1. Home
  2. Ratgeber

Wie gesund ist eigentlich Tiefkühlgemüse?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 13.11.2021

Wie gesund ist eigentlich Tiefkühlgemüse?
Foto: Shutterstock / Africa Studio, ChristianChan

Erbsen, Möhren und Spinat aus der Tiefkühltruhe sind praktisch. Aber ist tiefgekühltes Gemüse auch gesund? Wir sind der Frage nachgegangen – und haben jede Menge Tipps rund um tiefgekühltes Gemüse.

  • Gemüse aus dem Tiefkühlfach ist praktisch: Einfach die gewünschte Menge entnehmen, erhitzen – und fertig ist die Gemüsebeilage.
  • Tiefkühlgemüse hat den Ruf, kaum Vitamine zu enthalten. Dabei ist das Gegenteil der Fall.
  • ÖKO-TEST hat tiefgekühltes Asia-Gemüse getestet: Geschmack und Konsistenz sind nicht bei allen in Ordnung. 

Frisches Gemüse oder Gemüse aus der Tiefkühltruhe – was ist gesünder? Die Antwort mag überraschen: Tiefkühlgemüse enthält in vielen Fällen mehr Vitamine und Nährstoffe als frisches Gemüse.

Frisches Gemüse verliert durch die Lagerung Vitamine 

Frisches Gemüse hat häufig eine lange Reise mit vielen Stationen hinter sich – vor allem im Winter, wenn Paprika & Co. von weit her kommen. Bis das Gemüse in Deutschland ankommt, sind seit der Ernte schon einige Tage vergangen. Die nächste Station lautet Großmarkt, von dort geht es weiter in den Obst- und Gemüseladen oder Supermarkt. Und bis das Grünzeug dann auf dem heimischen Teller landet, vergehen wiederum einige Tage.

Da Vitamine licht- und wärmeempfindlich sind, bekommt dem Gemüse – genauer: den enthaltenen Nähr- und Mineralstoffen – die lange Reise und Lagerung im Kühlschrank gar nicht. Die Folge: Der Vitamingehalt ist deutlich niedriger als direkt nach der Ernte. Deshalb lauten unsere Tipps:

  • Kaufen Sie Gemüse am besten direkt beim Erzeuger – und essen Sie es möglichst rasch auf.
  • Beim Einkauf im Supermarkt sollten Sie möglichst zu regionalen Lebensmitteln und saisonaler Ware greifen – hier sind die Transportwege kurz, die Klimabilanz gut, der Vitamin- und Nährstoffgehalt hoch.

>> Zum Weiterlesen: Frisches Obst und Gemüse: Wie klimaschädlich ist der Verzehr im Winter?

Tiefkühl-Bohnen enthalten mehr Vitamin C als frische.
Tiefkühl-Bohnen enthalten mehr Vitamin C als frische. (Foto: Shutterstock / Julia Cherk, Anna_Pustynnikova)

Tiefkühlgemüse viel besser als sein Ruf

Tiefkühlgemüse wird direkt nach der Ernte im Herkunftsland blanchiert, das heißt, es wird kurz mit Wasser und Dampf erhitzt und danach sofort schockgefrostet. Das schnelle Gefrieren hat einen großen Vorteil: Die dünne Eisschicht verhindert, dass Flüssigkeit und Nährstoffe entweichen können, der Vitaminverlust ist gering.

Eine Studie von Ökotrophologen der Universität Hamburg zeigt: Erntefrisch und tiefgekühlt ist oft nicht zu unterscheiden. Aktuelle Studien der Universität Chester und von Leatherhead Food Research bestätigen die Ergebnisse der Hamburger Wissenschaftler aus dem Jahr 2006: Demnach können gefrorene Produkte wichtige Nährstoffe eher bewahren als frische.

So war die Vitamin-C-Konzentration in den untersuchten Tiefkühl-Bohnen und in Tiefkühl-Rosenkohl höher als in den frischen Produkten, die schon drei Tage im heimischen Kühlschrank aufbewahrt worden waren.

Asia-Tiefkühlgemüse im Test

ÖKO-TEST hat Tiefkühlgemüse à la Asia unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Zwischen den asiatischen Gemüsepfannen im Test gibt es deutliche geschmackliche Qualitätsunterschiede. Die Ergebnisse der Schadstoffprüfung fallen hingegen erfreulich aus. Alle Produkte und Test-Ergebnisse finden Sie im ePaper – klicken Sie dazu auf den Button:

Tiefkühl-Asia-Gemüse im Test: Alle Ergebnisse im ePaper kaufen

So bleibt Tiefkühlgemüse wirklich gesund

Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Ihr Tiefkühlgemüse einem frischen Produkt in nichts nachsteht – oder sogar mehr Nährstoffe enthält als dieses –, beachten Sie Folgendes:

  • Die Kühlkette darf zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden. Beim Einkauf sollte die Tiefkühltruhe deshalb nach Möglichkeit Ihre letzte Station vor der Kasse sein. Für den Transport nach Hause empfiehlt sich eine Kühltasche mit Kühl-Akkus.
  • Tiefgekühltes Gemüse enthält zum Teil zugesetzte Farbstoffe, Aromen, Zucker, Konservierungsstoffe oder sogar Geschmacksverstärker. Lesen Sie deshalb die Lebensmittelkennzeichnung und meiden Sie Tiefkühlgemüse, das unnötige Zusätze enthält, nach Möglichkeit.
  • Wenn gefrorene Maiskörner oder Erbsen "klumpen", waren sie vermutlich schon mal angetaut. Kein Grund, das Gemüse wegzuwerfen – aber ein Hinweis darauf, dass Sie es bald verzehren sollten.
  • Tiefkühlgemüse sollte nicht lange aufgetaut, sondern in gefrorenem Zustand zubereitet werden. So gehen weniger Nährstoffe verloren.

Gemüse einfrieren – so geht's

Wenn Sie Gemüse selbst einfrieren, sollten Sie es erst waschen, dann kleinschneiden und vor dem Einfrieren kurz blanchieren. Dazu geben Sie das Gemüse zunächst kurz in kochendes – und gleich darauf in eiskaltes Wasser. Dann darf das Gemüse luftdicht verpackt in die Tiefkühltruhe.

Weiterlesen auf oekotest.de: