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Bienenschutz und Bußgeld: Darum sollten Sie Weidenkätzchen nicht abschneiden

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 29.03.2022

Bienenschutz und Bußgeld: Darum sollten Sie Weidenkätzchen nicht abschneiden
Foto: Shutterstock / Maya Kruchankova

Palmkätzchen, auch Weidenkätzchen genannt, sind im Frühling und zur Osterzeit eine hübsche Deko fürs Wohnzimmer. Aber: Wer sich in der freien Natur bedient und Zweige abschneidet, schadet ausgerechnet den Bienen und muss eventuell mit einem Bußgeld rechnen.

Der Frühling steht in den Startlöchern – und die Versuchung ist groß, sich etwas vom ersten Grün ins heimische Wohnzimmer mitzunehmen, beispielsweise Palmkätzchen für einen Frühlingsstrauß. Vor dem Aufblühen fühlen sich die Weidenkätzchen wundbar weich und samtig an und als Strauß mit vielen bunten Ostereiern sind die Weidenkätzchen eine beliebte Tradition. Imker und Naturschutzverbände warnen jedoch: Beim Frühjahrsspaziergang bedenkenlos Zweige von frisch erblühten Weiden abzuschneiden, ist keine gute Idee.

"Wildbienen und Schmetterlinge brauchen im Moment jede Nahrungsquelle", sagte der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Rosenheim, Rainer Auer, am Dienstag. "Die blühenden Weiden oder Schlüsselblümchen sind mit ihrem Pollen und Nektar in dieser noch blütenarmen Zeit ganz wichtig."

Palmkätzchen sind wichtiges Futter für hungrige Bienen

Nach dem harten Winter brauchen die Bienen dringend Energie für den Aufbau der Bienenvölker. Eine der wichtigsten Nahrungsquellen zu Frühlingsbeginn sind sogenannte Palmkätzchen, die Blüten der Sal-Weide: Weidenblüten haben einen hohen Nährwert und versorgen die hungrigen Insekten mit wertvollem Eiweiß und Fetten.

Die Sal-Weide ist eine wichtige Bienenweide für viele Wildbienen-Arten.
Die Sal-Weide ist eine wichtige Bienenweide für viele Wildbienen-Arten. (Foto: Shutterstock / Dave Massey)

Wer also beim Frühlingsspaziergang Zweige von Palmkätzchen pflückt, nimmt Wildbienen und Schmetterlingen wichtiges Futter weg. Wenn Sie Wildbienen und andere Insekten schützen möchten, kaufen Sie die Zweige für Ihren Osterstrauß am besten in der Gärtnerei. Oder greifen Sie auf Forsythien zurück, so der Rat des BUND: "Für die Wohnung können Zweige der Forsythien aufgestellt werden. Denn sie produzieren weder Nektar noch Pollen und sind für Insekten damit wertlos."

Wild- und Honigbienen sind für die Bestäubung unserer Nahrungspflanzen unverzichtbar. Dabei sind von den über 500 Wildbienen in Deutschland schon mehr als die Hälfte bedroht oder lokal bereits ausgestorben, wie eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München zeigt.

Weidenkätzchen stehen unter Naturschutz: Bußgeld droht

Viele Weidenarten wie die Sal-Weide, die Grauen-Weide und die Reif-Weide zählen zu den geschützten Pflanzen, sie stehen unter Naturschutz. Zwischen dem 1. März und dem 30. September gilt bei ihnen eine Schonfrist, in dieser Zeit dürfen keine Zweige abgeschnitten werden.

Im Bundesnaturschutzgesetzt (§ 39 BNatSchG) heißt es dazu: "Es ist verboten,[…] Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen."

Nur in Ihrem eigenen Garten dürfen Sie einzelne Weidenzweige abschneiden.

Die Bußgelder für das Abschneiden von Weidenzweigen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Bei Bussgeldkatalog.org ist zum Thema Weidenkätzchen zu lesen: "Die Ordnungswidrigkeit kann (...) mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro, in den übrigen Fällen mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden."

Was Sie für den Schutz der Bienen tun können

  1. In der Natur blühende Pflanzen unberührt lassen.
  2. Auf Insektizide verzichten.
  3. Heimische statt exotischer Pflanzen auf dem Balkon und im Garten anpflanzen.
  4. Bio-Produkte kaufen.

... oder Palmkätzchen pflanzen:

Palmkätzchen pflanzen und den Bienen helfen

Palmkätzchen können Sie das ganze Jahr über pflanzen. Wer keinen Garten hat, kann sie auch in Töpfe auf dem Balkon oder der Terrasse pflanzen.

Die Sal-Weide liebt es sonnig oder halbschattig, wohl fühlt sie sich in feuchter und lehmiger Erde, die nicht zu kalkhaltig ist. Im ersten Jahr benötigt die Sal-Weide viel Wasser, später ist sie absolut pflegeleicht. Damit sich die Weide fortpflanzen kann und jedes Jahr aus Neue blüht, braucht sie eine gegengeschlechtliche Pflanze in ihrer Nähe.

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