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Bitte ohne Torf! Warum Sie nur noch torffreie Erde kaufen sollten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 21.12.2021

Torffreide Erde: Warum Sie keine Torferde verwenden sollten
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / PublicDomainImages, Artisano

Viele Hobbygärtner wissen nicht, dass sie der Natur und dem Klima Schaden zufügen, wenn sie im Baumarkt torfhaltige Blumenerde kaufen. Dabei gibt es viele gute Alternativen. So gärtnern Sie mit gutem Gewissen.

Die Gartensaison steht in den Startlöchern. Und mit ihr die Frage: Welche Blumenerde soll's sein für Balkon und Garten? Ohne es zu ahnen, tragen viele Hobbygärtner dazu bei, dass wertvolle Moorlandschaften verloren gehen. Der Naturschutzbund (NABU) empfiehlt deshalb torffreie Blumenerde, um Moore und Klima zu schützen.

Torfhaltige Blumenerde ist problematisch

Die Nachfrage nach Torf ist hoch: Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf verbraucht der Gartenbau jährlich allein hierzulande. Die Herstellung von torfhaltiger Blumenerde geht auf Kosten der wertvollen Moorlandschaften. Mittlerweile gelten mehr als 60 Prozent aller in Europa einst vorhandenen Moore als zerstört.

Besonders drastisch ist die Situation in Deutschland: 95 Prozent der einstigen Moorflächen wurden bereits entwässert und abgetorft, sie gelten dem NABU zufolge als "tot". Viele Pflanzen- und Tierarten, die sich auf diesen Lebensraum spezialisiert haben, sind mittlerweile stark bedroht.

Torferde hat gewaltige Klimawirkungen

Obwohl die Moorgebiete nur drei Prozent der Landfläche der Erde bedecken, binden sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt (Quelle: NABU). Weil sie gigantische Mengen an Karbon speichern, sind Moore besonders wichtig für den Klimaschutz.

Beim Torfabbau wird dem Boden Wasser entzogen, Sauerstoff dringt in die obersten Torfschichten ein. Kleinstlebewesen zersetzen dann den Torf, der eingelagerte Kohlenstoff entweicht als klimaschädliches Kohlendioxid. Die Austrocknung der Moore setzt also auch große Mengen an Treibhausgasen frei.

Torffreie Blumenerde schont die Umwelt und das Klima.
Torffreie Blumenerde schont die Umwelt und das Klima. (Foto: Shutterstock/Regina Burganova)

Torffreie Erde als Alternative für den Garten

Unser Tipp: Wenn sie die weitere Austrocknung von Moorlandschaften aufhalten wollen, verzichten Sie besser auf torfhaltige Blumenerde. Der Handel bietet torffreie Blumenerde als Alternative, die die Bodenqualität verbessert – und dabei die Umwelt schont. Man erkennt sie an eindeutigen Hinweisen wie "torffrei" oder "ohne Torf". 

Tipp: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) listet entsprechende Produkte in einem Einkaufsführer zum Download, zurzeit auf dem Stand Juni 2020. Die nächste Aktualisierung erfolgt laut BUND in den ersten Monaten 2022.

Wichtig zu wissen: Für die Qualität des Bodens ist Blumenerde ohne Torf nicht schlechter als torfhaltige! Torffreie Erden enthalten eine Mischung aus Rindenhumus, Holz-, Kokos- oder Hanffasern. "Weitere Zusätze wie Sand, Lavagranulat oder Tonminerale ergänzen die optimale Pflanzenversorgung", so der Nabu: "Torffreie Erde verbessert dauerhaft die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens, fördert die Bodenstruktur und unterstützt die wichtigen Bodenlebewesen."

Auch wer im eigenen Garten kompostiert, kann damit einfach und kostengünstig dem Boden und den Pflanzen Gutes tun. Wer keinen eigenen Komposthaufen hat, kann Kompost aus professionellen Kompostieranlagen kaufen, um Torferde zu ersetzen.

>> Lesen Sie auch: Kompost anlegen: Worauf Sie beim Komposthaufen achten sollten

'Torfarme' Erde ist keine gute Alternative

Achtung: "Torfreduzierte" und "torfarme" Blumenerden sind keine gute Alternativen. Auch dann muss man noch damit rechnen, dass das Substrat für Pflanzen aus großen Teilen Torf besteht. Und auch Bio-Erde kann einen hohen Torfanteil haben.

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