Torffreie Anzuchterde selber machen: So geht's

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 17.02.2024

Anzuchterde müssen Sie nicht kaufen, sondern können sie auch selber machen.
Foto: Shutterstock / Natallia Boroda

So langsam, aber sicher geht es los mit der Aufzucht junger Pflänzchen. Am besten gedeihen Zier- und Gemüsepflanzen in sogenannter Anzuchterde, auch Aussaaterde genannt. Die müssen Sie nicht für viel Geld kaufen, sondern können sie ganz einfach selber machen.

Für die Aussaat und Aufzucht von Pflanzen ist Anzuchterde die beste Wahl: Sie ist locker, luftig und kann Wasser gut speichern. Da sie nur wenige Nährstoffe enthält, bietet Anzuchterde Samen, Keimlingen und Stecklingen optimale Wachstumsbedingungen.

Spezielle Anzuchterde gibt es im Fachhandel für relativ viel Geld zu kaufen. Ein Problem der im Handel erhältlichen Anzucht- oder Aussaaterde ist jedoch die Tatsache, dass sie häufig Torf enthält. Um Torf für Blumenerde zu gewinnen, werde Moore trockengelegt. Der Abbau zerstört die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere. Und auch fürs Klima ist der Torfabbau schlecht: In den Mooren ist viel Kohlenstoff gespeichert, bei der Trockenlegung wird deshalb jede Menge CO₂ freigesetzt.

Junge Pflänzchen wachsen in nährstoffärmerer Erde - sogenannter Anzuchterde - besser und bilden stärkere Wurzeln.
Junge Pflänzchen wachsen in nährstoffärmerer Erde - sogenannter Anzuchterde - besser und bilden stärkere Wurzeln. (Foto: Shutterstock / Parkin Srihawong)

Anzuchterde: Was unterscheidet sie von Blumenerde?

Die Bedürfnisse von Keimlingen und Jungpflanzen unterscheiden sich von denen ausgewachsener Pflanzen – deshalb sollten Sie die jeweils passende Erde verwenden.

  • Blumenerde oder Gartenerde für ausgewachsene Pflanzen:

Gewöhnliche Blumenerde hat einen hohen Nährstoffgehalt, ihr wurde bereits Dünger zugesetzt. Ausgewachsene Pflanzen freuen sich über die enthaltenen Mineralsalze und den hohen Stickstoffanteil.

  • Anzuchterde für junge Pflanzen:

Anzuchterde wird auch als Aussaaterde, Pikiererde oder Vermehrungserde bezeichnet. Junge Pflänzchen wachsen in nährstoffärmerer Erde besser – und nicht zu schnell. Da die Erde arm an Nährstoffen ist, müssen sich die jungen Pflanzen quasi anstrengen, um an die Nährstoffe zu gelangen. Dabei bilden sie ein starkes und verzweigtes Wurzelgeflecht.

Anzuchterde erfüllt vier Kriterien, die für junge Pflanzen wichtig sind:

  1. nährstoffarm
  2. keimfrei
  3. lockerer und durchlässiger als herkömmliche Erde
  4. guter Wasserspeicher

Anzuchterde selber machen

Um Ihre eigene Anzuchterde herzustellen, benötigen Sie nur drei Zutaten:

  1. Sand
  2. reifer Kompost
  3. Blumen- oder Gartenerde (bei der Wahl der Erde sollten Sie auf torffreie Erde achten)

Aussaaterde selber mischen - so geht's

  1. Mischen Sie gut gereiften Kompost, Sand und Gartenerde in ungefähr gleichen Teilen.
  2. Die selbst gemischte Anzuchterde sollten Sie im Backofen bei 150 Grad für 30 Minuten sterilisieren, um Pilzsporen und Unkrautsamen abzutöten. Erhitzte Erde ist keimfrei.
  3. Die Erde nach dem Sterilisieren ein bis zwei Tage ruhen lassen und erst dann für die Aussaat verwenden.
  4. Anzuchterde sollten Sie grundsätzlich nicht düngen.

Maulwurferde für den Garten?

Experten empfehlen, die Erde von Maulwurfshügeln für die Herstellung von Anzuchterde oder auch für das Bepflanzen von Balkonkästen zu verwenden. "Tatsächlich raten auch wir dazu die Erde der Maulwurfshaufen für die eigene Gartenarbeit zu nutzen, um den Hügeln etwas Nützliches abzugewinnen", erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) gegenüber ÖKO-TEST.

Der Maulwurf bringt tieferliegende Erde, die besonders locker und krümelig ist, zutage. Angst, dem Maulwurf etwas wegzunehmen, muss keiner haben: "Die Entnahme der Erde schadet oder beeinträchtigt die Maulwürfe nicht."

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