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Black Friday 2021: Vorsicht vor unechten Schnäppchen und Fake-Shops

Autor: Benita Wintermantel mit Material von dpa | Kategorie: Freizeit und Technik | 10.11.2021

Black Friday 2021: Vorsicht vor unechten Schnäppchen und Fake-Shops
Foto: Shutterstock / Proxima Studio

Der Black Friday gilt als Tag der Rabattschlacht. Unklar ist, inwieweit die steigenden Corona-Infektionszahlen und Lieferengpässe die Rabattschlacht am 26. November dieses Jahr trüben. Dazu kommt: Konsumenten sparen am "schwarzen Freitag" eher gefühlt als tatsächlich, wie Studien zeigen.

  • Für den stationären Handel wird der Black Friday dieses Jahr wohl wegen der Corona-Pandemie erneut schlechtere Umsätze mit sich bringen. Viele Menschen werden an dem Tag des Konsumrausches nur online auf Schnäppchenjagd gehen.
  • Wenn Sie nach Angeboten Ausschau halten, sollten Sie sich vor angeblichen Rabatten und Fake-Shops in Acht nehmen.
  • Unklar ist, inwieweit Lieferengpässe den Black Friday 2021 trüben werden.

Der Hype um den Black Friday war in den letzten Jahren riesig. Das Shopping-Event, das aus den USA zu uns hinübergeschwappt ist, findet längst auch in deutschen Onlineshops und Fußgängerzonen statt und wurde von Jahr zu Jahr beliebter. "SALE"-Schilder allerorten, versprochen werden gewaltige Rabatte.

Black Friday 2021 findet vor allem online statt

Der Black Friday wird im Jahr 2021 wohl in erster Linie online stattfinden, wie eine Umfrage der Shopping- und Vergleichsplattform idealo zeigt: 94 Prozent der Teilnehmer*innen möchten ihre Käufe vorrangig im Internet tätigen. Als Grund dafür geben sie an, dass sie die Vorteile des Onlineshoppings in Pandemiezeiten zu schätzen gelernt haben (64 Prozent). Rund ein Fünftel (21 Prozent) empfindet die Corona-Regeln beim Einkaufsbummel in der Stadt als einschränkend. Die Ansteckungsgefahr im stationären Handel spielt indes keine allzu große Rolle mehr – diese führen nur neun Prozent der Befragten als Grund dafür an, online kaufen zu wollen.

Black Friday 2021 findet am 26. November statt

Black Friday ist traditionell der Tag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving-Fest – und damit der vierte Freitag im November. Dieses Jahr findet die Schnäppchen-Jagd am 26. November 2021 statt und läutet damit zugleich das (Haupt-)Weihnachtsgeschäft ein.

Kritik an Black Friday

Der Einkaufstrubel kostet – und zwar nicht nur den Verbraucher. "Der Black Friday ist ein schwarzer Tag für die Umwelt", sagt Viola Wohlgemuth, Sprecherin von Greenpeace. "Unser Konsum vernichtet immer mehr Ressourcen und heizt die Klimakrise an. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass jedes einzelne Paket Folgen für die Umwelt hat."

Auch in Zeiten der Klimakrise ist Einkaufen natürlich nicht verboten; dabei zu sparen ist ebenfalls erlaubt. Wer sich allerdings für ein bewusste(re)s Einkaufsverhalten entscheidet, hat nicht nur mehr vom Black Friday, sondern schadet auch der Umwelt nicht unnötig.

>> Weiterlesen: Antwort auf den Black Friday: Der Kauf-Nix-Tag

Tipps für einen nachhaltigen Black Friday

1. Weniger ist mehr
Kaufen Sie nicht mehr, als Sie unbedingt benötigen. Erstellen Sie sich schon vor dem Black Friday eine Wunschliste mit Dingen, die Sie gerne als (Weihnachts-)Geschenk erwerben möchten oder sich selbst wünschen. Was nicht auf der Liste steht, sollten Sie auch nicht kaufen – selbst dann, wenn großzügige Rabatte locken. So schützen Sie sich, Ihren Geldbeutel und die Umwelt vor unnötigen Spontanbestellungen.

2. Nicht alle Schnäppchen sind echt
Verbraucherschutzorganisationen warnen regelmäßig, dass nicht alle Sonderangebote so attraktiv sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Gerade am Black Friday ist es schwer, im Lärm der Rabattschlacht den Überblick zu behalten – was der Handel natürlich zu seinen Gunsten nutzt.

