1. oekotest.de
  2. News
  3. Alternativen zu Google: Ecosia und Gexsi

Alternativen zu Google: Ecosia und Gexsi

Auf dem Weg zur "Websuche mit Sinn"

Autor: Andreas Winterer | Kategorie: Freizeit und Technik | 22.12.2018

Alternativen zu Google: Ecosia und Gexsi
(Foto: Bild: ecosia.org, gexsi.com)

Bei Strom und Gas wechseln viele Verbraucher zu einem Öko-Anbieter – Ähnliches soll nun auch bei Suchmaschinen möglich sein. Das versprechen die Anbieter Ecosia und Gexsi und empfehlen sich als ökologische beziehungsweise soziale Alternativen zu Google.

Zwar gab es mit Forestle, Znout, Benefind und anderen Marken bereits erste Versuche, eine Art Öko-Suchmaschine zu etablieren, aber erst Ecosia konnte sich als nachhaltige "Suchmaschine, die Bäume pflanzt" erfolgreich platzieren. Mit Gexsi will nun ein weiteres Social Business eine "Websuche mit Sinn" anbieten – diesmal für soziale Projekte.

Hinter den Konzepten steckt das, was man andernorts "Charity Shopping" nennt (wie zum Beispiel das Smile-Programm eines großes Onlinehändlers): Kunden sollen motiviert werden, einen bestimmten Dienst zu nutzen, weil ein Teil der dabei anfallenden geldwerten Transaktionen am Ende einem guten Zweck zugutekommt. Bei Ecosia beispielsweise werden mit Werbeeinahmen Bäume gepflanzt; Gexsi verspricht, das Geld in Projekte zu stecken, die "die Welt positiv verändern".

Technisch gesehen verwenden die Nutzer bei den beiden sozialen Google-Alternativen übrigens Microsofts Suchmaschine Bing. Microsoft bemüht sich um Klimaneutralität seiner IT; allerdings weniger erfolgreich als beispielsweise Apple, Facebook oder Google: Beim letzten Greenpeace-Report zum Energieverbrauch von Internet-Unternehmen belegte Microsoft immerhin den 6. Platz mit knapp einem Drittel Strom aus erneuerbaren Quellen. Ecosia bezieht seine Energie nach eigenen Angaben nachhaltig, teils aus eigener Photovoltaik; Gexsi macht dazu bislang keine Angaben.

Ecosia und Gexsi: Sinnvolle Google-Alternativen

Das Pflanzen von Bäumen ist eine populäre Art, CO2-Emissionen auszugleichen. Ecosia gibt an, mit Hilfe der Einnahmen bereits 40 Millionen Bäume gepflanzt zu haben. Bei einer angenommenen Pflanzdichte von 10.000 Bäumen pro Hektar wären das rechnerisch 400 Quadratkilometer – das entspräche einem kleineren deutschen Naturpark wie dem Naturpark Kellerwald-Edersee.

Die Bäume werden derzeit vor allem in Burkina Faso, Madagaskar, Peru, Indonesien und Tansania gepflanzt. Die Ecosia GmbH wurde 2009 gegründet und ist eine zertifizierte B-Corporation; inzwischen hat sich die GmbH über die Schweizer Purpose Stiftung zu einem "sich selbst gehörenden Unternehmen" gemacht.

Gexsi setzt auf ausgewählte Social-Entrepreneurship-Projekte, die das Unternehmen nach eigenen Angaben danach aussucht, ob sie auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) der UN einzahlen. Als junges Unternehmen kann Gexsi zwar noch nicht viele Projekte vorweisen, diese sind aber interessant und unkonventionell. Zugleich will Gexsi alle zwei Wochen ein neues Projekt vorstellen. Die Betreiberfirma Gexsi Impact GmbH wurde 2016 gegründet, ist ebenfalls eine zertifizierte B-Corp und folgt den Standards der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Geld für gute Zwecke gibt es nur gegen Werbung

Das Geld für die gute Sache kommt bei einer 'Charity Search' über die beiden Google-Alternativen allerdings nur zustande, wenn die Nutzer auch auf Anzeigen klicken – denn nur dann setzen Ecosia und Gexsi Geld um. Es reicht also nicht, die beiden Alternativen zu Google nur zu nutzen, man muß sich auch für die dort ausgespielte Werbung interessieren.

Das kann man auch unnötig finden und die Frage stellen, warum Nutzer nicht gleich Spendenprojekte mit DZI-Siegel oder zum Beispiel Projekte auf betterplace.org unterstützen sollten.

Man könnte aber auch einfach belobigen, dass zwei Unternehmen versuchen, die millionenschweren Werbeeinnahmen durch Suchmaschinen, die rund um die Welt jeden Tag anfallen, in ökologisch und sozial sinnvolle Töpfe zu leiten.

Weiterlesen auf oekotest.de: