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Corona-Warn-App mit neuer Funktion: Anzeige von Schnelltests

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 03.05.2021

Die Corona-Warn-App hat eine neue Funktionen
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / geralt

Bei der Corona-Warn-App gibt es jetzt eine neue, lange geforderte Funktion: Das Update auf die Version 2.1 beinhaltet die Möglichkeit, das Ergebnis von Schnelltests über die Corona-Warn-App zu erhalten. ÖKO-TEST erklärt, wie die offizielle Corona-App funktioniert und was sie inzwischen alles kann.

  • Die aktuelle Version (2.1, seit 3.5.2021) der offiziellen Corona-Warn-App kann die Ergebnisse von Schnelltests empfangen und abspeichern. Dazu müssen die Schnelltests jedoch in bestimmten Partner-Einrichtungen durchgeführt werden.
  • Mit der Version 2.0 wurde eine Check-in-Funktion für Restaurants und Geschäfte eingeführt.
  • Die Corona-Warn-App des Bundes wurde laut Robert Koch-Institut (RKI) bereits gut 27 Millionen Mal runtergeladen.
  • Nur etwa jeder zwölfte Corona-Infizierte meldet seine Infektion über die App.

Update der Corona-Warn-App mit neuer Funktion

Nutzerinnen und Nutzer der offiziellen Corona-Warn-App haben jetzt die Möglichkeit, das Ergebnis eines Corona-Schnelltests über die Corona-Warn-App zu erhalten. Dabei wird beim Test ein QR-Code eingescannt. Allerdings ist das neue Feature derzeit nur bei einigen wenigen beteiligten Partnern möglich:

  • Bayerisches Rote Kreuz
  • dm-drogerie markt
  • Doctorbox
  • EcoCare
  • die Healthcare Marke von Ecolog Deutschland (u.a. Lidl)
  • Huber Health Care
  • testbuchen.de/No-Q


Anzeige von Schnelltest-Ergebnissen in Corona-Warn-App Version 2.1
Anzeige von Schnelltest-Ergebnissen in Corona-Warn-App Version 2.1 (Foto: Coronawarn-App)

Die Zahl der Partner soll in Kürze steigen. Das Ergebnis von frei erhältlichen und privat durchgeführten Schnelltests kann in der Corona-Warn-App nicht angezeigt werden. 

Die Version 2.1 wird schrittweise ausgerollt. iOS-Nutzer und -Nutzerinnen können sie bereits runterladen, im Google Play Store wird die neue Version in den nächsten 48 Stunden zur Verfügung stehen.

Ergebnis als Nachweis für negativen Corona-Schnelltest

Der Vorteil für Nutzer: Mit der App können sie unkompliziert nachweisen, dass sie vor Kurzem einen negativen Schnelltest absolviert haben. Das negative Ergebnis wird für 48 Stunden in der Corona-Warn-App angezeigt.

Das Update bringt ein zusätzliches Feature mit sich: Wie bei einem PCR-Test kann jeder Nutzer seine Kontakte im Falle eines positiven Testergebnisses direkt über die App warnen. "Die neue Funktion in Version 2.1 soll dazu beitragen, dass User ihr Umfeld künftig nach einem positiven Schnelltestergebnis noch zügiger warnen und Infektionsketten damit schneller unterbrechen können", erklärte die Bundesregierung.

Corona-Warn-App mit Check-in-Funktion

Auch beim letzten Update der Corona-Warn-App (2.0) gab es eine wichtige Neuerung: Wer die App nutzt, kann jetzt mit Hilfe eines QR-Codes bei Veranstaltungen, Restaurants und Geschäften einchecken. Wenn später jemand, der zur gleichen Zeit am selben Ort eingecheckt war, positiv getestet wird, dann kann der- oder diejenige freiwillig alle warnen, die zeitgleich eingecheckt waren und für die das Risiko Corona-Infektion bestand. 

Der große Unterschied zu kommerziellen Apps, wie beispielsweise der Luca-App: Bei der offiziellen Corona-Warn-App der Bundesregierung funktioniert das neue Feature ohne persönliche Daten. Die besuchten Orte oder Veranstaltungen werden nicht zentral gespeichert, berichtet Spiegel.de.

Corona-Warn-App zeigt kürzere Risikobegegnungen an

Seit dem Update 1.12 zeigt die App kürzere Risikobegegnungen an. Davor informierte die App ihre Anwender erst, wenn sie sich zehn Minuten oder länger in der Nähe einer Person aufgehalten haben, bei der später eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde. Jetzt wurde der Kontaktzeitraum von zehn auf fünf Minuten verkürzt.

