den Rasen winterhart zu machen. Auch Gräser im Schatten von Bäumen, die dem Boden ebenfalls Nährstoffe entziehen, benötigen eventuell eine zusätzliche Stärkung.

Was ist organischer Rasendünger? 

Organische Rasendünger bestehen aus recycelten Pflanzenabfällen und/oder tierischen Materialien wie Hornspänen, Borsten oder Knochenmehl. Mikroorganismen zersetzen die jeweiligen Zutaten wie in einem Komposthaufen, wodurch die enthaltenen Nährstoffe nach und nach in den Boden gelangen. Organische Dünger gelten als besonders natürlich und unbelastet. Ihre Düngewirkung ist länger als die von rein mineralischen Düngern, setzt allerdings auch deutlich langsamer ein und verläuft unkontrollierter als bei Mineraldüngern, die ausschließlich aus Nährstoffsalzen bestehen.

Unser Test von Rasendüngern

Wir haben uns gefragt, inwieweit organische Dünger ihr grünes Image verdienen und deshalb elf Rasendünger ins Labor geschickt. Davon haben nur vier "gut" oder "sehr gut" abgeschnitten. Zu den Hauptproblemen zählen eine zu hohe Schadstoffbelastung und fragwürdige Nährstoffangaben auf den Verpackungen. In acht Testprodukten hat das von uns beauftragte Labor Rückstände von insgesamt 17 Pestiziden nachgewiesen – darunter krebsverdächtiges Glyphosat und mehrere stark gewässergefährdende Substanzen.

Den kompletten Test Rasendünger mit allen Detailergebnissen können Sie hier als e-Paper kaufen.

Unser Rasen-Tipp für die Umwelt: Natürlicher Rasen mit Löwenzahn und Gänseblümchen erfreut die Insekten. Ein bunter Blumenrasen aus heimischen Wildpflanzen ist die ökologischste (und schönste) Variante – und eine Alternative zum "englischen Rasen".

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