Lassen Sie sich deshalb nicht von angeblichen Rabatten blenden, sondern vergleichen Sie Preise in verschiedenen Onlineshops, bevor sie etwas in den Warenkorb legen. Oft sind Rabatte an Aktionstagen nur aufgeblasen, warnt beispielsweise die Verbraucherzentrale Niedersachsen: In einem Fall wurde ein Kühlschrank von 450 Euro auf 279 Euro reduziert – beim angezeigten Ursprungspreis handelte es sich aber nicht um den aktuellen Marktpreis, sondern nur um die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Der Onlineshop hatte das Gerät vielleicht schon länger im Programm – und verlangte außerhalb der Aktionstage sowieso nur noch 299 Euro dafür.

3. Nehmen Sie sich vor Fake-Shops in Acht
Gerade wenn saisonale Schnäppchenjagden stattfinden, tauchen besonders viele dubiose Händler auf, die mit unschlagbaren Angeboten werben. Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Anbieter seriös ist, zahlen Sie möglichst nicht per Vorkasse, sondern per Rechnung oder Lastschrift, beides ist sicherer.

>> Zum Weiterlesen: Vorsicht vor Fake-Shops: So erkennen Sie unseriöse Anbieter

4. Immer mit der Ruhe
Verfallen Sie am Black Friday weder in Panik noch in einen Kaufrausch. Machen Sie sich bewusst, dass sich gute Angebote das ganze Jahr über finden lassen, und dass die nächsten Rabattschlachten – das Nach-Weihnachtsgeschäft und der Winterschlussverkauf – schon wieder vor der Tür stehen.

Viele Dinge müssen Sie auch nicht neu kaufen; secondhand gibt es beispielsweise jede Menge Mode, Bücher und Möbel, die wie neu sind – und die Umwelt nicht zusätzlich belasten. Da ist ein Black Friday gar nicht nötig, um on- oder offline tolle Schnäppchen zu machen.

Die Suche nach Geschenken könnte dieses Jahr schwierig werden

Die Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk könnte in diesem Jahr noch etwas mühsamer werden als sonst - besonders wenn es um Elektronik geht. "Verschiedene Hersteller haben signalisiert, dass es beim Nachliefern in den kommenden Monaten zu Engpässen kommen könnte", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik (BVT), Steffen Kahnt, der Deutschen Presse-Agentur. Und auch der Modehandel steht vor Herausforderungen, seine Ware rechtzeitig zum Fest in die Läden zu bringen.

Hintergrund sind coronabedingte Lieferschwierigkeiten bei Produzenten, insbesondere aus dem asiatischen Raum, sowie große Probleme in den Logistikketten, die immer mehr auf den deutschen Handel durchschlagen. Jochen Cramer, Einkaufsleiter der Verbundgruppe ElectronicPartner, betonte, bei fast allen Sortiments- und Warengruppen gebe es seit dem letzten Jahr Lieferengpässe beziehungsweise -probleme. "Die Situation wird auch noch unbestimmte Zeit andauern und sich somit aufs Weihnachtsgeschäft auswirken", ist der Manager überzeugt.

Lohnt sich der Black Friday für die Verbraucher?

Die Vergleichsplattform Idealo hat sich die Preisentwicklung von über 2.200 Produkten am und kurz vor dem Black Friday genauer angesehen. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Preisersparnis lag am Aktionstag 2019 bei lediglich 8 Prozent.

Gerade einmal 320 (14 Prozent) der 2.237 untersuchten Produkte waren um mindestens 20 Prozent reduziert. Trotzdem bestätigen die Studienergebnisse, dass sich der Black Friday als Shoppingtag durchaus lohnen kann. Insgesamt waren 1.722 von 2.237 Produkten (77 Prozent) am Black Friday günstiger als im Vormonat. Dabei konnten Verbraucher*innen in den Kategorien PS4-Spiele (21 Prozent), Laufschuhe (17 Prozent) und Gamepads (16 Prozent) durchschnittlich am meisten Geld sparen.

Black Friday 2021 findet am 26. November statt.
Black Friday 2021 findet am 26. November statt. (Foto: Seventyfour / stock.adobe.com)

Schnäppchentage im Vergleich: Black Friday vs. Cyber Monday

Längst ist der Black Friday nicht mehr der einzige Schnäppchentag. Amazon hat den Cyber Monday etabliert, der auf den Black Friday folgt, viele Händler werben Anfang Dezember sogar eine ganze Woche lang mit Sonderangeboten. Lohnt sich der Black Friday da überhaupt noch?

Die Idealo-Preisanalyse zeigt: Am Cyber Monday konnten Verbraucher zwar auch einige Schnäppchen machen, so waren Kopfhörer, Kamera-Objektive und einige Kühlschränke stärker reduziert. In nahezu allen anderen Produktkategorien war der Black Friday aber attraktiver.

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