Mittlerweile haben mehr als 27 Millionen Menschen die App heruntergeladen. Das aktuelle Update ist die Version 2.1. Wer es noch nicht hat, kann das Update im Google Play Store und im App Store von Apple downloaden. 

Corona-Warn-App ist international

Über eine Schnittstelle können die Corona-Apps von elf EU-Ländern Daten austauschen und dann auch bei einer Reise ins Ausland vor einer möglichen Infektion warnen. 

Wer ins Ausland (Italien, Irland, Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Lettland, Niederlande, Polen, Spanien) reist und die App auch dort nutzen möchte, sollte die Corona-App aktualisieren und dem EU-Datenaustausch explizit zustimmen.

Ein weiteres Feature: Positiv Getestete können (freiwillig) ihre Krankheitssymptome in eine Art Tagebuch eintragen. Damit soll die Warnung von Kontakten noch präziser möglich sein.

Nur jeder zwölfte Infizierte meldet seine Infektion

Die Statistik zeigt: 88 Prozent der Infektionen wird nicht über die App gemeldet. Bislang gibt es in Deutschland insgesamt gut 3,1 Millionen Infektionen mit dem Corona-Virus. Über die App gemeldet wurden nur knapp 390.000.

Update: Corona-Warn-App zeigt Infektionszahlen an
Update: Corona-Warn-App zeigt Infektionszahlen an (Foto: Öko-Test / bw)

Wenn Sie auf der Startseite der Corona-App etwas weiter nach unten gehen, können Sie unterhalb der Risikoberechnung und der Frage, ob Sie getestet wurden, die aktuellen Statistiken sehen.

Aktuelle Fakten zur Corona-Warn-App (Quelle: RKI):

  • Seit Juni haben knapp 380.000 Personen ihr positives Ergebnis über die App geteilt.
  • Momentan teilen täglich gut 3.400 positiv getestete Menschen ihr Testergebnis über die Corona-Warn-App.
  • 61 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer der App haben sich bislang dafür entschieden, ihr positives Testergebnis mit anderen zu teilen.
  • Neueste Version: 2.1 (seit 3. Mai 2021 verfügbar)
Die Corona-Warn-App soll helfen, Infektionsketten zu unterbrechen.
Die Corona-Warn-App soll helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / geralt)

Was bringt die Corona-Warn-App?

Mit Hilfe der App sollen Kontakte zu Corona-Infizierten nachverfolgt und Kontaktketten möglichst rasch unterbrochen werden. Damit ist die App schneller als das Gesundheitsamt, das Infektionsketten mühsam per Telefon erfragen und rekonstruieren muss. Das ist zeitaufwändig – und nicht immer können sich Infizierte erinnern, zu welchen Personen sie in den letzten 14 Tagen näheren Kontakt hatten. Erschwerend kommt hinzu: Wer gemeinsam im Wartezimmer oder in der S-Bahn saß, kennt sein Gegenüber oft gar nicht.

Hier setzt die Corona-App an. Ihr großer Vorteil: Schnelligkeit. Da Corona-Infektionen schon ansteckend sind, bevor sich erste Symptome zeigen, und manche Krankheitsverlaufe völlig symptomfrei verlaufen, ist es wichtig, über das Risiko einer eventuellen Infektion möglichst frühzeitig informiert zu werden. Wer als Nutzer der Tracing-App einem Covid-19-Patienten begegnet ist, soll künftig eine Warnung über sein Handy erhalten. Dann kann er schnell reagieren und andere vor einer Infektion schützen.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Bei der App handelt es sich um eine Tracing-App – und nicht um eine Tracking-App. Das bedeutet: Nicht der Standort der Nutzer wird verfolgt bzw. gespeichert, sondern nur die Begegnungen, die mit anderen App-Nutzern stattfinden.

Mithilfe der Bluetooth-Technologie misst die App den Abstand zwischen zwei Smartphones. Sinkt dieser für eine bestimmte Zeit unter den definierten kritischen Wert, tauschen die beiden Geräte einen verschlüsselten Code aus.

Hat sich ein Nutzer der App mit dem Coronavirus infiziert, kann er über die App alle informieren, die in seiner Nähe waren und sich angesteckt haben könnten. Diese Warnung erfolgt absolut anonym – und lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Corona-Infizierten, den Ort oder den Zeitpunkt einer möglichen Infektion zu.

