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Gartenvögel: Spatzen top, Insektenfresser flop

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 03.06.2019

Gartenvögel: Spatzen top, Insektenfresser flop
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Oldiefan)

Am zweiten Mai-Wochenende haben mehr als 76.000 Vogelfreunde in Gärten und Parks Vögel gezählt. Der Spatz erzielte ein Spitzenergebnis, schlecht sieht es für Mauersegler und Mehlschwaben aus.

"Die Stunde der Gartenvögel" ist eine der größten Vogelzählungen in Deutschland. Mehr als 76.000 Menschen haben bei der Aktion von NABU und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitgemacht und über 1,5 Millionen Vögel gezählt. "Spatzen top, Insektenfresser flop" – so fasst der NABU das einstweilige Zwischenergebnis zusammen.

"So viele Vogelfreunde wie noch nie haben mitgemacht – ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. Wir freuen uns sehr über das riesige Interesse an der heimischen Vogelwelt", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Die Rekord-Beteiligung zeigt, wie sehr das Thema Artenschutz bewegt. Die Menschen sind aufgerüttelt und wollen, dass endlich mehr getan wird, um das verheerende Artensterben zu stoppen."

"Das Highlight ist das Spitzenergebnis für den Haussperling. Es liegt sieben Prozent über dem des Vorjahres. Damit erreicht diese Art ihr bestes Ergebnis in 15 Jahren Stunde der Gartenvögel", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Die Spatzen haben vom Rekordsommer 2018 eindeutig profitiert."

Auch bei den Feldsperlingen wurden acht Prozent mehr Vögel gezählt als im Vorjahr. Die Naturschützer des NABU freuen sich besonders über die positive Entwicklung der beiden Spatzenarten. Denn starke Rückgänge in den Jahrzehnten vor Beginn der NABU-Zählaktion hatten dafür gesorgt, dass beide Arten bis heute in der Vorwarnkategorie der Roten Liste deutscher Brutvogelarten stehen. Davon können sich die Spatzen heute offensichtlich etwas erholen.

Katastrophale Werte für insektenfressende Vögel

Schlecht sieht es dagegen für Mauersegler und Mehlschwalben aus. "Die Zahlen für diese beiden Arten sind katastrophal", so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. "Beide erreichen die mit Abstand schlechtesten Ergebnisse bisher. Aufgrund der Wetterlage mit Kaltluft aus dem Norden verzögert sich offenbar die Ankunft eines Teils der Mauersegler und Mehlschwalben. Leider fügen sich die diesjährigen Ergebnisse aber nahtlos in eine Reihe abnehmender Zahlen aus den Vorjahren – egal ob warmes oder kaltes Maiwetter herrschte. Wir haben es daher wohl mit einem tatsächlichen deutlichen Rückgang zu tun. Das Fehlen der Fluginsektennahrung und das Verschwinden von Brutnischen an Gebäuden sind wahrscheinlich die Ursachen."

Beim Sorgenkind Amsel zeigt sich wie erwartet ein starker Rückgang. Bundesweit wurden elf Prozent weniger Amseln gesichtet. "In Hamburg und Bremen, wo die tödliche Krankheit Usutu 2018 erstmals auftrat, wurden sogar über 40 Prozent weniger Amseln als im Vorjahr gemeldet", so Adrion. "Das deutet darauf hin, dass die Viruserkrankung mit für den Rückgang verantwortlich ist."

Eine kleine Sensation deutet sich beim Rotkehlchen an. Es wird mit einem Plus von 20 Prozent sein zweitbestes Ergebnis nach 2006 erzielen. Warum dieser Gartenvogel so häufig zur "Stunde der Gartenvögel" gesichtet wurde, ist jedoch vorerst unklar.

Die nächste NABU-Mitmachaktion ist gerade angelaufen. Beim Insektensommer werden Sechsbeiner gezählt und gemeldet. Mehr Information unter www.insektensommer.de

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