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Black Friday 2020 wird kaum Kunden in die Läden locken

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 13.11.2020

Black Friday 2020 wird kaum Kunden in die Läden locken
Foto: Seventyfour / stock.adobe.com

Der Black Friday galt viele Jahre als Tag der Rabattschlacht. Im Coronajahr 2020 könnte der Hype ein Ende haben: Zwei Drittel der Verbraucher wollen an der Schnäppchenjagd am 27. November nicht mehr teilnehmen oder zumindest das Budget kürzen. Dazu kommt: Konsumenten sparen am "schwarzen Freitag" eher gefühlt als tatsächlich, wie Studien zeigen.

  • Für den stationären Handel wird der Black Friday dieses Jahr wohl wegen der Corona-Pandemie einen Umsatzrückgang mit sich bringen. Viele Menschen werden an dem Tag des Konsumrausches nur online auf Schnäppchenjagd gehen.
  • Wenn Sie nach Angeboten Ausschau halten, sollten Sie sich vor angeblichen Rabatten und Fake-Shops in Acht nehmen.
  • Ebay Kleinanzeigen startet dieses Jahr mit einem Gegenentwurf, dem "Green Sunday", der am 22.11.2020 stattfindet. Hier steht der nachhaltige Konsumer gebrauchter Produkte im Mittelpunkt.

Der Hype um den Black Friday war in den letzten Jahren riesig. Das Shopping-Event, aus den USA zu uns hinübergeschwappt, findet längst auch in deutschen Onlineshops und Fußgängerzonen statt und wurde von Jahr zu Jahr beliebter. "SALE"-Schilder allerorten, versprochen werden gewaltige Rabatte.

Black Friday im Corona-Jahr 2020

Dieses Jahr erwartet der Handel allerdings einen geringeren Ansturm als in den vergangenen Jahren. Die Corona-Pandemie trübt die Kauflust der Verbraucher. Laut einer Idealo-Umfrage will über die Hälfte der Befragen (66 Prozent) in diesem Jahr nicht an dem Shoppingspektakel teilnehmen – oder plant, weniger Geld in die Hand zu nehmen als in den Vorjahren. Im Schnitt liege das für den Black Friday eingeplante Budget bei 265 Euro.

Eine andere Studie zeigt, dass 69 Prozent der Käufer am Black Friday ausschließlich online einkaufen wollen. Der Hauptgrund: Die Verbraucher möchten dadurch das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus vermeiden.

Für den stationären Handel wird der Black Friday voraussichtlich einen weiteren Umsatzrückgang mit sich bringen.

Black Friday 2020 findet am 27. November statt

Black Friday ist traditionell der Tag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving-Fest – und damit der vierte Freitag im November. Dieses Jahr findet die Schnäppchen-Jagd am 27. November 2020 statt und läutet damit zugleich das (Haupt-)Weihnachtsgeschäft ein.

Viel Kritik an Black Friday

Der Einkaufstrubel kostet – und zwar nicht nur den Verbraucher. "Der Black Friday ist ein schwarzer Tag für die Umwelt", sagt Viola Wohlgemuth, Sprecherin von Greenpeace. "Unser Konsum vernichtet immer mehr Ressourcen und heizt die Klimakrise an. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass jedes einzelne Paket Folgen für die Umwelt hat."

Auch in Zeiten der Klimakrise ist Einkaufen natürlich nicht verboten; dabei zu sparen ist ebenfalls erlaubt. Wer sich allerdings für ein bewusste(re)s Einkaufsverhalten entscheidet, hat nicht nur mehr vom Black Friday, sondern schadet auch der Umwelt nicht unnötig.

>> Weiterlesen: Antwort auf den Black Friday: Der Kauf-Nix-Tag

Tipps für einen nachhaltigen Black Friday

1. Weniger ist mehr!
Kaufen Sie nicht mehr, als Sie unbedingt benötigen. Erstellen Sie sich schon vor dem Black Friday eine Wunschliste mit Dingen, die Sie gerne als (Weihnachts-)Geschenk erwerben möchten oder sich selbst wünschen. Was nicht auf der Liste steht, sollten Sie auch nicht kaufen – selbst dann, wenn großzügige Rabatte locken. So schützen Sie sich, Ihren Geldbeutel und die Umwelt vor unnötigen Spontanbestellungen.

