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Fairtrade-Siegel: Die wichtigsten Labels für fairen Handel

Autor: ÖKO-TEST-Redaktion | Kategorie: Freizeit und Technik | 31.05.2013

Fair-Trade-Siegel: Label für fairen Handel
Foto: ÖKO-TEST

Es gibt zahlreiche Siegel für fairen Handel, das Logo von Fairtrade ist mit Abstand am bekanntesten. Aber auch andere Vereine, NGOs und Firmen zertifizieren fairen Handel. Wir stellen die wichtigsten vor.

Fairtrade

Der internationale Verbund der Fairtrade Labelling Organizations (FLO) setzt die Standards für das Siegel fest, das in Deutschland von dem gemeinnützigen Verein Transfair vergeben wird. Das Label garantiert den Produzenten einen Mindestpreis zur Deckung ihrer Produktions- und Lebenshaltungskosten.

Liegt der Weltmarktpreis darüber, wird der höhere Preis gezahlt – und zwar ohne Abzug der Summe, die sonst die Zwischenhändler kassieren würden. Obendrauf kommt die Fairtradeprämie, die den Produzentenorganisationen für Gemeinschaftsprojekte zur Verfügung steht. Für einen möglichen Bio-Anbau gibt es einen weiteren Zuschlag. Festgeschrieben ist zudem die Möglichkeit zur Vorfinanzierung der Ernte.

Bewertung: Ein seriöses und hilfreiches Siegel für fairen Handel. Wer fair und bio einkaufen möchte, muss darauf achten, dass neben dem Fairtrade-Label noch ein Bio-Siegel auf dem Produkt ist.

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Hand in Hand

Das Siegel ist ein Logo der Rapunzel Naturkost AG. Die Firma zahlt nach eigenen Angaben Preise, die über dem Weltmarktniveau oder dem lokalen Preis liegen und strebt langfristige Handelsbeziehungen an. Auch soziale Kriterien wie menschenwürdige Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung der Beschäftigten werden kontrolliert. Alle Produkte sind bio-zertifiziert. Ausgezeichnet werden Produkte, die zu mindestens 50 % aus fair gehandelten Rohstoffen bestehen.

Bewertung: Als firmeneigenes Logo ist Rapunzel Hand-in-Hand weniger transparent als etwa Fairtrade. Der Ansatz, bei Bio-Produkten auch auf eine faire Zusammenarbeit mit den Produzenten im Süden zu achten, ist aber sehr gut.

Lidl Fairglobe

Seit 2006 gibt es bei Lidl unter der Marke Fairglobe einige fair gehandelte Produkte. Diese tragen auch noch das Fairtrade-Siegel, das bekannte und seriöse Label im fairen Handel.

Bewertung: Die Produkte sind fair gehandelt. Das garantiert aber nicht das Fairglobe-Logo, sondern das Fairtrade-Siegel auf der Verpackung.

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Tegut ... Fairbindet

Fairbindet ist kein Siegel. Unter dem Label sammeln sich vielmehr nationale und internationale Projekte, die von der Firma Tegut unterstützt werden.

Bewertung: Die Firma Tegut liefert online Hintergrundinformationen zu den Projekten, die in einigen Fällen jedoch keine verlässlichen Quellen nennen. Für die Bio-Qualität steht das ebenfalls auf den Produkten vorhandene Bio-Siegel ein.

Aldi Süd One World

Aldi Süd hat 2009 erstmals mit der Eigenmarke One World experimentiert und Fairtrade- sowie Bio-zertifizierte Kaffeeprodukte darunter verkauft.

Bewertung: Ähnlich wie für Lidl gilt auch für Aldi Süd: Allein das Fairtrade-Siegel auf den Produkten steht für den fairen Handel.

BanaFair, dwp, El Puente, Gepa

Alle Produkte der vier Importorganisationen stammen aus fairem Handel. Mit den Produzenten werden faire Preise ausgehandelt, die mindestens auf dem Niveau des Fairtrade-Siegels, manchmal auch höher liegen. Auf Anfrage gibt es Vorfinanzierungen für die Produzenten. Langjährige Geschäftsbeziehungen, schwerpunktmäßig mit Kleinbauernkooperativen, spielen eine große Rolle. Die Fairhandelsimporteure unterliegen verschiedenen Kontrollmechanismen innerhalb ihrer Netzwerke. Zwischen 70 und 100 % (Banafair) der Lebensmittel stammen aus Bio-Anbau – zu erkennen an einem Bio-Siegel.

Bewertung: Die Markenlogos sind zwar keine Siegel, stehen aber für klare Kriterien des fairen Handels.

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Rainforest Alliance Certified

Die Rainforest Alliance setzt sich vor allem für die Artenvielfalt, eine umweltverträgliche Landnutzung und sozialverantwortliches unternehmerisches Handeln ein. Im sozialen Bereich wird auf angemessene Arbeitsbedingungen, Gesundheitsmaßnahmen und Schulungen geachtet. Insgesamt sollen Qualität und Erträge verbessert werden, um den Farmern bessere Marktzugänge und dadurch höhere Erträge zu ermöglichen. Mindestpreise und eine vertraglich festgelegte Vorfinanzierung fehlen jedoch.

Bewertung: Ein Siegel mit Schwerpunkt Ökologie, ohne jedoch die Richtlinien des fairen Handels zu erfüllen.

UTZ Certified

UTZ Certified ist ein Nachhaltigkeitsprogramm, das besonders von Unternehmen genutzt wird, die große Mengen an Rohstoffen brauchen. Der Fokus liegt auf einer besseren Produktivität, Effizienz und Qualität. Mindestpreise und eine gesicherte Vorfinanzierung gibt es nicht.

Bewertung: Das Label stellt die Produktivitätssteigerung in den Mittelpunkt, was den Produzenten bei hohen Weltmarktpreisen zugutekommt. Das Sicherheitsnetz des fairen Handels fehlt jedoch.

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