Um Fehlalarme zu vermeiden, können sich nur Menschen als infiziert melden, die vom Testlabor eine positive Corona-Diagnose und einen Code für die App bekommen haben.

Gut zu wissen: Die mobilen Daten, die bei der Verwendung der Corona-App übertragen werden, kosten Sie nichts und werden nicht auf Ihr Datenvolumen angerechnet.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist erhältlich.
Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist erhältlich. (Foto: App Store)

Wie sicher ist die Corona-Tracing-App?

Nach der Meinung von IT-Experten, Datenschutzbeauftragten und dem Chaos Computer Clubs (CCC) ist die Datensicherheit der neuen App gewährleistet. Die Begründung: Die Daten werden dezentral auf den einzelnen Smartphones der Nutzer und nicht auf einem zentralen Server gespeichert. "Das ist aus Verbrauchersicht sehr zu begrüßen", lautet das Urteil der Verbraucherzentrale.

Auch Bundesjustizministerin Christina Lamprecht (SPD) sieht keine datenschutzrechtlichen Probleme: "Es gelten die allgemeinen Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung ohne Wenn und Aber auch für die Corona-Warn-App. Deshalb sind alle datenschutzrechtlichen Fragen abgedeckt, und es gibt keine Veranlassung für ein spezielles App-Gesetz", sagte die SPD-Politikerin gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Der Quellcode der App ist öffentlich einsehbar, so hat rein theoretisch jeder die Möglichkeit, die App genau zu überprüfen. Bislang wurden keine Sicherheitslücken gefunden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat den TÜV-IT beauftragt, die App auf IT-Sicherheit und die Einhaltung des Datenschutzes zu prüfen. Auch dieser Bericht ist öffentlich einsehbar. 

Die App soll helfen, Infektionsketten schnell nachzuverfolgen und zu durchbrechen.
Die App soll helfen, Infektionsketten schnell nachzuverfolgen und zu durchbrechen. (Foto: Google Play Store)

Wichtig für die Nutzung der Corona-Warn-App

  • Ihr Gerät muss über Bluetooth-Funktion verfügen. Diese muss immer eingeschaltet sein, sonst funktioniert die App nicht.
  • Nach der Aktivierung der Bluetooth-Funktion muss die "Risiko-Ermittlung" aktiviert werden.
  • Auf Android-Smartphones muss zusätzlich der Zugriff auf die Standortdaten aktiviert werden. Das ist bei iOS nicht der Fall.

Was müssen Sie tun, wenn die Corona-Warn-App warnt?

Sollten Sie die Nachricht erhalten, dass Sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, heißt das nicht automatisch, dass Sie sich infiziert haben. Es besteht jedoch das Risiko einer Infektion.

"Aus der Warnung über das Infektionsrisiko folgt aber keine Pflicht, zum Beispiel zuhause zu bleiben. Betroffene sind auch nicht verpflichtet, die Warnung zu melden, etwa den Gesundheitsbehörden", erklärt die Verbraucherzentrale. Sie rät jedoch: "Haben Sie eine Warnmitteilung erhalten, sollten Sie sich dennoch besonders umsichtig verhalten und sich, soweit wie möglich, in häusliche Quarantäne begeben. Dies ist jedoch lediglich eine Empfehlung-"

Wichtig zu wissen: Die App kann Ihren Aufenthaltsort nicht überprüfen – und damit auch nicht die Einhaltung von Quarantäne-Maßnahmen oder Kontaktverboten kontrollieren.

Je mehr Nutzer, desto besser

Je mehr Menschen die App nutzen, umso besser! Wissenschaftler von der Universität Oxford gehen davon aus, dass 60 Prozent der Bevölkerung die App nutzen müssen, damit die Corona-Epidemie gestoppt werden kann. Aber auch bei einer geringeren Nutzungsrate gehen die Experten von positiven Auswirkungen aus. "Unsere Simulationen zeigen jedoch, dass die App anfängt zu wirken, sobald 15 Prozent der Bevölkerung mitmachen", erklärt Lucie Abeler-Dörner, eine der beteiligten Forscherinnen im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Die App kann schützen – aber nicht allein

Klar ist jedoch: Die App kann zwar bei einem Kontakt mit einem Infizierten warnen – vor einer Ansteckung schützen kann sie nicht. Schutzmasken und die geltenden Hygieneregeln sind mit Corona-Warn-App genauso wichtig wie ohne.

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