2. Nicht alle Schnäppchen sind echt
Verbraucherschutzorganisationen warnen regelmäßig, dass nicht alle Sonderangebote so attraktiv sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Gerade am Black Friday ist es schwer, im Lärm der Rabattschlacht den Überblick zu behalten – was der Handel natürlich zu seinen Gunsten nutzt.

Lassen Sie sich deshalb nicht von angeblichen Rabatten blenden, sondern vergleichen Sie Preise in verschiedenen Onlineshops, bevor sie etwas in den Warenkorb legen. Oft sind Rabatte an Aktionstagen nur aufgeblasen, warnt beispielsweise die Verbraucherzentrale Niedersachsen: In einem Fall wurde ein Kühlschrank von 450 Euro auf 279 Euro reduziert – beim angezeigten Ursprungspreis handelte es sich aber nicht um den aktuellen Marktpreis, sondern nur um die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Der Onlineshop hatte das Gerät vielleicht schon länger im Programm – und verlangte außerhalb der Aktionstage sowieso nur noch 299 Euro dafür.

3. Nehmen Sie sich vor Fake-Shops in Acht!
Gerade wenn saisonale Schnäppchenjagden stattfinden, tauchen besonders viele dubiose Händler auf, die mit unschlagbaren Angeboten werben. Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Anbieter seriös ist, zahlen Sie möglichst nicht per Vorkasse, sondern per Rechnung oder Lastschrift, beides ist sicherer.

>> Zum Weiterlesen: Vorsicht vor Fake-Shops: So erkennen Sie unseriöse Anbieter

4. Immer mit der Ruhe!
Verfallen Sie am Black Friday weder in Panik noch in einen Kaufrausch. Machen Sie sich bewusst, dass sich gute Angebote das ganze Jahr über finden lassen, und dass die nächsten Rabattschlachten – das Nach-Weihnachtsgeschäft und der Winterschlussverkauf – schon wieder vor der Tür stehen.

Viele Dinge müssen Sie auch nicht neu kaufen; secondhand gibt es beispielsweise jede Menge Mode, Bücher und Möbel, die wie neu sind – und die Umwelt nicht zusätzlich belasten. Da ist ein Black Friday gar nicht nötig, um on- oder offline tolle Schnäppchen zu machen.

Lohnt sich der Black Friday für die Verbraucher?

Die Vergleichsplattform Idealo hat sich die Preisentwicklung von über 2.200 Produkten am und kurz vor dem Black Friday genauer angesehen. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Preisersparnis lag am Aktionstag 2019 bei lediglich 8 Prozent.

Gerade einmal 320 (14 Prozent) der 2.237 untersuchten Produkte waren um mindestens 20 Prozent reduziert. Trotzdem bestätigen die Studienergebnisse, dass sich der Black Friday als Shoppingtag durchaus lohnen kann. Insgesamt waren 1.722 von 2.237 Produkten (77 Prozent) am Black Friday günstiger als im Vormonat. Dabei konnten Verbraucher*innen in den Kategorien PS4-Spiele (21 Prozent), Laufschuhe (17 Prozent) und Gamepads (16 Prozent) durchschnittlich am meisten Geld sparen.

Schnäppchentage im Vergleich: Black Friday vs. Cyber Monday

Längst ist der Black Friday nicht mehr der einzige Schnäppchentag. Amazon hat den Cyber Monday etabliert, der auf den Black Friday folgt, viele Händler werben Anfang Dezember sogar eine ganze Woche lang mit Sonderangeboten. Lohnt sich der Black Friday da überhaupt noch?

Die Idealo-Preisanalyse zeigt: Am Cyber Monday konnten Verbraucher im letzten Jahr zwar auch einige Schnäppchen machen, so waren Kopfhörer, Kamera-Objektive und einige Kühlschränke stärker reduziert. In nahezu allen anderen Produktkategorien war der Black Friday aber attraktiver.

"Green Sunday" bei Ebay Kleinanzeigen

Der Gegenentwurf zum Black Friday kommt von Ebay Kleinanzeigen. Beim "sinnvollsten Shopping-Tag des Jahres", dem Green Sunday am 22. November 2020, wird zwar auch der Konsum groß geschrieben – allerdings der von gebrauchten und damit nachhaltigen Dingen. Das Unternehmen möchte dazu anregen, nicht alle Produkte neu kaufen zu müssen, sondern Gebrauchsgüter wie Elektro- oder Modeartikel und Kinderspielzeug gebraucht zu kaufen.

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