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Gemüse draußen lagern: Was kann ich im Winter auf dem Balkon aufbewahren?

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 03.02.2022

Was kann ich jetzt auf dem Balkon kühl lagern?
Foto: Shutterstock/Ink Drop

Warum unnötig Platz im Kühlschrank belegen, wenn draußen die gleichen niedrigen Temperaturen herrschen? Wir verraten Ihnen, wie Sie Balkon oder Terrasse zur Gratis-Kühlkammer umfunktionieren, was Sie bedenkenlos im Freien lagern können – und was besser drinnen bleiben sollte.

Zu Großmutters Zeiten war es angeblich noch gang und gäbe, verderbliche Lebensmittel in den kühleren Jahreszeiten auf der Fensterbank im Freien zu lagern. Eine Tradition, die ausgestorben sein dürfte: Heute haben 99 Prozent der deutschen Haushalte einen Kühlschrank – und halten ihn rund um die Uhr in Betrieb.

Doch warum eigentlich? Schließlich könnten wir jetzt, in der kalten Jahreszeit, eigentlich problemlos davon profitieren, dass auch im Freien Kühlschrank-Temperaturen herrschen. Schon eine Temperatur von sieben Grad reicht aus, um viele Lebensmittel auch draußen – z.B. auf dem Balkon oder der Terrasse – aufzubewahren. Das schafft nicht nur Platz im Kühlschrank, sondern spart auch (ein wenig) Energie, weil das Kühlgerät umso mehr Wärme ableiten muss, je mehr hineinkommt.

Lebensmittel im Freien aufbewahren?

Wenn Sie überlegen, Lebensmittel draußen aufzubewahren, sollten Sie sie in einer Box oder einer Kühltasche an einem schattigen Platz unterbringen. So sind die Nahrungsmittel nicht nur vor eventueller Sonneneinstrahlung – die den Lagerort schnell aufheizen kann –, sondern auch vor Tieren besser geschützt.

Aber: Welche Lebensmittel eignen sich überhaupt, um in der kühlen Jahreszeit im Freien aufbewahrt zu werden? Im Kühlschrank herrschen (das Gefrierfach nicht einberechnet) normalerweise Temperaturen zwischen zwei und zehn Grad, die je nach Höhe und Lage des Kühlschrankfachs – und natürlich der Einstellung des Kältereglers – variieren. Im Inneren des Kühlschranks ist es übrigens normalerweise weiter unten und weiter hinten kälter; eine Ausnahme bildet das Gemüsefach, in dem es wieder einige Grad wärmer ist als im Fach direkt darüber.

>> Lesen Sie auch: Kühlschrank-Temperatur: Die richtige Einstellung für Nahrungsmittel, Geldbeutel & Klima

Lebensmittel auf dem Balkon lagern? Was sich eignet

Konkret bedeutet das: Solange die Wettervorhersage Temperaturen zwischen ein und zehn Grad ansagt, können Sie so gut wie alle Nahrungsmittel, die sonst im Kühlschrank stehen würden, auch im Freien aufbewahren.

Das betrifft beispielsweise:

  • Quark, Käse, Joghurt, andere Milchprodukte sowie Wurst vertragen Temperaturen im Freien von etwa drei bis acht Grad.
  • Eier, Butter und Konfitüren eignen sich ebenfalls.
  • Bei Gemüse sind etwa Blumenkohl, Brokkoli, Gurken, Karotten, Kohlrabi, Lauch, Paprika, Radieschen, weißer Spargel, Weiß- oder Rotkohl, Zucchini und alle anderen Produkte geeignet, die Sie sonst auch ins Gemüsefach legen würden.
  • Beim Obst eignen sich etwa Beeren (Erd-, Him-, Brom-, Blaubeere usw.) sowie Trauben und Steinfrüchte wie Aprikosen, Kirschen, Mirabellen, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen und Zwetschgen. Sie alle bleiben bei kühleren Temperaturen länger frisch als bei Zimmertemperaturen. Allerdings haben diese Früchte gerade keine Saison.
  • Auch Getränke, die Sie sonst kühlstellen würden, können auf den winterlichen Balkon.

Lebensmittel rausstellen: Diese lieber nicht

Nicht gut für die Lagerung im Freien sind hingegen die folgenden Lebensmittel geeignet:

  • Auberginen, Tomaten, Zitrusfrüchte und andere exotische Früchte bevorzugen Zimmertemperaturen.
  • Frisches Fleisch, Geflügel und Fisch könnten theoretisch im Winter nach draußen, brauchen aber konstant relativ niedrigere Temperaturen, damit sie nicht verderben und zu einer Gesundheitsgefahr werden können. Deshalb sind sie besser im Kühlschrank aufgehoben (und zwar direkt über dem Gemüsefach, wo es am kältesten ist).

Lebensmittel draußen lagern: Was Sie beachten müssen

So praktisch die Idee eines kostenfreien Outdoor-Kühlschranks klingt, so gibt es natürlich auch einiges, das Sie beachten sollten:

  • Behalten Sie die Wettervorhersage im Auge, die sich dauerhaft zwischen zwei und acht Grad bewegen sollte. So haben Sie noch einen minimalen Spielraum nach oben und unten.
  • Wird es wärmer als acht Grad, verderben Lebensmittel (zu) schnell. 
  • Wird es hingegen zu kalt, d.h. nähern sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt, können Nahrungsmittel ebenfalls Schaden nehmen: Getränke in Glasflaschen können bei Frost bekanntlich platzen. Das gilt auch für Eier.
  • Auch andere Lebensmittel vertragen es nicht gut, (an)gefroren zu werden: Unter den Milchprodukten kann beispielsweise Joghurt nach dem Auftauen ausflocken und ungenießbar werden. Sahne, Milch, Butter und viele Käsesorten hingegen kommen damit klar, einmal eine Nacht an- oder einzufrieren.
  • Wenn Obst und Gemüse einmal über Nacht ein- oder anfrieren, ist es in fast allen Fällen noch essbar, nur vielleicht nicht mehr besonders hübsch anzuschauen. Sie sollten es in so einem Fall am besten zeitnah verbrauchen. Stark wasserhaltige Nahrungsmittel wie Beeren, Gurken oder Radieschen werden nach dem Auftauen matschig, sind aber grundsätzlich noch genießbar. Äpfel und Steinfrüchte verlieren an Aroma. Viele Gemüsesorten überstehen einen kleinen "Tiefkühlschock" aber recht gut.
  • Lesen Sie zum Thema auch: Diese 7 Lebensmittel sollten Sie nicht einfrieren

    Zum Schluss noch ein Tipp: Energie sparen Sie natürlich nicht nur, indem Sie Ihren Kühlschrank im Winter zeitweilig "entlasten", sondern auch – und sogar noch wesentlich effektiver – mit anderen Tricks. Lesen Sie dazu den Abschnitt "Energieverbrauch senken bei Kühlgeräten" im Artikel: Energie sparen: Tipps, um Strom, Wasser, Öl und Gas zu sparen.

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