1. Home
  2. Ratgeber

Falscher Kratzer, Motor an: Die häufigsten Fehler beim Autoenteisen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 17.01.2022

Auto schnell enteisen: Heiße Tipps gegen die lästige Eisschicht
Foto: Shutterstock / Nancy Beijersbergen

Die Temperaturen fallen derzeit in vielen Teilen Deutschlands unter null Grad – und manch einer sieht sich morgens mit einer dicken Eisschicht auf dem Auto konfrontiert. Was es beim Eiskratzen zu beachten gilt, damit Sie sicher und bußgeldfrei durch den Winter kommen, erfahren Sie hier. Außerdem: Wie Sie Ihre Scheibe nicht nur schnell, sondern auch umweltschonend freibekommen.

Wer im Winter Auto fährt und keine Garage hat, für den gehört nach jeder frostigen Nacht das Eiskratzen zur morgendlichen Pflichtübung. Auch wenn es in der Früh schnellgehen muss und die Hände fast erfrieren: Gründliches Eiskratzen lohnt sich – in erster Linie für eine sichere Fahrt, aber auch, um Bußgelder zu vermeiden. ÖKO-TEST hat Tipps für freie Sicht im Winter:

#1: Das Auto enteisen: Vorsicht beim falschen Eiskratzer

Handelsübliche Eiskratzer mit einer 'Klinge' aus Kunststoff und einem Griff, der gut in der Hand liegt, sind die beste Wahl. Vorsicht ist bei Metallklingen angebracht: Bei dünnem Eis kann der Kratzer das Glas beschädigen.

Um das lästige Eiskratzen zu vereinfachen, gibt es mittlerweile etliche Gadgets. Von elektrischen Eiskratzern rät der ADAC allerdings ab: "Durch punktuelle Hitze soll das Eis angeschmolzen und so das Kratzen erleichtert werden. Von diesen E-Kratzern ist jedoch prinzipiell abzuraten. Zum einen verfügen sie über einen Metallkratzer, zum anderen drohen Spannungsrisse in der Scheibe oder Brandschäden, wenn der eingeschaltete Kratzer auf dem Sitz abgelegt wird."

Gut zu wissen: Inzwischen gibt es auch Eiskratzer und Schneebesen aus recycelten Materialien.

#2: Motor nicht im Stand warmlaufen lassen

Nicht wenige Autofahrer lassen den Motor im Stand warmlaufen, um das Auto vorzuwärmen und das Eis abzutauen.

Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern nach §30 StVO sogar verboten. Dort heißt es: "Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen."

#3: Enteiserspray – freie Scheiben auf Kosten der Umwelt

Im Handel gibt es spezielle Sprays, die versprechen, Autoscheiben blitzschnell zu enteisen. Diese Enteisungssprays bestehen in aller Regel aus einer Mischung aus Alkohol und chemischen Substanzen. Das kann zum Problem für die Umwelt werden: Das Umweltbundesamt (UBA) warnt deshalb vor entsprechenden Sprays, da sie Treibgase wie Propan, Butan oder Dimethylether enthalten können.

Im Internet sind etliche Rezepte für DIY-Enteisungsspray zu finden. ÖKO-TEST rät allerdings auch von selbst gemischten Mitteln ab: Sie können Kunststoffteile und Gummidichtungen beschädigen.

#4: Kein heißes Wasser

Auch wenn die Idee verführerisch klingt: Gießen Sie kein heißes Wasser über die Autoscheiben, um das lästige Eis an- oder abzutauen. Durch die plötzlichen starken Temperatur-Unterschiede kann es passieren, dass die Scheiben springen.

Eiskratzen: Ein kleines Guckloch reicht nicht!
Eiskratzen: Ein kleines Guckloch reicht nicht! (Foto: Shutterstock / Brinja Schmidt)

#5: Kartons sind keine Hilfe

Kartons frieren leicht fest und eignen sich nicht, um die Scheiben vor Schnee und Eis zu schützen. Besser sind spezielle Abdeckfolien fürs Auto, die Sie im Baumarkt bekommen.

Auto enteisen: Besser klappt es mit der Wärmflasche

Umweltfreundlich und äußerst effektiv lässt sich die Windschutzscheibe mit Hilfe von ein, besser zwei Wärmflaschen enteisen. Füllen Sie dazu heißes Wasser in die Wärmflaschen und platzieren Sie diese am besten vor dem Frühstück auf dem Armaturenbrett. Eine halbe Stunde später wird ein Teil des Eises geschmolzen sein, der Rest lässt sich immerhin deutlich einfacher mit dem Eiskratzer entfernen.

Winterpause fürs Auto

Die einfachste, sicherste und umweltfreundlichste Alternative zum lästigen Eiskratzen: Wem es möglich ist, der kann sein Auto einfach mal stehen lassen und auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgreifen. Nicht nur im Winter eine sichere und klimafreundliche Idee.

Wichtig beim Autoenteisen

  • Befreien Sie Scheiben und Seitenspiegel komplett von Schnee und Eis. Wer nur ein Gucklock freikratzt, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer. Abgesehen davon droht dabei ein Bußgeld, wie der ADAC erklärt.
  • Auch Kennzeichen, Blinklichter und Scheinwerfer sollten schneefrei sein, bevor Sie losfahren.
  • Fegen Sie auch losen Schnee vom Autodach und entfernen Sie Eisplatten. Sollten sich diese während der Fahrt vom Autodach lösen, kann das für andere Autofahrer gefährlich werden. Ist nicht das komplette Auto von Schnee befreit, bevor sie losfahren, drohen deshalb ebenfalls Bußgelder.

Weiterlesen auf oekotest.de: